Man kann maximal 3-4 Marathons im Jahr auf Zeitverbesserung laufen, aber so würde ich mein Ziel zeitnah nicht erreichen.
Das Motto muss sein: sammeln, sammeln, sammeln .. Nach meiner Pensionierung im Dezember 2023 startete ich das Unternehmen 300er. Es fehlten ja „nur“ mehr 60 Marathons. Jetzt sollte ich als Rentner ausreichend Zeit für die Marathonreisen haben.
Wie alles begann: Start der Challenge im Jänner 2024
Im Jahr 2024 finishte ich 36 Marathons mit folgenden Höhepunkten: Eine 10 in 10 Serie in Walton, England, den Lichtenstein Bergmarathon plus zwei neue Länder den Podgorica Marathon in Montenegro und den Belgrad Marathon in Serbien zählbar für den World-Marathon-Country-Club, wo ich aktuell mit 44 Marathons angeschrieben bin. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, beim Wien Marathon 2025 den 300er zu erreichen. Leider warfen mich körperliche Einschränkungen wie ISG-Blockaden und ein Leistenbruch zurück. Ein erfolgreicher Kuraufenthalt im Februar 2025 hat mich wieder auf die Laufstrecke zurückgebracht. So startete ich im März 2025 mit der Fortsetzung der Challenge 300.

Das Ultimative Ziel für Marathonsammler ist die Japanliste
Zu Beginn des Jahres 2025 fehlten mir noch 23 Marathons auf mein ultimatives Laufziel, den 300sten Marathon zu finishen und damit Aufnahme in die Weltrangliste der Marathon- und Ultraläufer zu finden. Dieses vom 100 Marathon Club Japan erstelltes Ranking listet weltweit alle Läufer auf, die über 300 Marathons plus Ultras gefinisht haben: https://drive.google.com/file/d/1hLZNnwTMfGTmwygSeH7acIV6jUPUPvcd/view
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Angeführt wird diese sogenannte Japanliste vom deutschen Marathonsammler Christian Hottas, einem Sportmediziner aus Hamburg, der das zuletzt veröffentlichte Ranking aus dem Jahr 2024 mit 3330 Marathons plus Ultras anführt. In diesem Ranking sind auch 6 Österreicher zu finden, angeführt von Gerhard Wally mit 750 gefinishten Marathons. Nächstes Jahr werden mindestens 3 Österreicher dazukommen und einer davon sollte ich sein.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen
Leider musste ich gleich den ersten Marathon im Jahr 2025 in Bologna absagen. Ein Schulterluxation als Folge eines kapitalen Sturzes am ersten Tag einer Schitourenwoche stoppte meine Challenge. Trotz REHA-Programm konnte ich meinen ersten Marathon im März im deutschen Bienwald finishen. Weitere Höhepunkte waren der Marathon in Limassol auf Zypern, mein 30. Jubiläumsfinish beim Wienmarathon, der landschaftlich unglaublich schöne Marathon in Bovec und die Möglichkeit, in San Marino (siehe Bericht) einen Marathon laufen zu können und damit einen weiteren Länderpunkt zu erhaschen.

Noch im August wusste ich nicht, wann ich das Ziel erreichen würde. Es war geplant, dass ich im August am Lago di Orta (eine klassische 10er Serie am wunderschönen Ortasee) mindestens 5 Marathon in 5 Tagen laufen würde. Ich bin kein Hitzeläufer. Mit Temperaturen weit über 30° C - an einem Tag wurde sogar 40°C gemessen – komme ich nicht zu recht. Aber immerhin schaffte ich es doch, 3 davon zu finishen. Mein Respekt gilt den mehr als 20 Läufer, die alle 10 Tage bei absoluter Hitze geschafft haben. Einer dieser Helden ist Werner Kroer Vizepräsident des 100 Marathon Club Austria. Er ist auch einer der letzten beiden als Senatoren geadelte Läufer, die alle 11 Serien seit 2014 insgesamt 110 Marathons am Lago di Orta gefinisht haben.

