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Östliche Plattigspitze – Klettertour über den einsamen Ostgrat
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Beschreibung
Wer eine ruhige, abwechslungsreiche Gratkletterei sucht, ist am Ostgrat der Plattigspitze goldrichtig.
Der Ostgrat der Östlichen Plattigspitze (2.548 m) ist ein echter Geheimtipp für Kletterfreunde, die nicht auf überlaufenen Routen unterwegs sein möchten. Laut Gipfelbuch verirren sich hier nur selten Seilschaften her – beste Voraussetzungen also für ein stilles Bergerlebnis abseits der Massen. Die Tour bietet durchgehend Felskletterei im zweiten bis maximal dritten Schwierigkeitsgrad und eine beeindruckende Aussicht auf die wilde Landschaft der Lechtaler Alpen.
Die Plattigspitze besteht übrigens aus zwei Gipfeln: der östlichen (2.548 m) und der westlichen (2.558 m). Obwohl die Westliche Plattigspitze ein paar Meter höher ist, bietet der Ostgrat auf den östlichen Gipfel die deutlich attraktivere Route. Der Fels ist meist fest, der Grat ausgesetzt, aber nie extrem – genau das Richtige für alle, die sich eine leichte bis moderate Gratkletterei wünschen.
Spannend ist auch die geologische Struktur des Berges: Der Plattigspitz-Grat besteht größtenteils aus Hauptdolomit – griffig, kantig und in den Morgenstunden wunderbar sonnenbeschienen. Ein perfektes Terrain für eine klassische Alpinkletterei.
In Summe ist die Tour rund 14 km lang, mit etwas mehr als 1.200 Höhenmetern. Der reine Kletterabschnitt besteht aus knapp 500 Höhenmetern, wofür bei guten Bedingungen etwa 2,5 Stunden eingeplant werden sollen.
Route für die Bergtour auf die Östliche Plattigspitze
- Start ist am Parkplatz Hanauer Hütte, südlich von Boden (Gemeinde Pfafflar).
- Die ersten 3 Kilometer führen gemütlich über eine Forststraße bis zur Materialseilbahn der Hanauer Hütte – bis hierhin darf das Mountainbike zum Einsatz kommen.
- Ab der Seilbahn geht’s zu Fuß weiter, auf einem gut ausgebauten Wanderweg in Richtung Hanauer Hütte.
- Etwa auf halber Strecke kann man die Hauptroute verlassen und über einen Klettersteig aufsteigen. Zwei Varianten stehen zur Wahl: Eine B/C-Variante (ideal zum Aufwärmen) oder die sportlichere D-Route mit luftiger Seilbrücke. Der Grat ruft – aber erst mal bitte die Klettersteig-Taufe überstehen.
- Kaum ist der Klettersteig geschafft, ist auch schon die Hanauer Hütte erreicht – der perfekte Ort für eine kleine Stärkung (und einen letzten Kaffee, falls nötig).
- Von hier aus folgt ein kurzer Abstecher Richtung Südwesten zum Klettergarten, dort rechts abzweigen und weglos dem Einstieg des Ostgrates zusteuern. Orientierungssinn oder GPS helfen hier enorm.
- Der Grat beginnt mit einem Aufstieg im Grasgelände, dann kommt die erste Seillänge – Schwierigkeitsgrad 1+, fast schon zum Warmlaufen. Wer möchte, geht seilfrei los.
- Nun folgt der eigentliche Leckerbissen: sieben Seillängen im Schwierigkeitsgrad 2 bis maximal 3. Genuss pur, sofern man solide Klettertechnik mitbringt. Die Route ist zwar nicht übermäßig abgesichert, aber es gibt immer nach Hälfte der Seillänge einen Bohrhaken zur Zwischensicherung – ganz ohne Sportkletterhallenfeeling.
- Die neunte Seillänge im leichteren Gelände (Schwierigkeit 2) lässt sich wieder seilfrei gehen. Dann erreicht man eine kleine Wiese mit markantem Felsblock – ein idealer Rastpunkt. Wer es eilig hat, kann hier über eine steile Grasrinne absteigen.
- Wer noch Energie hat, geht weiter über das Schlussstück im anspruchsvollen Gehgelände (Stellen 1–2) bis zum Gipfel der Östlichen Plattigspitze. Die Aussicht? Postkartenreif!
- Der Abstieg erfolgt in südlicher Richtung über steile Grasflanken und loses Geröll zurück Richtung Hanauer Hütte. Trittsicherheit ist hier gefragt – und vielleicht ein inneres Mantra wie: „Ich liebe Gras. Ich liebe Gras. Ich liebe… aua!“
Wer überlegt, zur Westlichen Plattigspitze weiterzugehen: Die zehn Extrameter Höhenunterschied lohnen kaum. Der Übergang ist brüchig und wenig lohnend – also lieber das Gipfelpanorama genießen und wieder auf bekanntem Pfad absteigen.
Streckenplan:
Schwierigkeit der Bergtour
Für trittsichere und erfahrene Bergsteiger ist der Ostgrat eine echte Genusstour – technisch überschaubar, aber landschaftlich beeindruckend. Die Kletterei bleibt stets unter dem dritten Schwierigkeitsgrad, was den Grat zur perfekten Mischung aus Herausforderung und Spaß macht.
Empfohlene Ausrüstung
Eine vollständige Kletterausrüstung gehört ins Gepäck – inklusive Bandschlingen zur Zwischensicherung. Auf jeder Seillänge befindet sich etwa nach der Hälfte ein Bohrhaken. Weitere künstliche Sicherungen sind nicht vorhanden. Aufgrund des eher niedrigen Schwierigkeitsgrads sind Klemmkeile oder Friends nicht erforderlich.
Ein Helm ist – na ja – Geschmackssache. Im Frühling, wenn man völlig alleine unterwegs ist, kann man ihn sich theoretisch sparen. Im Sommer, wenn die Hütte brummt wie ein Bienenstock, sollte er aber definitiv dabei sein.
Zusätzlich gehört wie immer genügend Verpflegung, Wasser und Sonnenschutz ins Gepäck – niemand möchte als gegrillter Klettermaxe enden.
Beste Jahreszeit
Ideal ist die Tour zwischen Juli und Oktober. In dieser Zeit ist der Grat meist schneefrei. Wer früher unterwegs ist, sollte mit Restschnee rechnen – was den Spaßfaktor auf schmalem Grat durchaus trüben kann.
Im Frühling benötigt man bei Schnee Eispickel und Steigeisen.
Anreise und Parken
Die Anfahrt erfolgt entweder von Imst über das Hahntennjoch nach Boden. Dort befindet sich südlich der Ortschaft ein kostenfreier Parkplatz. Es gibt eine Spendenbox – ein paar Euro zur Erhaltung des Parkplatzes sind gut investiert.
Alternativ erreicht man Boden auch über das Bschlabertal von Westen kommend.
Wer umweltbewusst mit dem Bus anreisen möchte: Grundsätzlich möglich, aber aufgrund seltener Verbindungen nur für sehr geduldige Abenteurer empfehlenswert.
Alle Informationen: Plattigspitze Ostgrat
- Abschnitte durch Wälder
- Als Zweitagestour mit Hüttenübernachtung möglich
- Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Talort möglich
- Bike & Hike
- Einkehrmöglichkeit(en) entlang der Route
- Felskontakt entlang der Route
- Helm zu empfehlen
- Kostenlos Parken
- Schotter-Passagen
- Sehr ruhige Bergtour
- Seilsicherung erforderlich
Route (GPX-Strecke): Plattigspitze Ostgrat
Hotel oder Unterkunft in Pfafflar
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