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Wunder gibt es immer wieder, auch im Fußball.

Während lange Zeit als Stützen der 1. Bundesliga geltende Vereine sich mittlerweile in der 2. Liga tummeln, die so stark wie nie zuvor ist, haben sich mit dem VfL Bochum und der SpVGG Greuther Fürth zwei Clubs in das Oberhaus vorgekämpft, mit denen lange Zeit niemand gerechnet hatte.

Zwar gelten die beiden Aufsteiger in der kommenden Saison als absolute Außenseiter, während der deutsche Rekordmeister Bayern München, der seit 2012/2013 ununterbrochen den Titel hält, bei den Wetten bereits Wochen vor dem Saisonauftakt weiterhin unangefochtener Favorit ist. Weit abgeschlagen dahinter werden momentan Borussia Dortmund und RB Leipzig als potenzielle Anwärter auf den Meistertitel eingestuft.

Doch die vergangene Saison hat zur Genüge gezeigt, dass die Aufsteiger nicht unterschätzt werden sollten, wenn es um ihre Chancen geht, sich im Oberhaus zu halten. Der VfL Bochum, der seit 2010 in der Zweitklassigkeit gespielt hat, will seinen Fans beweisen, dass er das Zeug hat, weiterhin zuverlässig zu punkten. Der Club, der unter der Führung von Coach Thomas Reis seit 2019 zielstrebig auf den Aufstieg hingearbeitet hatte und in der vergangenen Saison nie tiefer als bis auf Platz sechs in der 2. Bundesliga gefallen war, hat allen Grund zur Zuversicht, auch wenn Bochum deshalb noch lange keine großen Rosinen im Kopf hat.

Das realistische Einschätzen der eigenen Fähigkeiten, ohne sich aufgrund einer Siegesserie für unbezwingbar zu halten, ist eine der psychologischen Stärken des VfL Bochum. Bescheidenheit statt Größenwahn steht auch weiterhin an bei dem Traditionsverein, der mit einem Gesamtmarktwert von knapp über 30 Millionen Euro im Oberhaus ankommt. Das entspricht ungefähr dem derzeitigen Marktwert von Bayern-Star und Nationalspieler Thomas Müller allein.

Auch bei den Zugängen hat Bochum sich deshalb bescheiden gezeigt. Bei den Neuverpflichtungen handelt es sich überwiegend um Zweit- und Drittligisten wie Linksaußen Christoper Antwi-Adjei, Torwart Michael Esser und Mittelfeldspieler Patrick Osterhage.

Als einziger Erstligist ist Mittelfeldspieler Eduard Löwen neu im Bochumer Kader. Er wird für ein Jahr von Hertha BSC an den Aufsteiger ausgeliehen.

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Noch viel weniger als die Bochum-Fans war die Spielvereinigung Greuther Fürth im vergangenen Sommer auf den Aufstieg vorbereitet. Ein einziges Mal, nämlich 2012, war ihnen der Sprung ins Oberhaus geglückt, wo sie zum Saisonende prompt als Tabellenletzter wieder abstiegen. Mit dieser Ausnahme waren sie seit 1997/1998 ausschließlich in der 2. Bundesliga aktiv, obwohl sie im Laufe der Vereinsgeschichte sogar bis in die fünfte Liga abgerutscht waren.

Mit dementsprechend viel Unglauben und Begeisterung wurde das Greuther Fußballmärchen gefeiert. Zum Auftakt der Saison hatte sich der Club mit einem Unentschieden gegen den FfL Osnabrück auf den 2. Tabellenplatz geschoben, nur um bereits am fünften Spieltag mit einer Niederage und einem Unentschieden auf Platz 16 in der Tabelle abzurutschen. Doch fünf Siege in Folge machten das wieder wett, und zur Überraschung aller schob sich die Spielvereinigung bis an die Tabellenspitze vor. Danach rutschten sie zwar immer wieder etwas ab, aber nie so weit, dass sie den Traum vom Aufstieg aufgegeben hätten. Am Saisonende war es dann soweit. Die Greuther Fürth, die mit einem Spieleretat von 8,5 Millionen Euro im Bundesligaverhältnis kaum mehr als ein Taschengeld zur Verfügung hatte, verwies deutlich reichere Vereine wie das einstige Bundesligaschwergewicht HSV in die Schranken und sicherte sich am 34. Spieltag mit einem Sieg über Fortuna Düsseldorf den Aufstieg.

Rasen

Zu verdanken hat der Club, der mit einem Gesamtmarktwert von nicht einmal 25 Millionen Euro sogar den VfL Bochum reich aussehen lässt, unter anderem Spielern wie Stürmer Branimir Hrgota. Mit 16 Toren und 9 Vorlagen zählte er zu den verlässlichsten Kickern der 2. Bundesliga. Allerdings sollen bereits einige andere, finanzstarke Vereine an dem Stürmer interessiert sein.

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Fest steht bereits, dass die Greuther Fürth in der 1. Bundesliga auf die Dienste von David Raum verzichten muss. Der Verteidiger, der als einer der besten Abwehrspieler der 2. Bundesliga galt, hat bei der TSG Hoffenheim unterschrieben.

Ein besonderes Augenmerk wird auf Mittelstürmer Dickson Abiama gelegt. Der als „Joker“ eingestufte 22-Jährige hat mit 7 Toren und 2 Assists Aufmerksamkeit erregt. Abiama, der als viertbester Torschütze des Vereins eines der herausragenden Talente des Clubs ist, hat gerade erst seinen im Juni ausgelaufenen Vertrag mit der SpVGG um drei Jahre verlängert.

Ohne viel Geld für Neueinkäufe wird sich an den bestehenden Kadern der Aufsteiger nicht allzuviel ändern. Das bedeutet jedoch auch, dass Trainer Stefan Leitl genau wie sein Bochumer Kollege Thomas Reis mit einem aufeinander eingespielten Kader antritt.

Beide Vereine bestreiten ihr Auftaktspiel am 14. August. Die Bochumer reisen zum Auswärtsspiel in die Volkswagen Arena in Wolfsburg, während die Kicker der Greuther Fürth es ebenfalls als Auswärtsmannschaft mit dem VfB Stuttgart zu tun bekommen. Stuttgart hatte die vergangene Saison als Neunter der Tabelle beendet, während Wolfsburg zum Schluss auf dem vierten Platz lag.

Doch wie beide Aufsteiger hinlänglich bewiesen haben, besitzen sie die Nervenstärke, sich selbst gegen etablierte Schwergewichte zu behaupten, beziehungsweise mit Niederlagen umzugehen, ohne dass sie ihr Selbstvertrauen verlieren. Egal, wie die kommende Saison für sie endet, Fans und Vereine werden ihr Fußballmärchen so weit wie möglich in vollen Zügen auskosten, ob es nun für 34 Spieltage oder deutlich länger anhalten mag.


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