Kuwait Marathon 2024
Kuwait Marathon 2024 (Foto: © Sportograf)
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Mein 100. Marathon-Länderpunkt in Kuwait

10. Gulf Bank 642 City Marathon in Kuwait City – Mein 100. Länderpunkt im Marathon.

Als die bis auf den letzten Platz gefüllte Economy Class der Emirates Boeing 777-300 am 18. November gegen Mittag aus Peking in Dubai landet, beginnt für mich eine zweiwöchige Auszeit. Genau genommen handelt es sich um einen Erholungsurlaub, denn die intensiven Reisen nach Japan und China haben ihren Tribut gefordert. Besonders hoffe ich, meine verschleppte Bronchitis im trockenen Meeresklima endlich auskurieren zu können.

Zunächst verbringe ich eine Woche in meinem Lieblingshotel, dem Rove in Deira City Center. Anschließend wechsle ich aus Kostengründen in das etwas günstigere Ibis Styles Hotel, nur einen Metrohalt entfernt in der Nähe der Ggico-Station. Ich bevorzuge es, in Flughafennähe zu wohnen, da die Anreise so angenehm kurz bleibt.https://vg04.met.vgwort.de/na/8bb1f1aa27224a7382c3866cd25aba93

Anmeldung für den Kuwait Marathon erst in Dubai

Ich überlege, was sinnvoller ist: wie geplant am 24. November nach Hause zu fliegen oder den Flug und meinen Aufenthalt um eine Woche zu verlängern. Letztlich entscheide ich mich, in Dubai zu bleiben und hier auf den Kuwait Marathon am 30. November zu warten – eine weniger anstrengende Option.

Der Veranstalter bewirbt den Lauf mit den Worten, die ich sinngemäß ins Deutsche übersetze: „Der Gulf Bank 642 Marathon ist das größte Sportereignis Kuwaits und inspiriert seit 2014 Menschen zu einem gesünderen Lebensstil. Als einziges international akkreditiertes Marathonrennen im Land zieht es Teilnehmer aus aller Welt an, die entlang berühmter Wahrzeichen wie den Kuwait Towers laufen. Mit Strecken für alle Fitnesslevel, einer lebhaften Atmosphäre und einem Fokus auf Sportkultur sowie gesellschaftlicher Nachhaltigkeit leistet die Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zur Vision Kuwait 2035.“ Für mich ist diese Beschreibung zwar positiv, aber eher nebensächlich.

Für die Änderung meines Emirates-Flugs zahle ich 200 Euro, zusätzlich kosten die Hin- und Rückflüge von Dubai nach Kuwait 400 Euro. Glücklicherweise hat mir der Bezahldienst Suffix den Startplatz für den ursprünglich im November 2023 geplanten Marathon, der zunächst abgesagt, auf Februar 2024 verschoben und schließlich endgültig gestrichen wurde, problemlos gutgeschrieben.

Am 28. November fliege ich erneut mit einer Emirates Boeing 777 nach Kuwait. Der Flug dauert nur 1 Stunde und 15 Minuten, und die Maschine ist erstaunlich leer – kaum mehr als 25 Passagiere befinden sich an Bord. Ich habe noch nie in einem so großen Flugzeug gesessen, das so spärlich besetzt war. Man kann sich seinen Sitzplatz frei aussuchen, lediglich die Business Class bleibt tabu.

Für meinen Aufenthalt habe ich vier Nächte im Vier-Sterne-Hotel Millennium Central gebucht, das einen kostenlosen Abholservice vom Flughafen anbietet. Während der COVID-Zeit 2020 wurde mein Visumantrag bei der kuwaitischen Botschaft in Wien noch abgelehnt. Inzwischen ist es jedoch möglich, bei der Einreise ein „Visa on Arrival“ zu beantragen.

Am Flughafen stelle ich mich an und komme – gemeinsam mit einem kanadischen Paar mit ihrem Sohn – sofort dran, im Gegensatz zu den Hunderten wartenden Gastarbeitern aus asiatischen Ländern. Wie viel von meinem Konto für das Visum abgebucht wurde, habe ich nicht mitbekommen. Laut Internet soll es „nur“ 10 Euro kosten.

Kuwait Marathon 2024: Ankunf in Kuwait

Nach der Einreise passiere ich den Zoll, wo mein Gepäck geröntgt wird. Doch damit nicht genug – ich muss alles auspacken. Eine Keksrolle, ein Geschenk vom 100 Marathon Club Japan, wird aufgeschnitten, und die Beamten schnuppern an den Keksen. Schließlich entdecken sie in meinem Rucksack eine Knoblauchzehe und eine Zwiebel, die ich bei Carrefour in Dubai gekauft habe. Nach einem prüfenden Blick winkt man mich weiter.

Kälteeinbruch in Kuwait

Mit den angenehmen Temperaturen um die 30 Grad Celsius in Dubai ist es hier in Kuwait vorbei. Ein kalter Nordwestwind weht, und ich merke sofort, wie empfindlich ich inzwischen für Erkältungen geworden bin. Vorsichtshalber setze ich eine Haube auf und stopfe meine Ohren mit einem Stück Papiertaschentuch zu.

