Vienna City Marathon auf der Reichsbrücke
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Vienna City Marathon: Favorit jagt Rekord und Revanche

Ein zweiter Anlauf mit klarer Mission

Der Vienna City Marathon rückt näher und einer steht besonders im Fokus: Oqbe Kibrom. Der Eritreer kehrt nach Wien zurück, diesmal mit einem klaren Plan und einer offenen Rechnung. Vor vier Jahren lief er hier auf Rang drei ein, obwohl er lange wie der sichere Sieger wirkte. Die Erinnerung sitzt tief. „Ich bin nach Wien zurückgekommen, um bei meinem zweiten Versuch zu gewinnen“, sagt Kibrom. Damals ging ihm auf den letzten Kilometern die Kraft aus. „Ich bin zu schnell angegangen und habe dafür bezahlt. Bei Kilometer 38 war ich erledigt“.

Mit einer Bestzeit von 2:05:37 reist Kibrom als schnellster Mann im Feld an. Sein Blick richtet sich nicht nur auf den Sieg beim Vienna City Marathon, sondern auch auf die Uhr. Die Marke unter 2:05 Stunden ist das erklärte Ziel. „Ich möchte meine Bestzeit verbessern und plane, die erste Hälfte in 62:10 bis 62:20 zu laufen“, erklärt er selbstbewusst. Damit würde er auch den Streckenrekord attackieren, den Samwel Mailu mit 2:05:08 hält.

Starke Konkurrenz lauert im Hintergrund

Ganz alleine wird Kibrom seine Runden in Wien allerdings nicht drehen. Tafese Delegen bringt eine Bestzeit von 2:06:11 mit, während die Kenianer Stanley Kurgat und Albert Kangogo ebenfalls im Bereich von 2:07 unterwegs sind. Kurgat hat noch eine offene Rechnung mit der Strecke. „Ich bin hier letztes Jahr gelaufen, aber es war so kalt, dass ich nach 20 Kilometern Probleme mit der Lunge bekam und aussteigen musste“. Diesmal soll alles besser laufen. „Eine erste Hälfte in 62:40 bis 62:50 würde mir passen. Dann kann ich Bestzeit laufen“.

Auch Micah Cheserek kennt den Vienna City Marathon gut. Im Vorjahr wurde er Zweiter und kam mit den Bedingungen deutlich besser zurecht. Seine Ansage klingt offensiv: „Der Sieger vom letzten Jahr ist nicht da, also will ich diesmal gewinnen“. Gleichzeitig bleibt er realistisch. „Mein Ziel ist eine Zeit zwischen 2:07 und 2:08“.

Österreichs Hoffnung auf heimischem Asphalt

Für österreichische Spannung sorgt Aaron Gruen. Der Rekordhalter lief seine 2:09:53 im vergangenen Jahr in den USA und steht nun erstmals beim Vienna City Marathon am Start. Die Vorbereitung lief nach Plan. „Mein Training war wirklich gut, besser als je zuvor“, sagt Gruen. Viel verraten will er zur Taktik nicht, doch es wird erwartet, dass er seinen eigenen Rekord angreift. Die Tempomacher sollen die erste Hälfte in etwa 64:30 anlaufen.

Neben Gruen nimmt auch Andreas Vojta einen neuen Anlauf. Mit einer Bestzeit von 2:13:43 peilt er eine deutliche Steigerung an und will sich Richtung 2:10 orientieren.

Die 22 schönsten Läufe in Österreich

Abschied und große Bühne

Ein emotionaler Moment wartet ebenfalls auf die Zuschauer. Peter Herzog, ehemaliger österreichischer Rekordhalter, verabschiedet sich mit einem letzten Auftritt beim Vienna City Marathon. Seine 2:10:06 aus London 2020 bleiben als persönliche Bestleistung bestehen. Der Routinier war zudem Teil jener Mannschaft, die bei der EM 2018 in Berlin Team-Bronze holte.

Ein Event der Superlative

Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Vienna City Marathon eindrucksvoll. Rund 13.000 Läufer stehen beim Hauptbewerb am Start. Insgesamt wurden für alle Bewerbe 49.000 Meldungen aus 150 Nationen registriert. Damit erreicht die Veranstaltung eine neue Dimension. Der Vienna City Marathon ist als World Athletics Elite Label Race eingestuft und wird international live übertragen.

Das Feld der Topläufer ist dicht besetzt. Gleich acht Athleten bringen Bestzeiten unter 2:10 Stunden mit. Neben Kibrom, Delegen und den starken Kenianern gehören auch Namen wie Charles Mneria, Samwel Kiptoo oder Paul Tiongik zu den ambitionierten Startern. Der Vienna City Marathon verspricht damit ein Rennen, das von Beginn an auf Tempo ausgelegt ist.

Am Sonntag richtet sich der Blick also auf die Straßen Wiens. Kibrom will seine Geschichte neu schreiben, die Konkurrenz lauert auf Fehler, und ein Österreicher könnte für eine Überraschung sorgen. Der Vienna City Marathon liefert die perfekte Bühne dafür.

Zur Vorschau der Frauen

Wien Marathon 2026: Teilnehmerliste Elite Männer

NameLandBestzeit
Oqbe Kibrom ERI 2:05:37
Tafese Delegen ETH 2:06:11
Stanley Kurgat KEN 2:07:05
Albert Kangogo KEN 2:07:26
Charles Mneria KEN 2:08:54
Mica Cheserek KEN 2:09:26
Samwel Kiptoo KEN 2:09:45
Aaron Gruen AUT 2:09:53
Paul Tiongik KEN 2:10:25
Abel Sikowo UGA 2:10:33
Mogos Tuemay ETH 2:10:33
Fanny Kiprotich KEN 2:11:21
Andreas Vojta AUT 2:13:43

Weitere Informationen zum Wien Marathon:



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