Der Tokio Marathon 2026 bot erneut ein beeindruckendes Kapitel im internationalen Laufsport, als die Straßen der japanischen Hauptstadt für zehntausende Marathon‑Starter zur Bühne wurden.
Der Tokyo Marathon am 1. März 2026 zog rund 38.500 Marathonläufer und weitere 500 Teilnehmer über die 10,7‑Kilometer‑Distanz an und bestätigte damit seinen Status als eines der größten Marathon‑Events weltweit. Der Lauf, Teil der World Marathon Majors, vereinte ambitionierte Top‑Athleten und engagierte Freizeitläufer auf einem Kurs durch Tokios lebendige Stadtlandschaft. Die Tage vor dem Rennen waren geprägt von der Marathon‑Expo und der letzten Startnummernausgabe im Tokyo Big Sight, wo die Atmosphäre schon stark auf den Renntag einstimmte.
Ein Lauf durch Tokios Herz
Der Tokio Marathon startete traditionell vor dem Tokyo Metropolitan Government Building in Nishi‑Shinjuku und führte die Teilnehmer auf einer 42,195‑Kilometer‑Route vorbei an vielen zentralen Stadtteilen und Sehenswürdigkeiten bis zur Zielgerade vor der Gyoko‑Dori Avenue nahe dem Tokyo Station. Die Strecke war überwiegend flach und bot gute Bedingungen für starke Leistungen, was auch den Ruf des Rennens als schnell gilt.
Begleitet von Zuschauern und internationalen Marathonfans bildeten Tokios Straßen eine lebendige Kulisse: moderne Wolkenkratzer, lebhafte Geschäftsstraßen und historische Orte wechselten sich ab und machten den Lauf zu einer beeindruckenden Stadterkundung.
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Kosgei deklassiert die Konkurrenz
Die Kenianerin Brigid Kosgei lieferte eine Vorstellung ab, die man getrost als Machtdemonstration bezeichnen kann. Mit einer Zeit von 2:14:29 Stunden sicherte sie sich nicht nur den Sieg, sondern pulverisierte auch den Streckenrekord sowie den japanischen All-comers-Rekord. Es war die siebtschnellste Zeit, die jemals von einer Frau über die 42,195 Kilometer gelaufen wurde. Kosgei, die diesen Titel bereits vor einigen Jahren einmal errang, verbesserte die alte Bestmarke von Sutume Asefa Kebede aus dem Vorjahr um weit mehr als eine Minute.
Dabei sah es lange Zeit nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Bis zur 30-Kilometer-Marke blieb Kebede hartnäckig an den Fersen der späteren Siegerin. Das Führungsgruppe beim Tokyo Marathon, zu dem zeitweise auch Bertukan Welde, Hawi Feysa, Aberu Ayana und Azmera Gebru gehörten, passierte die Halbmarathon-Marke in flotten 1:07:37 Stunden. Doch dann zündete Kosgei den Turbo. Zwischen Kilometer 30 und 35 riss sie eine Lücke von 22 Sekunden, die sie bis zum Ziel auf über zwei Minuten ausbaute.
Während Kosgei einsam an der Spitze ihre Kreise zog, kämpften die Verfolgerinnen um jeden Zentimeter Asphalt. Welde sicherte sich mit einer starken persönlichen Bestzeit von 2:16:36 den zweiten Rang. Dahinter spielte sich ein echtes Drama ab: Feysa fing Kebede auf den letzten Metern noch ab und schnappte ihr den Podiumsplatz weg. Beide wurden mit 2:17:39 gewertet. Megertu Alemu landete auf dem fünften Platz, während Ai Hosoda als beste Japanerin auf Rang zehn die Ehre der Gastgeber rettete.
Takele gelingt das Double
Bei den Männern ging es deutlich enger zu, was die Spannung für die Zuschauer an der Strecke ins Unermessliche steigerte. Der Äthiopier Tadese Takele bewies Nerven aus Stahl und verteidigte seinen Titel in einem Herzschlagfinale. Mit einer Zeit von 2:03:37 krönte er sich zum erst zweiten Läufer überhaupt, dem beim Tokio Marathon die Titelverteidigung gelang.
Das Rennen begann mit einem mutigen Vorstoß des Japaners Ryuichi Hashimoto, der die erste Hälfte anführte, bevor ihn das große Verfolgerfeld bei Kilometer 26,5 schluckte. Danach bildete sich eine neunköpfige Spitzengruppe, die das Tempo hochhielt. Als die 35-Kilometer-Marke passiert wurde, begann das große Ausscheidungsrennen. Eine Gruppe um Alexander Mutiso Munyao, Daniel Mateiko, Geofry Toroitich Kipchumba und den italienischen WM-Dritten Iliass Aouani setzte sich ab.
Takele hielt sich taktisch klug im Hintergrund und wartete auf den perfekten Moment zum Zuschlagen. Erst fiel Mateiko zurück, dann setzte der Äthiopier zum entscheidenden Sprint an. Kipchumba kämpfte bis zum Umfallen, musste sich aber zeitgleich geschlagen geben. Munyao folgte nur eine Sekunde dahinter auf dem Bronzerang. Mateiko wurde undankbarer Vierter, während Muktar Edris mit persönlicher Bestzeit Fünfter wurde. Besonders beeindruckend: Aouani verbesserte den italienischen Rekord auf 2:04:26 Stunden. Auch China durfte jubeln, da Feng Peiyou mit einem neuen Nationalrekord glänzte und knapp vor dem japanischen Top-Star Suguru Osako landete.
🏆 Ergebnisse Tokio Marathon 2026: Männer Top 10
| Platz | Name | Land | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Tadese Takele | ETH | 2:03:37 |
| 2 | Geofry Toroitich Kipchumba | KEN | 2:03:37 |
| 3 | Alexander Mutiso Munyao | KEN | 2:03:38 |
| 4 | Daniel Mateiko | KEN | 2:03:44 |
| 5 | Muktar Edris | ETH | 2:04:07 |
| 6 | Iliass Aouani | ITA | 2:04:26 |
| 7 | Selemon Barega | ETH | 2:05:00 |
| 8 | Seifu Tura | ETH | 2:05:02 |
| 9 | Vincent Kipkemoi Ngetich | KEN | 2:05:21 |
| 10 | Shifera Tamru | ETH | 2:05:56 |
🥇 Ergebnisse Tokio Marathon 2026: Frauen Top 10
| Platz | Name | Land | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Brigid Kosgei | KEN | 2:14:29 |
| 2 | Bertukan Welde | ETH | 2:16:36 |
| 3 | Hawi Feysa | ETH | 2:17:39 |
| 4 | Sutume Asefa Kebede | ETH | 2:17:39 |
| 5 | Megertu Alemu | ETH | 2:18:50 |
| 6 | Viola Cheptoo | KEN | 2:19:05 |
| 7 | Mestawut Fikir | ETH | 2:20:00 |
| 8 | Aberu Ayana | ETH | 2:20:30 |
| 9 | Pascalia Jepkogei | KEN | 2:21:39 |
| 10 | Ai Hosoda | JPN | 2:23:39 |
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