Marathon: Total verlaufen und trotzdem gewonnen
Foto (C) Victah Sailer / Veranstalter
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Marathon: Total verlaufen und trotzdem gewonnen

Kurioser Vorfall bei einer der größten Marathonveranstaltungen Deutschlands!

Die Führungsgruppe beim Düsseldorf-Marathon wurde laut Medienberichten schon früh im Rennen von der Streckenführung falsch geleitet und verlor so mehrere Minuten.

Vom Streifenwagen falsch gelotst

In dieser Spitzengruppe war auch der spätere Sieger Gilbert Yegon und der Zweitplatzierte Richard Mutai. Doch wie kam es zu dem kuriosen Vorfall? Bereits bei Kilometer 8 lotste der Streifenwagen die Top-Läufer weg von der Strecke. Eine Lücke in der Streckenabsperrung führte zu diesem unglücklichen Vorfall. So fehlte ein Absperrband an dieser Stelle. Wieso es fehlte ist bisher noch unklar.

Die Folge war ein Umweg von etwa einem Kilometer. Yegon und Mutai ließen sich davon aber kaum beeindrucken und kämpften sich zurück an die Strecke.

Deutscher hätte fast Sieg beerbt

Auch ein schweres Unwetter mit starkem Regen und sogar Hagel stoppte das Duo auf der zweiten Streckenhälfte nicht und so lief Yegon nach 2:13:55 Stunden mit 13 Sekunden Guthaben auf Mutai über die Ziellinie. Zugegeben, war die Siegerzeit etwas unter den Erwartungen der Veranstalter, wenn man in Düsseldorf Zeiten unter 2:10 Stunden gewohnt ist. Allerdings, angesichts dieser Umstände kann sich die Leistung der zwei Afrikaner durchaus sehen lassen. Und hätten die zwei übrigens noch etwas mehr Zeit durch das Verlaufen verloren, wäre fast ein deutscher Läufer am obersten Siegespodest gestanden. Denn der Drittplatzierte Tom Gröschel hat nach 2:15:20 Stunden nur etwas mehr als eine Minute Rückstand auf das Siegerduo.

Droht nachträgliche Disqualifikation?

Ob Yegon und Mutai aber tatsächlich die Plätze 1 und 2 behalten ist noch offen. Denn ein Verlassen der Route könnte im schlimmsten Falle zur Disqualifikation führen, sofern es einen Einspruch gibt. Das Preisgeld (6000 Euro bzw. 3.500 Euro) dürfen sie laut Organisatoren mit Sicherheit behalten.

Für die absolute Spitzenzeit sorgte nur wenige Minuten später die Weißrussin Volha Mazuronak. Sie stellte mit 2:25:25 Stunden einen neuen Kursrekord auf. Den kompletten Rennbericht zum Düsseldorf-Marathon liest du HIER.

Es gab bereits ähnliche (schlimmere) Vorfälle

In der Vergangenheit gab es übrigens schon einige weitere Vorfälle, bei denen die Spitzenläufer falsch liefen. So gewann vergangenen Herbst beim Venedig-Marathon ein Amateur, nachdem sich alle Spitzenläufer verliefen (mehr dazu: ). Noch schlimmer erwischte es fünf Spitzenläufer beim Kassel-Marathon, die aufgrund einer Panne des Führungsfahrzeuges abkürzten und noch während des Rennens disqualifiziert wurden (mehr dazu: ).

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