Es ist Donnerstag, der Beginn des Wochenendes in den arabischen Ländern. Beim Einchecken im Hotel fällt mir die festliche Atmosphäre im Foyer auf. Zahlreiche elegant gekleidete Gäste haben sich versammelt, die Frauen tragen auffälligen Schmuck – funkelnde Ringe und prunkvolle Halsketten. Der Rezeptionist erzählt mir, dass heute Abend ein großer Ball stattfindet. Ich werde jedoch nicht teilnehmen, nicht zuletzt, weil mir die passende Garderobe fehlt. Mein Zimmer im 16. Stock bietet eine Aussicht in Richtung Meer.

Kuwait Marathon 2024: Blick vom Hotel

Stattdessen erkundige ich mich nach einem Supermarkt in der Nähe – leider gibt es keinen, nur kleine Läden, die von Pakistanis betrieben werden. Mein Plan für heute: das Startpaket für den Marathon abholen. Die genaue Adresse wurde erst gestern per E-Mail mitgeteilt. Als Veranstaltungsort wird die Multipurpose Hall im Al Shaheed Park, Phase 2 genannt.

Der Rezeptionist empfiehlt mir, ein Taxi zu nehmen, da der Park etwa vier Kilometer entfernt ist. Zwar gäbe es eine Busverbindung, aber die meisten Hotelgäste kommen mit eigenen Autos oder lassen sich von Chauffeuren fahren. Wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin gelangt, kann er nicht sagen.

Das große Laufbuch der Trainingspläne

Ich entscheide mich, die Strecke zu Fuß zurückzulegen. Das Hotel liegt an einer Schnellstraße, die nur über eine Fußgängerbrücke überquert werden kann. Im Gegensatz zu Dubai gibt es hier keinen Aufzug – selbst ältere Menschen müssen die Treppen bewältigen. Während ich gehe, fallen mir deutliche Unterschiede zu Dubai auf: Die Gehsteige haben teilweise große Löcher, aufgebrochener Asphalt ist auch auf Hauptstraßen sichtbar, und an einer Stelle stoße ich sogar gegen ungesicherte, hervorstehende Eisenstangen, die einfach auf dem Gehweg zurückgelassen wurden.

Kuwait Marathon 2024: Schnellstraße vor dem Hotel

Was für ein Kontrast zu Dubai! Die „Perle des Orients“ (meine Diktion) bleibt unerreicht – und das gilt nicht nur für Kuwait, sondern auch für andere Nachbarstaaten wie z.B. Bahrain.

Es ist bitterkalt, und der Wind dringt selbst durch dicke Kleidung. Während ich mich durchfrage, stelle ich fest, dass die meisten Menschen – ähnlich wie in Japan und China in den vergangenen Wochen – kaum Englisch sprechen, auch die Gastarbeiter nicht. Als es um 16 Uhr bereits zu dämmern beginnt, finde ich schließlich in einer Mechanikerwerkstatt jemanden, der den arabischen Text der Abholadresse auf meinem Handy entziffern kann. Der Mann weist mir den Weg: noch etwa 1½ Kilometer geradeaus, dann entweder rechts oder links abbiegen – seine Angaben bleiben vage. Ich beeile mich, den Al Shaheed Park vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen.

Laut Wikipedia ist dieser Park mit 78,5 Hektar der größte Stadtpark Kuwaits und ein bedeutendes Kultur- sowie Infrastrukturprojekt. Er vereint Natur, Geschichte und Kultur und bietet mit 200.000 m² Grünflächen, botanischen Gärten, zwei Museen (Thekra und Habitat), einem Besucherzentrum, einem See sowie Geh- und Joggingwegen eine grüne Oase im Herzen der Stadt.

Kuwait Marathon 2024: Al Shaheed Park

Als Teil des Kuwait National Cultural District beeindruckt der Al Shaheed Park mit moderner Architektur und künstlerischen Installationen. Zu den Highlights zählen Gedenk- und Museumszonen, ein Freilichttheater, ein Skatepark, ein Jugendkomplex und ein Open-Air-Veranstaltungszentrum. Die zweite Bauphase wurde 2017 eröffnet, und die Erweiterung in Phase III soll bis Juli 2024 abgeschlossen sein – mögliche Verzögerungen bis Ende 2024 sind jedoch nicht ausgeschlossen. Wegen der einbrechenden Dunkelheit nehme ich die Sehenswürdigkeiten im Vorbeigehen nur flüchtig wahr.

Die Ursprünge des Parks gehen auf den Kuwait-Masterplan von 1952 zurück. Nach einer langen Pause wurde das Projekt 2013 wieder aufgenommen und hat sich seitdem zu einem umfassenden Kultur- und Erholungsort mit einigen der weltweit größten Gründächer entwickelt.

