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Prost – Red Bull kann auf die Verpflichtung Klopps anstoßen
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Jürgen Klopps umstrittene Rolle bei Red Bull: Vision oder Verrat?

Seitdem Jürgen Klopp sein Amt als „Global Head of Soccer“ bei Red Bull am 1. Januar 2025 angetreten hat, steht der Welttrainer im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte.

Die einen sehen den Wechsel als logischen nächsten Schritt für den charismatischen Deutschen, der bereits bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool für Furore sorgte. Andere kritisieren den Schritt scharf und fragen sich, ob Klopp damit seine bisherigen Prinzipien verrät – schließlich gelten die Red-Bull-Klubs für viele Fans als Symbol des modernen Kommerzfußballs. Wie genau sieht seine Rolle aus und was bedeutet sie für die Vereine in Österreich und Deutschland?

Was macht der „Global Head of Soccer“?

In seiner neuen Position verantwortet Jürgen Klopp das gesamte internationale Red-Bull-Fußballnetzwerk. Dazu gehören nicht nur RB Leipzig in der deutschen Bundesliga und Red Bull Salzburg in Österreich, sondern auch weitere Teams in anderen Teilen der Welt. Im Kern soll Klopp:

  • Spielphilosophie entwickeln: Gemeinsam mit den sportlich Verantwortlichen eine übergeordnete Strategie festlegen und weiterführen, die den „Red-Bull-Stil“ prägt.
  • Talente scouten und fördern: Klopp setzt seit jeher auf junge Spieler. Künftig will er sein Know-how auf mehrere Vereine gleichzeitig anwenden, indem er Talente im Netzwerk erkennt und gezielt weiterentwickelt.
  • Trainer und Stab beraten: Er wird nicht selbst im Tagesgeschäft an der Seitenlinie stehen, sondern Trainern und Funktionären bei ihrer Arbeit beratend zur Seite stehen.
  • Von anderen Sportarten lernen: Red Bull ist in verschiedenen Disziplinen aktiv. Klopp möchte laut eigener Aussage von Weltstars wie dem F1-Champion Max Verstappen lernen, wie man Höchstleistungen auf konstant hohem Niveau abrufen kann.

Der kritische Blick aus Deutschland

Nicht nur in seiner Geburtsstadt Stuttgart oder bei Ex-Klub Borussia Dortmund wurde Klopps Wechsel zu Red Bull kontrovers diskutiert – auch in Mainz, wo er als Spieler und Trainer Kultstatus genießt, hagelte es Kritik. Viele Fans hätten ihn lieber in einem traditionellen Umfeld gesehen.

Zusätzlichen Zündstoff liefert die Tatsache, dass RB Leipzig schon seit Jahren eine Reizfigur in der deutschen Fußballlandschaft darstellt. Mit dem rasanten Aufstieg und erheblichen Finanzmitteln von Red Bull im Rücken sorgte der Klub für hitzige Debatten zwischen Traditionalisten und Befürwortern neuer Konzepte. Dass nun ausgerechnet Klopp, der einst beim BVB ein familiäres Team um sich schmiedete und in Liverpool zur Legende aufstieg, sich diesem Konstrukt anschließt, verwundert und enttäuscht manche Anhänger.

Trotzdem bleibt Klopp ein gefragter Mann. Er gewann mit Liverpool die Champions League, die Premier League und räumte in seiner Laufbahn viele Titel ab. Sein Erfolgsrezept aus Emotionalität, Intensität und klarer Struktur gilt als wegweisend für die moderne Fußball-Philosophie. Auch in Deutschland in der Bundesliga und beim DFB-Pokal in Deutschland hat Klopp immer wieder große Fußspuren hinterlassen. Mit den Liga- und DFB-Pokal-Wettquoten auf seiner Seite konnte er mit Dortmund 2021 sogar das Double holen und den Rekordmeister Bayern in beiden Turnieren hinter sich lassen.

Fokus auf Österreich: Red Bull Salzburg & Co.

Besonders interessant ist Klopps Rolle für den österreichischen Teil des Red-Bull-Imperiums. Red Bull Salzburg hat in der heimischen Bundesliga in den letzten Jahren Serienmeisterschaften gefeiert und zudem junge, talentierte Spieler wie Erling Haaland, Dominik Szoboszlai oder Sadio Mané hervorgebracht.

Salzburg ist bekannt für sein modernes Scouting und Talententwicklungsprogramm. Klopp möchte dieses Modell weiter stärken und noch internationaler aufstellen. Seit Jahren wechseln zudem Spieler zwischen Salzburg und Leipzig. Künftig wird Klopp diese Schnittstelle noch intensiver ausbauen und den internationalen Transferfluss steuern. In der österreichischen Liga ist RB Salzburg sportlich etabliert, doch auch dort stößt das Projekt Red Bull mitunter auf Skepsis. Klopp wird beweisen müssen, dass er nicht nur Titelambitionen verfolgt, sondern den Fußball nachhaltig entwickeln will.

Klopp bei Red Bull: Zwischen Vision und Gegenwind

Obwohl die Rolle laut Klopp ein „logischer nächster Schritt“ ist, gerät er immer wieder in die Schlagzeilen. Zuletzt wollte er sich beim „Ball des Sports“ in Frankfurt lieber auf das Charity-Event konzentrieren, statt über seine neue Position zu sprechen. Laut Beobachtern zeigt das, wie sensibel das Thema ist – es hagelt eben nicht nur Lob, sondern auch deutliche Kritik.

Trotz des Gegenwinds steht Klopp jedoch fest zu seiner Entscheidung. Red-Bull-CEO Oliver Mintzlaff bezeichnete den Deal sogar als „bedeutendste Ernennung in der Geschichte von Red Bulls Engagement im Fußball“. Schließlich zählte auch der Abschied Klopps aus Liverpool zu den größten Sport-Schlagzeilen 2024. Klopp selbst scheint überzeugt, in dieser übergreifenden Funktion mehr Zeit und Freiraum zu haben, um Großes zu bewegen, anstatt sich wie früher alle paar Tage einem Pflichtspielmarathon stellen zu müssen.

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