Die Straßen von Frankfurt stehen am Sonntag im Zeichen eines wahren Lauf-Spektakels: Der Frankfurt Marathon ruft, und die Kenianerin Magdalyne Masai ist bereit, alle Blicke auf sich zu ziehen.
Mit einer persönlichen Bestzeit von 2:18:58 ist sie die schnellste Läuferin, die jemals in Frankfurt an den Start ging. Nach einem turbulenten Sommer will sie nun ihre Form in der Main-Metropole unter Beweis stellen – und das mit einer gehörigen Portion Kampfgeist und Humor.
Von Tokio nach Frankfurt: Comeback mit Power
Ein Monat liegt seit der Marathon-Weltmeisterschaft in Tokio vergangen – eine Meisterschaft, die Magdalyne Masai mit Bronze-Chancen startete, aber im brutalen Hitze- und Feuchtigkeitsduell aufgeben musste. „Nach dem Zusammenbruch in Tokio hatte ich ein paar Tage lang Kopfschmerzen und fühlte mich schwindelig. Doch als ich mich bewegte, fühlte sich mein Körper so gut an, als hätte ich überhaupt nicht gerannt.“
Aus dieser misslichen Lage entstand nun eine Chance: Hätte sie Tokio abgeschlossen, wäre der Start in Frankfurt nicht möglich gewesen. Doch jetzt ist alles angerichtet für ein spektakuläres Rennen. Masai will ihre persönliche Bestzeit angreifen und erstmals den Sieg beim Mainova Frankfurt Marathon feiern.
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Frankfurt als perfektes Pflaster
Die Kenianerin kommt bereits zum dritten Mal in Folge nach Frankfurt. 2023 reichte es für Platz neun in 2:27:19, letztes Jahr glänzte sie mit Platz zwei und der persönlichen Bestzeit von 2:18:58. Damals konnte sie lange mit der späteren Siegerin Hawi Feysa aus Äthiopien mithalten, die mit 2:17:25 einen neuen Kursrekord aufstellte. Auch der Tokyo-Marathon im März war ein weiterer Beweis ihrer Topform: Platz vier in 2:19:28 sicherten ihr die Nominierung für die kenianische WM-Mannschaft.
Zur Vorbereitung auf Frankfurt setzte Masai auf ein gezieltes Training nach der Geburt ihres Sohnes Jake Jr. und der harten Phase in Tokio. „Die Zeitplanung des Mainova Frankfurt Marathon ist perfekt für mich. Ich hatte genug Erholung und einige intensive Trainings haben gezeigt, dass ich 100 Prozent gesund und bereit bin.“
Familiäre Dynastie auf der Strecke
Magdalyne Masai stammt aus einer Sportfamilie der Extraklasse. Ihre Schwester Linet Masai holte 2009 Gold über 10.000 Meter, ihr Bruder Moses belegte WM-Bronze und Alex Masai mischte dieses Jahr bei Rotterdam und Chicago ganz vorne mit. Auch Linet wird wieder beim Frankfurt Marathon an den Start gehen. Gemeinsam mit ihrem Mann und Coach Jake Robertson hat Magdalyne ein Trainingsprogramm entwickelt, das auf Höchstleistung ausgelegt ist.
Die 31-Jährige hat bereits große Siege eingefahren: Toronto 2019, Wien 2023, Lanzhou 2024 – und nun soll Frankfurt folgen. „Ich bin wirklich aufgeregt, hierher zurückzukehren – die Erinnerungen an das Rennen letztes Jahr sind großartig. Ich werde meine persönliche Bestzeit jagen und endlich den ersten Sieg in Frankfurt holen.“

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