Wer Zegama sagt, meint Emotionen, Gänsehaut und ein Spektakel, das im Trailrunning seinesgleichen sucht.
Die Zegama-Aizkorri 2025 hat wieder einmal geliefert – und wie! Hitze statt Schlamm, Staub statt Matsch – und trotzdem ein Rennen, das für Herzrasen sorgte. Im Mittelpunkt des Geschehens: Sara Alonso und Elhousine Elazzaoui, die das Publikum mit Glanzleistungen und eisernen Nerven verzückten.
Alonso: Heimspiel mit Hochspannung und Happy End
Ein Rennen zu Hause zu gewinnen, ist schon speziell. Aber wenn es sich dabei um die Zegama-Aizkorri 2025 handelt? Dann wird daraus Trail-Geschichte. Sara Alonso nutzte jede Sekunde des Heimvorteils, schaltete von Beginn an in den Angriffsmodus und ließ sich nicht beirren – weder von der Gluthitze noch von der versammelten Weltelite im Nacken.
Bei Ultzama (8,5 km) lag Alonso bereits souverän in Führung. Verfolgerin Judith Wyder hielt den Rückstand unter einer Minute, während Patricia Pineda und Oihana Kortazar im Verfolgerfeld ackerten. Doch Alonso hatte an diesem Tag den Turbo gezündet – und das Hirn eingeschaltet. In der Hitze cool geblieben, an den Anstiegen stark, in den flachen Passagen schnell. Ihre Strategie: volle Attacke mit einem Hauch Vernunft.
Am Aketegi klaffte bereits eine Lücke von fast drei Minuten zwischen ihr und der Konkurrenz. Wyder biss sich fest, Rosa María Lara und Theres Leboeuf versuchten gegenzuhalten. Doch Alonso spielte ihr ganzes Können und ihre Erfahrung aus. Zielzeit: 4:27:25. Sieg. Zuhause. Emotionen pur.
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„Gewinnen in Zegama – das ist für eine Baskin einfach unglaublich. Ein Traum, der wahr wird. Es waren zwei harte Jahre. Ich habe im Winter wie eine Wilde trainiert. Heute habe ich an mich geglaubt und bin einfach losgestürmt. Die letzten Kilometer waren brutal.“

Judith Wyder zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Ich bin glücklich. Heute war Sara einfach besser. Ich habe mein Rennen gemacht, gekämpft, aber mein Rücken hat mir drei Wochen lang Probleme bereitet. Trotzdem bin ich stolz, wie ich das Ziel erreicht habe.“
Malen Osa, auf Platz drei, war überglücklich: „Ich wusste, dass ich einen guten Tag brauche – und den hatte ich. Es war mein Traum, mit diesen beiden auf dem Podium zu stehen. Trotz Krämpfen hab ich durchgezogen.“
Elazzaoui: Dritter Anlauf, erster Triumph
Dritte Chance, erstes Gold: Elhousine Elazzaoui machte bei der Zegama-Aizkorri 2025 endlich Nägel mit Köpfen. Zwei Mal war er bereits Zweiter – nun durfte er ganz oben aufs Treppchen steigen. Der Mann aus Marokko lieferte ein Lehrstück in Geduld und Präzision.
Die Show begann mit einem Paukenschlag von Andreu Blanes, der wie vom Katapult abgeschossen den ersten Streckenteil dominierte. Doch Trailrunning ist ein Marathon, kein Sprint – und spätestens am Anstieg bei Andratx zeigte sich, wer das Rennen wirklich lesen kann. Elazzaoui zog das Tempo an, überholte Blanes, und machte sich auf den Weg Richtung Moano-Downhill, wo er wie auf Schienen talwärts schoss.
Einmal vorne, ließ er nichts mehr anbrennen. Mit einer Furchtlosigkeit, die jedem Zuschauer die Kinnlade herunterklappen ließ, stürmte er ins Ziel. Die Uhr stoppte bei 3:43:28. Endlich Zegama. Endlich Sieg.
„Ich bin überglücklich – das war mein Traum. Ich habe mich super gefühlt. Zegama zu gewinnen ist etwas Historisches für mich.“
Andreu Blanes, der sich nach dem Führungsverlust noch Platz zwei sichern konnte, grinste trotzdem: „Das ist ein Erfolg. Ich hatte so viel Spaß – und auch Schmerzen. Aber ich bin einfach nur dankbar.“
Daniel Pattis, der Dritte im Bunde, konnte es kaum fassen: „Bei dem Level hier hab ich vielleicht mit Platz fünf gerechnet. Aber ein Podium? Davon hab ich nie zu träumen gewagt.“
Die Top-Performer bei der Zegama-Aizkorri 2025
Top 10 Damen
- Sara Alonso (Spanien – Asics) — 4:27:25
- Judith Wyder (Schweiz – Hoka) — 4:29:47
- Malen Osa (Spanien – Salomon) — 4:31:18
- Rosa María Lara Feliu (Spanien – Compressport) — 4:32:00
- Theres Leboeuf (Schweiz – Compressport) — 4:33:29
- Ikram Rharsalla (Spanien – Joma) — 4:37:39
- Ida Amelie Robsahm (Norwegen – Hoka) — 4:38:41
- Oihana Kortazar (Spanien – Salomon) — 4:42:59
- Patricia Pineda (Spanien – La Sportiva) — 4:44:22
- Marta Martínez Abellán (Spanien – La Sportiva) — 4:44:29
Top 10 Herren
- Elhousine Elazzaoui (Marokko – NNormal) — 3:43:28
- Andreu Blanes (Spanien – Hoka) — 3:50:53
- Daniel Pattis (Italien – Brooks) — 3:51:40
- Luca Del Pero (Italien – Scarpa) — 3:54:19
- Lorenzo Beltrami (Italien – Scarpa) — 3:54:58
- Thomas Cardin (Frankreich – Kiprun) — 3:55:34
- Antonio Martínez (Spanien – Asics) — 3:56:42
- Nicolás Molina (Spanien – La Sportiva) — 3:58:51
- Stian Angermund (Norwegen) — 3:59:46
- Marcin Kubica (Polen – Salomon) — 3:59:50
Abschied mit Vorfreude
Nach einem epischen Kapitel der Golden Trail World Series geht es für die Elite weiter über den Atlantik – die nächste Station heißt Broken Arrow in den USA. Aber eines ist sicher: Die Zegama-Aizkorri 2025 wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Denn wie heißt es so schön: Zegama ist Zegama – mit oder ohne Matsch.

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