Wenn Marathon nicht nur Sport, sondern nationales Schauspiel ist
Der Countdown läuft, und der Puls der Hauptstadt steigt: Am 21. September 2025 verwandelt sich Berlin in eine 42,195 Kilometer lange Bühne für den großen Auftritt der Marathonelite. Der Berlin Marathon steht vor der Tür – und bringt ein deutsches Aufgebot mit, das einem Krimi gleicht.
Was früher nur Randnotiz war, ist heute Politikum mit Laufschuhen: Wer wird Deutschlands schnellster Asphalt-Akrobat im Schatten des Brandenburger Tors? Wer kassiert die Lorbeeren, und wer stolpert über den eigenen Anspruch?
Nationalmannschaft mit Startnummer: Die Herrenrunde macht ernst
Vorhang auf für Sebastian Hendel. Vor einem Jahr lief er in Berlin nicht nur unter dem Radar, sondern gleich an allen Favoriten vorbei – 2:07:33, fünftschnellster Deutscher ever. Jetzt ist er zurück. Mit neuem Trikot (Marathon Team Berlin), aber derselben Mission: der Schnellste sein.
Und da wartet schon der nächste Herausforderer im Starterfeld: Hendrik Pfeiffer, Düsseldorf Athletics, bringt mit 2:07:14 einen Hammer-Bestwert mit. Letztes Jahr war’s eine 2:08:20 – solide, aber nicht golden. In diesem Jahr könnte der 32-Jährige wieder einen rausknallen. Sein Ziel: die eigene Bestzeit pulverisieren. Keine leichte Aufgabe, aber wer bei km 35 noch lächelt, hat Reserven oder einen Schatten.
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Johannes Motschmann – ebenfalls Marathon Team Berlin – hat sich 2025 eine Sub-2:10 auf die Stirn geschrieben. Realistisch? Vielleicht. Ambitioniert? Auf jeden Fall. Und Haftom Welday (TB Hamburg Eilbeck) darf man nie abschreiben. Der Mann hat sich 2022 in Berlin mal eben um fünf Minuten verbessert. Leider wurde sein 2024er-Comeback ein Drama ohne Happy End: Aufgabe. Dieses Jahr? Revanche mit Ansage.
Damen mit Durchblick und Dampf
Domenika Mayer, LG Telis Finanz Regensburg, ist die Grande Dame des deutschen Marathons. In Berlin 2023 mit 2:23:47 zu Olympia, in Paris beste Deutsche. Die Frau kennt die Strecke wie ihre Westentasche – und will mehr. Persönliche Bestzeit? Wäre fast schon Pflicht.

Die Schöneborn-Zwillinge gehen doppelt ins Rennen. Deborah Schöneborn kämpfte sich nach Fuß-Drama zurück, Hannover zeigte mit Platz drei (2:29:30), dass sie wieder im Spiel ist. Schwester Rabea Schöneborn hingegen hat ein Konto bei der Bank des Verletzungspechs – mit Zinsen. Doch wer sie kennt, weiß: aufgeben ist nicht ihr Ding.
Und dann wäre da noch Fabienne Königstein. MTG Mannheim. Name wie eine Uhr, läuft wie ein Traktor auf Koffein. Vierter Platz in Wien dieses Frühjahr – sie ist bereit, in Berlin ihre 2:25:48 zu zerlegen. Gesundheit vorausgesetzt.

Sponsoren-Karussell
Auch abseits der Laufstrecke ist Bewegung im Spiel: Neue Sponsoren wie Revolut springen auf den fahrenden Zug auf. „Der Berlin Marathon ist ein weltweit bekanntes Event mit tiefer lokaler Bedeutung – genau die Art von Plattform, auf der wir präsent sein möchten.“ sagt Wiktor Stopa, Head of Growth Western Europe bei Revolut. Der Finanzriese wittert hier sportliches und wirtschaftliches Potenzial.
Shokz wechselt in die VIP-Lounge der Co-Sponsoren, während Biotherm und Samsung neu an Bord sind. Und Blackroll? Die rollen ihre Partnerschaft einfach weiter aus. Es scheint: Wer beim Berlin Marathon nicht dabei ist, hat was verpasst.
Für Christian Jost, Geschäftsführer von SCC EVENTS, ist das alles ein Zeichen: „Wir freuen uns sehr, dass wir sowohl neue starke Partner gewinnen konnten als auch bestehende Partnerschaften erfolgreich verlängern durften.“ Und weiter: „Der Berlin Marathon ist nicht nur ein sportliches Großereignis, sondern auch Impulsgeber für gemeinsames Engagement und Wertevermittlung.“
Bleibt die Frage: Wird Hendel Hendrik hetzen? Springt Mayer über sich hinaus? Und wie viele Sekunden kostet ein zu später Schluck Iso? Der Berlin Marathon verspricht nationale Hochspannung mit globalem Takt – und Berlin wird wieder beben.

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