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Noch etwas mehr als ein halbes Jahr dann ist es soweit: Die wegen der Corona-Pandemie verschobene Fußball-Europameisterschaft beginnt. Bei den Titelkämpfen gibt es einige Neuerungen. Das begann in der Qualifikation und endet mit den Gastgebern. Die Favoriten sind dagegen nicht neu: Drei Teams, die unter den ersten vier der Fifa-Weltrangliste stehen, wird der Turniersieg am ehesten zugetraut.

Das Länderspieljahr 2020 ist beendet. Erst im März 2021 duellieren sich die europäischen Fußball-Nationalmannschaften wieder auf dem Feld. Diese Partien läuten zugleich die heiße Phase der Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2020 an. Dort wird es wieder Titel, Tränen und Triumphe geben.

Die Gründe warum Fußball der beliebteste Sport auf der Welt ist, sind vielfältig: Dynamik, Unberechenbarkeit, Dramatik und die Aussicht auf Sensationen werden auch bei der EM 2020 wieder Millionen von Fans vor den Fernseher locken. Die wegen der Corona-Pandemie verschobenen Titelkämpfe beginnen am 11. Juni 2021 – mit einigen Besonderheiten.  

Die erste davon: Obwohl im Jahr 2021 gespielt wird, werden die kontinentalen Titelkämpfe weiter „Euro 2020“ heißen. „So wird die ursprüngliche Vision des Turniers zum 60. Jahrestag der Europameisterschaft aufrechterhalten und zudem eine nachhaltige Gestaltung durch die Vermeidung der Vernichtung und Reproduktion bereits fertiggestellter Marken- und Fanartikel ermöglicht“, heißt es hierzu auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Erstmals zwölf Gastgeber-Länder

Die UEFA Euro 2020 findet erstmals nicht ausschließlich in einem oder zwei Gastgeberländern – sondern an zwölf Austragungsorten in zwölf verschiedenen Ländern statt. Nach der Verlegung bestätigte das UEFA-Exekutivkomitee auf seiner per Videokonferenz abgehaltenen Sitzung am 17. Juni dieses Jahres, dass das Turnier auch im kommenden Jahr in der Allianz Arena in München sowie in Amsterdam, Baku, Bilbao, Budapest, Bukarest, Dublin, Glasgow, Kopenhagen, London, Rom und St. Petersburg gespielt wird.

Eröffnung in Rom – Finale in Wembley

Das Eröffnungsspiel zwischen Italien und der Türkei am 11. Juni des kommenden Jahres  wird im Olympiastadion von Rom angepfiffen. Danach sieht der Spielplan des Turniers bis zum 23. Juni weitere Vorrunden-Begegnungen vor. Anschließend beginnt am 26. Juni die K.O.-Phase mit den Achtelfinal-Partien.

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Der neue Europameister wird im Endspiel am 11. Juli  im Londoner Wembley-Stadion gekürt. Als Titelverteidiger geht Portugal ins Rennen. Die Südeuropäer bezwangen im Finale der EM 2016 Gastgeber Frankreich durch ein Tor des eingewechselten Éder mit 1:0 nach Verlängerung.

Qualifikation über Nations League

Neu war bei der Euro 2020 übrigens auch der Qualifikations-Modus: Vier der 24 Teilnehmer konnten ihr Ticket über die Play-Offs der neu gegründeten Nations-League ergattern. Nachdem die Play-Off-Begegnungen zum Ursprungstermin im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie nicht über die Bühne gehen konnten, wurden sie mittlerweile Mitte November nachgeholt.

 Dabei gab es wie so oft in solchen Begegnungen reichlich Drama: Ungarn lag in seiner Partie gegen Island lange mit 0:1 hinten, ehe Loïc Négo und Dominik Szoboszlai für die Gastgeber trafen – und den Magyaren damit das Tor zur EM aufstießen. Dort wartet auf den Außenseiter aber eine echte Hammer-Gruppe: Die Osteuropäer bekommen es in der Vorrunde mit Frankreich, Portugal und Deutschland zu tun.

Nordmazedonien erstmals dabei

Großen Jubel gab es auch in Nordmazedonien: Goran Pandev erzielte das Siegtor beim 1:0-Erfolg des Teams in Georgien, wodurch das kleine Binnenland mit nur etwas mehr als zwei Millionen Einwohnern erstmals überhaupt in seiner Geschichte bei einem großen Turnier dabei ist.

Michal Ďuriš war derweil der Held der Slowakei in den Play-Offs: Im Auswärtsspiel in Nordirland erzielte Ďuriš in der Verlängerung das 2:1-Siegtor für seine Mannschaft, die damit zum zweiten Mal in Folge bei einer Europameisterschaft dabei ist.

Noch dramatischer war die Partie in Serbien. Dort retteten sich die Gastgeber in der Nachspielzeit mit dem 1:1-Ausgleichstor gegen Schottland in die Verlängerung. Da diese torlos blieb, musste das Elfmeterschießen entscheiden. Hier hatten die Schotten die besseren Nerven, wodurch das Team von der Insel erstmals seit 1996 wieder bei einer EM dabei ist.