Kuwait Marathon 2024: Al Shaaed Park Kuwait

Abholung der Startunterlagen

Die Abholung der Startunterlagen verläuft unerwartet unkompliziert. Läufer mit roten Tragerucksäcken kommen mir entgegen und weisen den Weg. Ich soll einfach noch etwa einen Kilometer weitergehen, das Tor passieren, unter einer Unterführung hindurch und schließlich die Halle betreten.

Der große Andrang beeindruckt mich: Viele Jugendliche holen sich ihre Startpakete ab, die Stimmung ist lebendig und voller Vorfreude. Obwohl ich keinen Ausdruck dabeihabe, findet man meinen Namen problemlos im System. Bei meiner Anfrage zur Übertragung der Startnummer aus 2023 hatte ich erwähnt, dass ich in Dubai mein 100. Marathonland plane – ein Detail, das offenbar Aufmerksamkeit erregt hat.

Kuwait Marathon 2024: Abholung des Startpaketes

Der Race Director ist anwesend, und zwei junge Leute bitten mich um ein Interview. Es wird etwas unangenehm, als sie nach meiner geplanten Pace fragen. Früher hätte ich mit einer 6er-Zeit geantwortet, und vor 20 Jahren wären sogar 5 oder 5:30 min/km realistisch gewesen. Heute wage ich keine genaue Angabe. Stattdessen erkläre ich, dass ich in einem gemächlichen Tempo laufen werde – für mich zählen das Durchkommen und der Länderpunkt. Ich werfe einen Blick auf die heurigen Medaillen: Für alle vier Disziplinen – den 5- und 10-km-Lauf sowie den Halbmarathon und den Marathon – sind sie farblich unterschiedlich gestaltet. Besonders ins Auge sticht die orange-rote Medaille für die 42,195 km, die links im Bild zu sehen ist.

Kuwait Marathon 2024: Medaillenausstellung

Das Startpaket enthält ein stilvolles rotes Shirt, auf das man kostenlos einen Namen oder kurzen Text drucken lassen kann, sowie zahlreiche Goodies im Rucksack. Bereits auf dem Rückweg schenke ich diese in der Dunkelheit einem Gärtner.

Kuwait Marathon 2024: Shirt

Den Weg habe ich mir eingeprägt, und nach etwa 40 Minuten bin ich wieder im Hotel. Nicht weit entfernt finde ich ein lokales Restaurant, in dem ich für 2,5 Kuwait-Dinar (1 Dinar = 3 Euro) eine Mahlzeit genieße.

Kuwait Marathon 2024: Rucksack plus Startnummer

Spaziergang zum Startbereich des  Marathons

Nach einem, ohne Übertreibung, phantastischen Frühstück im Millennium Central Kuwait Downtown Hotel mache ich mich am Freitag, dem 29. November 2024, gegen 11 Uhr vormittags auf den Weg zum Startbereich der 10. Ausgabe des hiesigen Marathons. Ich möchte herausfinden, wie lange der Fußweg dorthin ist, um am Marathontag vielleicht noch etwas vom Frühstück genießen zu können. Es wird trotzdem knapp werden – der Frühstücksraum im 20. Stock öffnet um 6:30 Uhr, während der Marathonstart für 7:30 Uhr angesetzt ist.

Die zweispurige Arabian Gulf Street, auf der der Marathon stattfinden wird, liegt etwa 500 Meter entfernt, nahe der Küste. Ein Gehweg von etwa einem Kilometer führt westlich zum Einkaufszentrum Souq Sharq. Obwohl das Wetter sonnig und der Himmel fast wolkenlos ist, erschwert ein starker Nordwind mit Geschwindigkeiten von 40 km/h das Gehen erheblich. Während des Marathons wird dieser Wind in einer Laufrichtung eine große Herausforderung darstellen und die Läufer merklich ausbremsen.

Kuwait: Wind am Strand

Als ich den Zugang zum Souq Sharq erreiche, sind Helfer gerade dabei, emsig die Sperrgitter für den Marathon auf der Brücke, wo der Start stattfinden wird, aufzubauen.  

Beim Zieleinlauf sind bereits zahlreiche Fahnen aufgehängt, die wohl die internationalen Teilnehmer repräsentieren sollen. Die österreichische Flagge ist im Gegensatz zur deutschen jedoch nicht dabei. Ich treffe erneut den Renndirektor, der sich mit einem deutschen Fotografen unterhält. Der Fotograf meint (auf Englisch, um den Renndirektor einzubeziehen) halb im Scherz, halb im Ernst, dass Österreicher und Deutsche ethnisch verwandt seien, schließlich spreche man dieselbe Sprache. Ich kann dieser Einschätzung durchaus zustimmen – ich mag die Deutschen ohnehin, da sie sich besser ausdrücken können als wir Österreicher und in vielerlei Hinsicht engagierter, genauer und zuverlässig sind.