Der goldene September
Ursprünglich hätte ich Ende September einen weiteren Länderpunkt in Chisinau (Moldavien) holen sollen. Der Marathon wurde aber kurzfristig auf Grund der Parlamentswahlen um 2 Wochen vorverlegt. Ich musste mich entscheiden ob San Marino oder Chisinau. Das Ergebnis ist bekannt. Aber durch diese Verschiebung hat sich für mich eine neue Option ergeben. Die Lauftage in Tulln mit der Möglichkeit von 3 Marathon in 3 Tagen. Es waren ja nur mehr 5 Marathons offen. Ich musste im September noch 2 oder 3 Marathons organisieren. Ein Laufbericht von Herbert Orlinger hat mich auf den Bovec Marathon gebracht. Ein wunderschöner Landschaftslauf entlang des Isonzo. Die Höhenmeter machten mir zu schaffen. Letztendlich hat mich der Besenwagen ins Ziel gerettet. Der San Marino Lauf am 2. Septemberwochenende wurde schon beschrieben (siehe Laufbericht). Jetzt entweder noch ein Marathon vor Tulln oder die gesamte 3er Serie in Tulln, das war die Frage. Mein Laufkumpel Herbert Orlinger hat mich auf den Pleinfeld Marathon aufmerksam gemacht. Ein wunderschöner Landschaftsmarathon rund um den Brombachsee, den ich eine Woche vor Tulln finishte.
Grandioses Finale im Aubad Tulln
Das Ultralaufteam Tulln war bisher bekannt für die Organisation und Durchführung von Ultras wie 24/12/6 Stundenläufe oder 100 Kilometer/Meilen. Seit letztem Jahr sind sie auch Marathonveranstalter und das sehr erfolgreich, was die Anzahl der gemeldeten Teilnehmer betrifft. Besonders die familiäre Atmosphäre und die 1,266 lange Laufrunde (33 Runden für den Marathon) um den idyllischen Badeteich hat auch viele 100 Marathon Club Austria Kollegen angelockt. Daher habe ich entschieden, dass ich am ersten Tag meinem 299sten und am dritten Tag zum Abschluss der Lauftage meinen 300sten laufen werde. Der 299er war zwar für mich kein Genuss, habe ich aktuell wieder Wirbel- und Hüftprobleme. Mit letzter Kraft konnte ich mich ins Ziel retten. Nur 3 Läufer wurden nach mir gewertet. Jetzt hatte ich einen Tag Zeit für die Regeneration und für das Laden meiner Batterien. Am Sonntag, dem 28. September war es dann so weit. Meine Frau hat tage- und nächtelang an einer Jubiläumstorte gearbeitet.

Ich durfte also nicht scheitern. Der Start um 08:00 Uhr früh bei noch kühlen Temperaturen fühlte sich gut an. Das Wetter wurde immer besser. „Die Sonne scheint nur für mich“, habe ich mich gefreut. Auf der Strecke hatte ich großartige Unterstützung von allen Läufern, die mich bei den zahlreichen Überrundungen mit Anfeuerungsrufen und der Aussicht auf Kuchen und Sekt gepusht haben. Ziemlich genau um 13:00 Uhr war es dann so weit. Ich finishte überglücklich sektkorkenknallend meinen 300sten Marathon. Die Bilder von der anschließenden After Race Party sprechen für sich. Ich bin damit aktuell auf dem 6. Platz in der österreichischen Marathonsammlerstatistik (ohne Ultras).

In Zukunft werde ich mich vermehrt auf das Ländersammeln konzentrieren. Das 45. Land wartet schon, am 19. Oktober in Tirana, Albanien. Davor steht noch der Graz Marathon am Programm.
Österreichs Sammlerliste (lt. Statistik von Marathon Austria)
Platz 1: Gerhard Wally 771
Platz 2: Anton Reiter 480
Platz 3: Karl-Alfred Erber 390
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