Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2025 in Tokio haben einen weiteren unvergesslichen Abend erlebt!
Faith Kipyegon verwandelte den 1500-Meter-Final einmal mehr in ihr ganz persönliches Solo – und die Konkurrenz durfte nur noch staunen. Mit einem souveränen Lauf holte sie sich ihr bereits viertes WM-Gold über diese Distanz.
Eine Königin im Nationalstadion
Das Japan National Stadium bebte, als Kipyegon die Bahn betrat. Ihr Ruf als unumstrittene Königin des Mittelstreckenlaufs eilte ihr voraus – und sie bestätigte ihn eindrucksvoll. Mit 3:52,15 Minuten lag sie fast drei Sekunden vor ihrer Landsfrau Dorcus Ewoi, die in 3:54,92 Minuten eine persönliche Bestzeit aufstellte. Bronze ging an die Australierin Jess Hull (3:55,16), die knapp vor Nelly Chepchirchir ins Ziel kam, obwohl auch Chepchirchir mit 3:55,25 eine Bestmarke erreichte.
„Nach dem Weltrekord in Eugene habe ich mir gesagt: Ich muss nach Tokio, um meinen Titel zu verteidigen. Ich wusste, dass ich es kontrollieren kann“, erklärte Kipyegon nach ihrem Triumph.
Von barfuß zum WM-Dominator
Kipyegons Weg begann nicht auf roten Tartanbahnen, sondern barfuß auf dem Schulweg: zehn Meilen täglich hin und zurück. Aus diesen Schritten wuchs eine Karriere, die ihresgleichen sucht. Heute trainiert sie in Kenias Great Rift Valley unter Patrick Sang, Seite an Seite mit keinem Geringeren als Eliud Kipchoge. Eine bessere Trainingsgruppe lässt sich kaum vorstellen.
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Doch der Erfolg kam nicht nur durch Talent. Nach ihrer Geburtspause und dem Silber in Doha fand sie den endgültigen Glauben an ihre Stärke. „Es machte mich zu der Athletin, die ich heute bin“, sagte sie über diese Phase. Seitdem kennt ihr Karriereweg fast ausschließlich den obersten Podestplatz.
Gold für die Tochter
Dass Tokio für sie eine besondere Bühne ist, zeigte Kipyegon in ihren Worten: „Dieses Sport treibt mich an. Ich habe hier 2021 gewonnen, direkt nachdem ich Mutter wurde. Jetzt kann ich meiner Tochter wieder eine Goldmedaille zeigen.“
Und auch wenn sie in diesem Jahr das Ziel, die Meile unter vier Minuten zu laufen, knapp verpasst hat, bewies sie in Tokio einmal mehr: Sie bleibt die Maßstäbe setzende Athletin auf der Mittelstrecke. Ihr Plan? Nun den Blick auf die 5000 Meter richten und auch dort glänzen.
Unaufhaltsam Richtung Legendenstatus
Von ihrer WM-Premiere 2013 in Moskau, damals Fünfte, bis heute hat sie sich kontinuierlich gesteigert. Zweimal „nur“ Silber – ansonsten Gold, Gold, Gold. In Tokio stand sie von Beginn an an der Spitze, ließ sich nie überholen, auch nicht, als Chepchirchir auf der letzten Runde attackieren wollte. Am Ende war es Jess Hull, die noch einmal Druck machte, doch Kipyegon war längst außer Reichweite.
Mit diesem vierten Weltmeistertitel über 1500 Meter stellt sie sich endgültig in eine Reihe mit den ganz Großen der Leichtathletikgeschichte. Und die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2025 werden als weiterer Meilenstein in ihrer glorreichen Karriere in Erinnerung bleiben.
Ergebnisse WM 2025: 1.500 Meter Frauen
| Pl. | Name (Nation) | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Faith KIPYEGON (KEN) | 3:52.15 |
| 2 | Dorcus EWOI (KEN) | 3:54.92 PB |
| 3 | Jessica HULL (AUS) | 3:55.16 |
| 4 | Nelly CHEPCHIRCHIR (KEN) | 3:55.25 PB |
| 5 | Nikki HILTZ (USA) | 3:57.08 |
| 6 | Freweyni HAILU (ETH) | 3:57.33 |
| 7 | Klaudia KAZIMIERSKA (POL) | 3:57.95 PB |
| 8 | Sarah MADELEINE (FRA) | 3:58.09 PB |
| 9 | Marta PÉREZ (ESP) | 3:58.54 SB |
| 10 | Sarah HEALY (IRL) | 3:59.14 |
| 11 | Gabriela DEBUES-STAFFORD (CAN) | 3:59.65 SB |
| 12 | Salomé AFONSO (POR) | 4:00.47 |
| 13 | Sinclaire JOHNSON (USA) | 4:00.92 |
| 14 | Nele WEßEL (GER) | 4:10.31 |
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