Kuwait Marathon 2024 (Foto: © Sportograf)

Trotz der Aufbauarbeiten für den morgigen Marathon ist das Einkaufszentrum gut besucht, denn viele nutzen den Tag für ihren Wochenendeinkauf. Ich betrete das Souq Sharq, das eine Fläche von rund 55.567 m² umfasst und aus einem traditionellen Souq hervorgegangen ist. Heute verbindet es moderne Architektur mit Elementen, die an traditionelle Wüstenfestungen erinnern, wie Säulen, Laternen und dekorative Kacheln. Direkt an der Küste des Arabischen Golfs gelegen, bietet das Zentrum eine einzigartige Mischung aus Shopping, Gastronomie und Freizeitmöglichkeiten.

Kuwait Marathon 2024: Blick auf den Souq Sharq

Die zahlreichen einheimischen Besucher schätzen besonders die zentrale Lage und die Vielfalt der Geschäfte, die sich über zwei Etagen erstrecken. Hier findet man internationale Marken wie Zara, Debenhams und The Body Shop sowie spezialisierte Läden für Elektronik und Sportausrüstung. Das kulinarische Angebot reicht von bekannten Fast-Food-Ketten wie McDonald’s und KFC bis hin zu lokalen Spezialitäten.

Kuwait Marathon 2024: Im Souq Sharq

Ein besonderes Highlight des Souq ist der bekannte Fischmarkt, auf dem frischer Fisch und Meeresfrüchte angeboten werden. Zu den architektonischen Attraktionen gehört eine 5,5 Meter hohe Wasseruhr, die vom Physiker Bernard Gitton entworfen wurde. Zudem stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, die durch tragbare Dächer vor der Sonne geschützt sind.

Im Erdgeschoss besuche ich den Supermarkt, um ein paar Köstlichkeiten wie mit Nüssen gefüllte Datteln zu kaufen. Anschließend setze ich mich mit einer Dose alkoholfreiem Bier auf eine Bank in der Sonne und genieße den Blick auf die Marina.

Kuwait Marathon 2024: Blick auf die Marina

Marathontag am 30. Nov. 2024

Leider bleibt das erhoffte üppige Frühstück im Millennium Hotel aus. Ich schaffe es gerade noch, am Automaten den Knopf für einen Latte Macchiato zu drücken und mir einen Teller mit frisch geschnittenen Ananas, Orangen und gelben Melonen zusammenzustellen, bevor ich in Eile aufbrechen muss.

Kuwait Marathon 2024: Frühstück im Hotel

Auf dem Weg zum Start begegnen mir zahlreiche Läuferinnen und Läufer, vor allem jene, die für die kurzen Distanzen über 5 und 10 Kilometer gemeldet sind. Man erkennt sie leicht an den farblich unterschiedlich hinterlegten Startnummern: Grün für 5 Kilometer, Blau für 10 Kilometer, beige-braun  für 21 Kilometer und Rot für den Marathon. Während die Läufer der Halbmarathon- und Marathondistanz bereits um 7:30 Uhr starten, folgen die Teilnehmer der kürzeren Strecken unmittelbar danach.

Ich halte Ausschau nach zwei deutschen Kollegen, Peter Maier und Mirko Leffler (mit Rauschebart), die ebenfalls für den Marathon gemeldet sind. Beide sind deutlich jünger und in wesentlich besserer Form als ich. Besonders Peter (mit weißer Sonnenkappe) aus Dresden steht heute vor einem besonderen Meilenstein: seinem 99. Länderpunkt. Eigentlich hätte er die 100 längst erreicht, doch in den vergangenen Monaten musste er einige Absagen hinnehmen. Dennoch bleibt er optimistisch und hofft, diesen besonderen Erfolg bald feiern zu können.

Beide haben sich unter dem mit zahlreichen Werbetafeln der Sponsoren geschmückten, luftgefüllten Startbogen etwa vier Reihen vor mir in der Marathongruppe aufgestellt. Wir begrüßen uns herzlich – seit unserem letzten Treffen beim Guernsey Marathon im April 2022 sind fast zweieinhalb Jahre vergangen. In dieser Zeit waren wir alle drei eifrig bemüht, unser Repertoire an Marathonläufen in verschiedenen Ländern zu erweitern.

Kuwait Marathon 2024: Mirko, Peter und Anton Reiter (Foto: © Mirko Leffler)

Meine Garmin GPS-Watch zeigt 7:30 Uhr, als der automatisierte Platzsprecher auf Englisch von fünf herunterzählt: „Five, four, three, two, one – go!“ Mit dem Startschuss stürmen fast alle Läufer los. Die Halbmarathonläufer haben sich hinter uns positioniert. Ich wünsche Peter und Mirko noch schnell viel Erfolg und rufe ihnen zu: „Wir werden uns heute auf dem Mehrrundenkurs sicher öfter begegnen!“

Vom Brückenübergang hinunter kann man auf etwa 50 Metern leicht beschleunigen, doch schon bald darauf schwenkt der Kurs auf die mehrspurige, eigens für den Verkehr gesperrte Arabian Gulf Street, die in nordwestlicher Richtung verläuft.

