Wenn andere Urlaub machen, schnürt sie die Laufschuhe: Joyce Hübner hat am Sonntag in Helmstedt ein Projekt gestartet, das selbst den hartgesottensten Ausdauer-Freak ins Schnaufen bringt.
Im Rahmen ihres neuen Projekts „Städtetrip“ will die Berliner Extremläuferin binnen 495 Tagen genau 495 Marathons absolvieren – und dabei jede einzelne Stadt Deutschlands mitnehmen. Klingt verrückt? Ist es auch. Aber ganz ehrlich: „Warum denn nicht?!“
Etappe 4: Von Arnum ins Auetal – Laufen bis der Asphalt glüht
Die vierte Etappe des „Städtetrip“ startete am frühen Mittwochmorgen, dem offiziellen „Tag des Laufens“, in Arnum an der Kreuzung Göttinger Straße / Hoher Holzweg. Von dort aus ging’s auf Schusters Rappen quer durch die Region: über Gehrden, Barsinghausen und Bad Nenndorf – mit dem finalen Ziel Westerwald im idyllischen Auetal. Klingt romantisch, ist aber ein echter Härtetest für Beine, Lunge und Durchhaltevermögen.
„Ich freue mich über Jeden und Jede, der mich ein Stück weit begleitet und mitläuft, inlinert oder auf dem Fahrrad dabei ist“, sagte Joyce Hübner, bevor sie sich auf den Weg machte. Und tatsächlich: Entlang der Strecke mischte sich ein buntes Trüppchen Unterstützer unter die Jogger, Inliner und Radfahrer. Die 36-jährige Buchautorin ist bekannt für ihr offenes Wesen, ihre Ausdauer – und ihre Fähigkeit, jeden Lauf zu einer kleinen Party zu machen. Ein bisschen verrückt, ein bisschen philosophisch – und vor allem ein echtes Original.
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Lauftreff mit Herz – Der „Tag des Laufens“ rockt Hannover
Der Abend brachte dann die geballte Lauf-Community Hannovers auf die Beine. Pünktlich um 18 Uhr fiel der Startschuss am Rathaus am Platz der Menschenrechte. Der Beitrag der Landeshauptstadt zum „Tag des Laufens“ war keine Pflichtveranstaltung für Kilometerfresser, sondern eine Einladung an alle, die Freude am gemeinsamen Laufen haben – ganz ohne Stoppuhr oder Leistungsdruck.

Organisiert wurde das Spektakel von Marathon-Veranstalter eichels in Zusammenarbeit mit den KRAFT-Runners und dem Laufteam Niedersachsen. Auf dem Plan standen Strecken über sechs, 7,5 und neun Kilometer – ein bunter Mix für Anfänger, Feierabend-Sprinter und alle, die einfach mal wieder das Gefühl erleben wollten, mit flatterndem Shirt und Seitenstechen durch die Stadt zu fliegen.
Das Ziel: der Maschsee – gleichzeitig Schauplatz einer weiteren Großveranstaltung, dem Behörden-Marathon. Da trafen sich dann Freizeitsportler, Verwaltungsbeamte und Laufprofis zum gemütlichen Ausklang bei Getränk, Applaus und jeder Menge Endorphine. Wer es bis dahin geschafft hatte, konnte sich zu Recht ein Stück Käsekuchen und ein kaltes Getränk verdienen.
Ein Projekt, das Staunen macht
Doch zurück zu Joyce Hübner und ihrem „Städtetrip“. Die Berlinerin ist keine Unbekannte in der Szene. 2023 umrundete sie laufend die gesamte Bundesrepublik: 120 Marathons in 140 Tagen – ein Lauf, der sie national und international auf die Landkarte der Extremsportler katapultierte. Nun setzt sie noch einen drauf. 495 Marathons, 2.059 Städte – und das alles innerhalb von 16 Monaten.
Am Ende soll – wenn alles klappt – Berlin am 8. Oktober 2026 stehen. Da, wo das Herz der Republik schlägt, will Joyce ihr Projekt vollenden. Bis dahin wird sie unzählige Kilometer zurücklegen, sich durch Regen, Sonne, Wind und Wadenkrämpfe kämpfen – begleitet von Menschen, die sich ihr spontan anschließen oder sie am Straßenrand anfeuern. Und immer mit dem gleichen Motto im Herzen: „Warum denn nicht?!“
Mehr Details zu dem Projekt: 495 Marathons in 495 Tagen: Wahnsinnsprojekt durch alle Städte
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