Buchmacher haben drei Favoriten

Bei den Buchmachern wird einem Trio die besten Chancen auf den EM-Titel eingeräumt. Diesem gehört wenig überraschend der amtierende Weltmeister Frankreich an. Daneben werden dessen Nachbarland Belgien – sowie etwas überraschend England die besten Karten auf den Titelgewinn eingeräumt. Setzen Fußballfans auf einen Erfolg eines dieser drei Länder erhalten sie – je nach Wettanbieter - eine Quote zwischen sechs und sieben. Doch wie sind die großen Favoriten und ihre Stars etwas mehr als ein halbes Jahr vor Turnierbeginn in Form?

Frankreich siegt munter weiter

Frankreich war nach dem Triumph bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland auch in der EM-Qualifikation nicht aufzuhalten. Mit acht Siegen, einem Unentschieden und nur einer einzigen Niederlage belegte das Team von Trainer Didier Deschamps Rang eins.

Trotz dieser herausragenden Bilanz musste die „Equipe tricolore“ aber ein wenig um den Gruppensieg zittern. Diesen machten Super-Star Kylian Mbappé und Co. Erst am letzten Spieltag durch einen 2:0-Sieg in Albanien perfekt. Im Falle eines Unentschieden hätte sich der Weltmeister mit Rang zwei – hinter der dann punktgleichen Türkei – begnügen müssen. Aber auch dies hätte zur Qualifikation gereicht. Die Türkei erwies sich in der Qualifikation als „Frankreich-Schreck“. Das Hinspiel am Bosporus gewannen die Türken mit 2:0, im Rückspiel holten sie im Pariser Stade de France ein 1:1.

Marktwert von über einer Milliarde

Ohne Niederlage blieben „Les Bleus“ dagegen in der Nations League: Hier qualifizierte sich das Deschamps-Team souverän mit fünf Siegen und einem Unentschieden vor EM-Gruppengegner Portugal für die Endrunde.

Mit Frankreich wird also auch bei der Euro zu rechnen sein. Denn Spieler wie Mbappé von Paris St. Germain, Antoine Griezmann vom FC Barcelona, Paul Bogba von Manchester United sorgen für eine unfassbar hohe Qualität im Kader. Nach Medien-Schätzungen hat der Gesamtkader der französischen Nationalmannschaft einen Marktwert von knapp über einer Milliarde Euro.

„Three Lions“ sind noch wertvoller

Noch höher (1,36 Milliarden) wird der Gesamt-Marktwert des englischen Nationalteams taxiert – und das obwohl die „Three Lions“, wie das Team auch genannt wird, in der Fifa-Weltrangliste zwei Plätze hinter den Franzosen liegt.

Spannend wird bei den Briten die Frage sein, wie gut die mega-starken Nachwuchstalente bei der Europameisterschaft einschlagen werden. Zu diesen gehören der 20-jährige Jadon Sancho von Borussia Dortmund, der 23-Jährige Raheem Sterling von Manchester City oder der ein Jahr jüngere Trent-Alexander Arnold vom FC Liverpool, der momentan allerdings gerade mit einer Wadenverletzung außer Gefecht ist.

Interessant zu sehen wird zudem, wie Harry Kane bei den Titelkämpfen in Form ist: Der 27-jährige Top-Stürmer von Tottenham Hotspur aus der Premier League war zuletzt der Erfolgsgarant für die Briten: Mit zwölf Treffern und fünf Vorlagen wurde er Top-Scorer der EM-Quali vor dem Israeli Eran Zahavi und Superstar Cristiano Ronaldo, vom italienischen Serienmeister Juventus Turin.

Die Länderspiele nach der Sommerpause in diesem Jahr verliefen für die „Three Lions“ allerdings etwas holprig. In seiner Nations League Gruppe wurde das Team nur Dritter hinter den punktgleichen Dänen und dem souveränen Gruppensieger Belgien – womit wir beim dritten EM-Topfavoriten wären.

Kleines Land, großer Fußball

Obwohl das Königreich Belgien nur knapp 11,5 Millionen Einwohner hat, mischt die Nationalmannschaft des Landes seit mehreren Jahren ganz vorne mit im Konzert der Großen. In der Fifa-Weltrangliste steht das Team auf dem ersten Platz, bei der WM 2018 wurde die von Roberto Martínez Montoliú trainierte Mannschaft Dritter. Das war nicht der erste große Erfolg für das aus den Regionen Flandern und Wallonien bestehende Land: Vor 40 Jahren wurde Belgien Vize-Europameister. Bei der EM 1986 verloren die Westeuropäer erst im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Argentinien.

Die aktuellen Stars des WM-Dritten sind Kevin de Bruyne von Manchester City, Romelu Lukaku von Inter Mailand oder Torhüter Thibaut Courtois von Real Madrid. Das Einzelkönner alleine aber noch längst nicht der Garant für das beste Team sind, das beweist der Blick auf den Marktwert: Der ist bei der belgischen Nationalmannschaft mit knapp 650 Millionen Euro noch nicht einmal halb so hoch wie bei England. Trotzdem ließ die Martinez-Elf die Briten sowohl in der Nations League wie auch in der Weltrangliste hinter sich. Dazu passt, dass Belgien auch bei der WM 2018 das Spiel um Platz drei gegen die „Three Lions“ gewann.


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