Kuwait Marathon 2024

Bei der Expo habe ich den Race Director gefragt, wie viele Runden zu laufen sind. Zwar sind auf der Homepage die Strecken aller vier Disziplinen kartografisch dargestellt, doch die Entfernungsangaben an den Wendepunkten fehlen. Er erklärte mir, dass wir zunächst eine große Runde absolvieren, die durch einen Teil der Altstadt und einen Souq führt und nach etwa acht Kilometern wieder in die Nähe des Starts zurückkehrt. Anschließend folgen drei weitere Runden von jeweils etwa fünf Kilometern (hin und zurück) auf der Gulf Street, bevor wir das Ziel erreichen.

Kuwait Marathon 2024: Strecke

Der starke Wind hat etwas nachgelassen, doch ich habe vorsorglich drei Schichten Kleidung angezogen: ein Singlet unter einem langärmeligen Shirt und darüber eine ultraleichte, kurzärmelige Windjacke vom Ravenna-Marathon 2018. Um sicherzugehen, dass ich mich nicht erneut erkälte, habe ich in beide Ohren ein kleines Stück Papiertaschentuch gesteckt, zu Kügelchen geformt. Auf dem Kopf trage ich eine in Dubai gekaufte Baseballmütze, die mich ab Mittag vor der Sonne schützen soll.

Mit einem anfänglichen schnellen Walking-Tempo von 8:30 Minuten pro Kilometer würde ich die 5-Kilometer-Marke in 42 Minuten und 30 Sekunden erreichen und die 10 Kilometer in 1 Stunde und 25 Minuten schaffen. Rein rechnerisch könnte ich den Marathon (42,195 km) damit in unter 6 Stunden absolvieren, genauer gesagt in 5 Stunden, 58 Minuten und 39 Sekunden. Allerdings ist dieses Tempo schwer durchzuhalten, weshalb ich hoffe, den Lauf in unter 6 ½ Stunden zu beenden.

Nach etwa einem Kilometer blicke ich mich um: Nur wenige Teilnehmer mit der rot unterlegten Startnummer sind hinter mir. Auch einige Halbmarathonläufer befinden sich weiter hinten. Ihr auffallend langsames Gehtempo gleich zu Beginn des Rennens lässt vermuten, dass viele von ihnen früher oder später aufgeben werden.

Wir bewegen uns gegen den Wind, der uns ein wenig bremst, vorbei am Alten Hafen und anschließend am Gebäude des Kuwaitischen Außenministeriums und der Abdulaziz Al Othman-Moschee. Neben mir walkt ein junger Mann, etwa 30 Jahre alt, der bemüht ist, mit mir mitzuhalten. Er versucht, schneller voranzukommen, doch es gelingt ihm nicht – dank meiner Schrittlänge halte ich ihn in Schach. Die erste Versorgungsstelle erreicht man nach 2,5 km. Es gibt Wasser in Bechern.

Kuwait Marathon 2024: Screenshot von Google Maps Kuwait

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite kommt uns die Spitzengruppe der Marathonläufer auf Höhe des Seif Palace, der zu unserer Rechten liegt, entgegen.

Ich weiche nach links aus, um einige Schnappschüsse zu machen, doch Fotos in Bewegung gelingen nicht immer gut. Man benötigt eine kurze Belichtungszeit und idealerweise ein Stativ, sonst werden sie oft verwackelt und unscharf.

Kuwait Marathon 2024: Spitzengruppe

Nach ca. 500 Metern erreichen wir das Sheikh Jaber Al-Ahmad Kulturzentrum mit dem integrierten Opernhaus, einem vielseitigen öffentlichen Raum im Besitz des Amiri Diwan. Es bietet Veranstaltungen in den Bereichen Musik, Theater, Film, Workshops und Literatur. Der Kulturkomplex, der Theater, Konzertsäle, Musikzentren, Konferenz- und Ausstellungshallen, Kinos, Bibliotheken, ein Zentrum für historische Dokumente sowie einen öffentlichen Park umfasst, wurde in zwei Jahren fertiggestellt. Er erstreckt sich über 214.000 m² und hatte ein Budget von 775 Millionen US-Dollar.

Kuwait Marathon 2024: Kulturzentrum

Der Marathonkurs führt weiter zum Shuwaikh Strand mit Hafen. Nach 4 Kilometern erreichen wir unser erstes Zwischenziel, und immer mehr Läufer aus der Gegenrichtung kommen uns entgegen, darunter auch Peter und Mirko, die vielleicht 400 bis 500 Meter vor mir sind. Anscheinend haben sie ihr Anfangstempo nach dem Start etwas reduziert. Kurz darauf erreiche auch ich den Wendepunkt. Ich blicke zurück und stelle fest, dass nur wenige Läufer nachkommen. Erfreulicherweise gibt es keinen Besenwagen, was mich zuversichtlich stimmt, da es noch eine Weile dauern wird, bis die Tausenden von Teilnehmern der 5- und 10-km-Rennen hinter uns aufholen.

