Sifan Hassan WM 2023 Sturz über die 10.000 Meter
Die Niederländerin Sifan Hassan stürzte auf dem Weg zu WM-Gold. Foto: © Getty Images for World Athletics
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Unfassbares Drama bei Leichtathletik-WM

Die erste Laufentscheidung der Leichtathletik-WM in Ungarn endete mit einem unfassbar dramatischen Finale.

Nach einem lange Zeit taktischen 10.000 Meter Rennen entschied ein Sturz nur wenige Meter vor dem Ziel die Goldentscheidung bei den Frauen. Die Leidtragende war die Niederländerin Sifan Hassan, die bei dieser WM das Gold-Triple über die 1.500 Meter, die 5.000 Meter und die 10.000 Meter angestrebt hatte.

Doch der Abend wurde noch skurriler: Nur wenige Minuten nach dem Sturz von Sifan Hassan vergab die Niederlande eine weitere Gold-Chance erneut durch einen Sturz wenige Meter vor dem Ziel.

Sturz nach packendem Duell

Sifan Hassan hielt sich das gesamte Rennen lang zurück. Erst in der Schlussrunde attackierte die zweifache Olympiasiegerin. Auf der Schlussgeraden konnte ihr nur noch die Äthiopierin und Weltjahresschnellste Gudaf Tsegay folgen. Hassan hatte rund 30 Meter vor dem Ziel nur wenige Zentimeter Vorsprung auf Tsegay, die hartnäckig blieb und so Hassan zu einem Fehler zwang. Denn die kam nach mehrmaligem Körperkontakt mit Tsegay selbstverschuldet zu Sturz.https://vg06.met.vgwort.de/na/23ca28ff40a24c6e833a5959f85d9d7f

Blutverschmiert zum Sieg

Gudaf Tsegay hatte auf den letzten Metern freie Fahrt. Die 26-Jährige lief mit blutigen Knien nach 31:27,18 Minuten schlussendlich überlegen zum 10.000-Meter-Sieg. Für die 1.500-Meter-Hallenweltrekordhalterin war es die zweite WM-Goldmedaille im Freien, nachdem sie im Vorjahr Weltmeisterin über die 5.000 Meter wurde.

Äthiopien räumt alle Medaillen ab

Titelverteidigerin Letsenbet Gidey sicherte sich hinter ihrer Landsfrau Silber. Die Weltrekordhalterin über die 10.000 Meter hatte 98 Hundertstel Rückstand auf Tsegay. Den totalen äthiopischen Erfolg komplettierte Ejgayehu Taye auf Platz 3.

Europäerinnen chancenlos

Beste Nicht-Afrikanerin wurde die US-Läuferin Alicia Monson auf Platz 5. Einzige Europäerin in den Top 10 war die Britin Jessica Warner-Judd auf Platz 8. Sifan Hassan ging nach ihrem Sturz auf Platz 11 über die Ziellinie.

Gibt's ja gar nicht: Niederländisches Drama wiederholt sich

Wer nun dachte, der Abend war bereits skurril genug, der sollte sich irren. Denn das niederländische Drama hatte einen zweiten Akt. Im Finale der 4 x 400 Meter Mixed-Staffel lag Femke Bol für die Niederlande kurz vor Schluss in Führung. Doch die Amerikanerin Alexis Holmes lies nicht locker und setzte auf der Zielgeraden zur Gegenattacke an. Und wie auch schon im 10.000-Meter-Finale schien sich auch hier die Niederländerin verunsichern zu lassen. Sie kam in Führung liegend keine 10 Meter vor dem Ziel zu Sturz.

Die USA markierte mit 3:08,80 Minuten einen neuen Mixed-Weltrekord. Femke Bol rettete sich zwar hinter Großbritannien auf Platz 3 über die Ziellinie, allerdings ohne Staffelstab, sodass die Niederlande aus der Wertung fiel. Platz 3 beerbte so Tschechien. Deutschlands Team war auf Platz 7 chancenlos.

Rekord im Kugelstoßen

Gold im Kugelstoßen holte Weltrekordhalter Ryan Crouser. Der zweifache Olympiasieger aus den USA erreichte mit 23,51 Metern einen neuen WM-Rekord und verpasste seinen Weltrekord um nur fünf Zentimeter. Die weiteren Medaillen holten der Italiener Leonardo Fabbri (22,34 Meter / PB) und der US-Athlet Joe Kovacs (USA / 22,12 Meter).

Ergebnisse: 10.000 Meter WM-Finale 2023 - Frauen

RangNameNationZeit
1 Gudaf TSEGAY ETH 31:27.18
2 Letesenbet GIDEY ETH 31:28.16 SB
3 Ejgayehu TAYE ETH 31:28.31
4 Irine Jepchumba KIMAIS KEN 31:32.19 SB
5 Alicia MONSON USA 31:32.29
6 Agnes Jebet NGETICH KEN 31:34.83 PB
7 Ririka HIRONAKA JPN 31:35.12 SB
8 Jessica WARNER-JUDD GBR 31:35.38
9 Grace Loibach NAWOWUNA KEN 31:38.17
10 Sarah CHELANGAT UGA 31:40.04 SB
11 Sifan HASSAN NED 31:53.35
12 Elise CRANNY USA 31:57.51 SB
13 Diane VAN ES NED 32:05.85
14 Natosha ROGERS USA 32:08.05
15 Camilla RICHARDSSON FIN 32:15.74
16 Stella CHESANG UGA 32:38.90 SB
17 Lemlem HAILU ETH 32:42.78
18 Sarah LAHTI SWE 33:09.22 SB
19 Luz Mery ROJAS PER 33:19.61
20 Rino GOSHIMA JPN 33:20.38
21 Maria Lucineida DA SILVA BRA 35:54.18

Foto: © Getty Images for World Athletics

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