Nun am Weg zurück auf der Arabic Gulf Street erblicke ich das Gebäude der Nationalversammlung von Kuwait. Sie ist die einzige Kammer des Landes und besteht aus 50 gewählten Abgeordneten sowie 16 von der Regierung ernannten Ministern. Sie wurde 1963 gegründet und ist seitdem mehrmals durch den Emir aufgelöst worden, zuletzt 2024 wegen politischer Blockade und Korruption. Im Vergleich zu anderen Parlamenten in den Golfstaaten hat die kuwaitische Nationalversammlung deutlich mehr Einfluss.

Es gelingt mir, bis zur 6-Kilometer-Marke, die durch eine rote Tafel am Gehweg gekennzeichnet ist, etwas aufzuschließen. Mit dem Wind im Rücken kann ich mein Gehtempo weitgehend halten. Die Anfeuerungsrufe mögen dazu beigetragen haben. Allerdings habe ich die 8:30 Minuten pro Kilometer knapp überschritten und bereits 53 Minuten verbraucht. Damit liege ich nahe bei 9 Minuten pro Kilometer, was bedeutet, dass eine Finisherzeit von etwa 6:20 Stunden nun mein realistisches Ziel ist.

Gulf Bank 642 Marathon Kuwait

Nun ändert der Marathon seine Richtung, bei der 7 km-Anzeige geht es in die Innenstadt von Kuwait, vorbei am Liberation Tower, der mit einer Höhe von 372 Metern der zweithöchste Bau des Landes und das 39. höchste Gebäude der Welt ist.  Der Turm ist für Touristen nicht zugänglich. Das angrenzende Gebäude beherbergt jedoch Regierungsbüros, darunter die Kommunikations- und Informations-Technologie-Regulierungsbehörde sowie ein Servicezentrum, das zivilrechtliche Dienstleistungen für verschiedene Ministerien anbietet.

Wir bewegen uns nun weiter entlang der Abdulla Al Salem Street auf den Souk Al-Mubarakiya zu. Er ist einer der ältesten Märkte in Kuwait-Stadt und war ein wichtiges Handelszentrum vor der Entdeckung von Öl. Der Markt, der seit über 200 Jahren besteht, wurde während der irakischen Invasion 1990 beschädigt, aber später restauriert. Hier werden Waren wie Teppiche, Antiquitäten, Parfüms, Gold- und Silberschmuck sowie traditionelle Kleidung verkauft. Der Markt bietet auch Lebensmittel wie Datteln, Honig, Gewürze, Süßigkeiten, Gemüse, Fleisch und Fisch. Es gibt traditionelle Cafés, kleine Restaurants und zwei Museen. 2022 wurde der Markt durch ein großes Feuer stark beschädigt.

Kuwait Marathon 2024

Ich nutze die Gelegenheit, um während des Durchlaufs Stimmungsfotos zu machen.

Kuwait Marathon 2024: Beim Durchlauf durch den Souq

Die Händler und Kunden lassen sich von den hereinströmenden Massen nicht beirren und gehen weiterhin ihren gewohnten Geschäften nach. Dennoch überkommt mich ein besonderes Gefühl der Achtung gegenüber den Menschen hier. Der Trubel wird jedoch noch eine Weile andauern, da Tausende von Kurzdistanzläufern erst noch nachkommen werden.

Kuwait Marathon 2024: Souq Al-Mubarakiya

Bald nach Verlassen des traditionellen Souqs türmt sich zu unserer Rechten die Große Moschee auf, die sich über eine Fläche von 45.000 Quadratmetern erstreckt, wobei das Gebäude selbst 20.000 Quadratmeter einnimmt. Die Haupthalle ist 72 Meter breit und bietet Platz für bis zu 10.000 Männer sowie für 950 Frauen in einem separaten Bereich. Der Kuppel-Durchmesser beträgt 26 Meter und ihre Höhe 43 Meter, verziert mit den 99 Namen Gottes. Die Moschee wurde 1986 fertiggestellt und enthält auch eine Bibliothek mit 350 Quadratmetern islamischer Fachliteratur sowie ein Parkhaus für bis zu 550 Fahrzeuge.

Kuwait Marathon 2024: Kuwait City Grand Mosque Exterior South Facade

Inzwischen sind Hunderte, vielleicht sogar Tausende Teilnehmer in roten Shirts nachgekommen. Niemand von ihnen läuft, sie spazieren gut gelaunt den Weg entlang – für viele steht das Dabeisein im Vordergrund. Die Frauen und Mädchen tragen alle Kopftücher, wie es der islamischen Tradition entspricht. Kurz darauf, in Höhe des Eingangs zum Souq Sharq, zwischen Kilometer 9 und 10, weist eine große Anzeige, die sich über die Nebenstraße erstreckt, darauf hin, dass die 5- und 10-km-Starter nach links abbiegen und direkt ins Ziel gehen sollen. Für uns Marathonläufer und die Teilnehmer der 21-km-Strecke geht es geradeaus weiter in Richtung Osten.

Kuwait Marathon 2024

Nun beginnt der eigentliche Marathon

Erst ein Viertel der Marathondistanz ist geschafft. Peter Maier hat vor dem Start darauf hingewiesen, dass nach der ersten großen Runde (etwa 10 km) noch drei weitere Runden von je 10 km hin und zurück entlang des östlich gelegenen Abschnitts der mehrspurigen Gulf Street zu bewältigen sind. Die Spreu hat sich bereits vom Weizen getrennt: Die Kurzdistanzläufer sind in Richtung Ziel abgebogen. Jetzt herrscht freie Sicht – doch von der Spitzengruppe fehlt noch jede Spur.

Kuwait Marathon 2024

Das ändert sich bald. Bei der 13-km-Marke taucht sie endlich auf: Mehr als ein halbes Dutzend drahtiger Athleten auf der gegenüberliegenden Straßenseite, vertieft in Tempokämpfe. Auf meine Nachfrage bei der Expo vorgestern erklärte der Race Director, dass keine afrikanischen Spitzenläufer engagiert wurden – aus Kostengründen, wie er sagte.

Mittlerweile ist es 10 Uhr vormittags, und die Temperaturen steigen. Bis zum Mittag werden es wohl 25 Grad Celsius. Gut, dass ich eine Kappe trage – in wüstenfarbenem Beige und verziert mit der Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate, ein zuverlässiger Schutz gegen die Sonne.

Ich habe den Eindruck, dass die Strecke nun leicht abschüssig verläuft. An der 14-km-Marke auf meiner Seite begegnen mir Peter und Mirko auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sie winken herüber, und Mirko hält eine Digitalkamera – oder vielleicht ein Handy – bereit. Es beruhigt mich zu wissen, dass ich im Notfall ein Foto von ihm bekommen könnte.

Kuwait Marathon 2024

Die beiden haben inzwischen etwa 3 km Vorsprung, denn auf ihrer, dem Meer zugewandten Seite, befindet sich bereits die 17-km-Marke, und sie sind auf dem Rückweg. Sie werden von zahlreichen Halbmarathonläufern begleitet, für die dies die letzte Runde ist.

Die bevorstehende Wende bei Kilometer 15 wird durch eine Anzeige mit einem deutlich erkennbaren, bogenförmigen Pfeil angekündigt. Beim Überlaufen der elektronisch gesteuerten Matte wird das Signal vom Chip, der hinter der Startnummer befestigt ist, registriert. Direkt danach folgt eine Verpflegungsstation, an der neben Wasser in Bechern und Gatorade auch Bananenstücke angeboten werden.

Ich bin nun seit 2 Stunden und 10 Minuten unterwegs, was zeigt, dass mein Tempo – trotz Gegenwind – konstant geblieben ist. Gemeinsam mit einigen Halbmarathonläufern und nur zwei weiteren Marathonläufern bewege ich mich weiter hinten in Richtung Norden. Bei Kilometer 30 wird die nächste Wende erfolgen, die uns zurück nach Osten führt – dorthin, wo die Vormittagssonne deutlich spürbarer ist.

Peter und Mirko, begleitet von einem weiteren Läufer, nämlich Vicenzo Carulli aus Italien, kommen mir entgegen. Sie befinden sich bereits auf ihrer zweiten Wendeschleife und liegen insgesamt, einschließlich der ersten großen 10-km-Runde, weiterhin mindestens 3 km vor mir.

Pro Runde ergeben sich zwei Begegnungen mit anderen Läufern, was diesem Marathon zweifelsohne einen sozialen Charakter verleiht. Man trifft seine Laufbekannten so oft, dass es fast schon ein wenig zu viel des Guten wird.

Ein weiterer Kollege vom Country Marathon Club ist auf der Strecke: Vaugn Kirkelund (Startnummer 130) aus Dänemark, ein sehr erfahrener Läufer, auch auf der Ultradistanz über 50 km. Vor dem heutigen Finish hat er 134 Länderpunkte und liegt im Ranking auf dem 9. Platz. Zur Rechten, etwa eine halbe Runde dahinter, bewegt sich Vincenzo in westliche Richtung.

Kuwait Marathon 2024: Vaugn Kirkelund, DK

Auf den sogenannten Wendeschleifen im Osten gibt es kaum etwas zu sehen – die Sehenswürdigkeiten lagen bereits entlang der ersten großen Runde. Der Wind ist heute deutlich schwächer als gestern, und der flache Kurs bietet gut trainierten Läufern ideale Bedingungen, um in Kuwait eine persönliche Bestzeit zu erzielen. Für mich jedoch zählt nur eines: durchhalten und das Ziel erreichen. Mein Ziel, innerhalb von 6 Stunden anzukommen, wird leider nicht realisierbar sein.

Ich habe mir die Ergebnislisten der letzten Jahre genauer angesehen. Der Veranstalter hat immer wieder deutlich langsamere Zeiten in die Wertung aufgenommen – einmal wurde sogar eine Finisherzeit von 6:51 Stunden akzeptiert. Das macht mich zuversichtlich, dass auch meine angepeilten 6 ½ Stunden in die Wertung eingehen werden.

Ich befinde mich auf meiner dritten Anfangsrunde, als plötzlich ein Polizeiauto mit Blaulicht auf mich zukommt. Der Beifahrer signalisiert mir, dass ich ab sofort auf den Gehweg ausweichen soll. Das deutet darauf hin, dass die Gulf Street, die für eine Fahrtrichtung gesperrt war, in Kürze wieder für den Verkehr freigegeben wird.

Kuwait Marathon 2024: Polizeiauto

Vor einigen Jahren hatte ich bei Suffix angefragt und erfahren, dass nach vier Stunden alle noch auf der Strecke befindlichen Läufer auf dem Gehweg weiterlaufen dürfen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich jedoch erst knapp 25 km absolviert. Für die 30-km-Marke benötige ich mindestens 4 ½ Stunden, was bedeutet, dass ich weit vom Ziel entfernt bin.

Ab jetzt wird die Marathonstrecke durch das dichte Verkehrsaufkommen deutlich gefährlicher, selbst auf dem Gehweg. Die Ausfahrten entlang der Strecke sind für Fußgänger nicht abgesichert, und ich muss ständig auf einbiegende bzw. von hinten kommende Fahrzeuge achten. Das kostet nicht nur Zeit, sondern erfordert auch große Vorsicht. Erst wenn alle Fahrzeuge abgebogen sind, kann ich gefahrlos die Straße queren.

Auf der Rückrunde, bei Kilometer 30 Richtung Osten, nutze ich gelegentlich den rechten Fahrbahnrand zum Walken, wenn der Verkehr für einen Moment nachlässt. Die Halbmarathonläufer sind längst alle im Ziel.

Ein junger Mann schließt sich mir an, doch er hat Schwierigkeiten, mein Tempo zu halten. Nach einer Weile bleibt er stehen, schnürt seine Schuhe neu und dehnt sich. Es zeigt sich, dass erfahrene Marathonläufer oft besser mit Schwächephasen umgehen können als Anfänger. Kurz darauf gibt er auf und bleibt zurück.

Auf meinem Weg zur letzten Wende bei Kilometer 35 mache ich an einem Dixi-Klo Halt. Währenddessen sehe ich auf der gegenüberliegenden Seite Peter und Mirko, die – wie alle anderen – inzwischen auf dem Gehweg in Richtung Ziel unterwegs sind.

Nur noch wenige Marathonläufer sind wie ich auf dem Weg ins Ziel. Während die Matte bei Kilometer 35 noch beaufsichtigt wird und ich den vertrauten Klickton höre, ist man bei Kilometer 40 bereits dabei, die Strecke abzubauen. Meine Zwischenzeit wird notiert, und die Streckenposten werden informiert, dass noch Läufer unterwegs sind.

Es stört mich nicht, dass die Zufahrtsstraße zum Souq Shar inzwischen wieder geöffnet wurde und im Zielbereich die Helfer mit dem Abbau beschäftigt sind. Die Zeitmessung läuft noch, und ich erhalte meine Marathonmedaille. Ein Mitarbeiter von Suffix versichert mir, dass mein Lauf in die Wertung aufgenommen wird.

Kuwait Marathon 2024: Medaille

Einige Finisher sitzen auf Polstern und genießen ihre wohlverdiente Verpflegung. Alle Boxen sind bereits verteilt, sodass ich nur erahnen kann, was darin enthalten war. Doch das ist nebensächlich – mein Lauf zählt, und das ist für mich das Wichtigste.

Anschließend gehe ich in den Souq, kaufe mir ein Baguette mit Thunfisch und eine Dose Cola und setze mich auf eine Bank in der Nähe der Marina. Dort teile ich mein Essen mit einer Katze, die sich dankbar anschließt.

Kuwait Marathon 2024: Futtertteilung mit der Streunerkatze

Mirko, Vincenzo und Peter (von links nach rechts im Bild) haben deutlich unter 6 Stunden gefinisht. Herzliche Gratulation von meiner Seite. Sie haben – wie ich – nun auch den Länderpunkt mitgenommen. Am Abend werde ich ihnen per WhatsApp schreiben. Es wird jedoch einige Zeit dauern, bis die endgültige Ergebnisliste online ist – so war es auch bei anderen Suffix-Marathons, wie zum Beispiel in Bahrain oder Doha.

Kuwait Marathon 2024: Stolze Finisher

Hundert Länder sind für mich derzeit noch kein fester Endpunkt. Im kommenden Jahr werde ich versuchen, noch ein paar weitere hinzuzufügen.

Siegerliste Männer:

1. Hamid ELJANATI (MAR) – 2:22:27       

2. Ahmed JAAFAR (EGY) – 2:32:10           

3. Abdelhamid AHMED (EGY) – 2:39:34 

Reihung bei den Frauen

1. Haya ALFARES (KUW) – 3:30:32           

2. Matilda KYLA-HARAKKA (FIN) – 3:38:15           

3. Anastasija TOPIC (SRB) – 3:50:16         

142 Finisher beim Marathon

Fotos: © Anton Reiter, Sportograf (erworben von Anton Reiter), Mirko Leffler

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