Am Sonntag bebt die Brücke zwischen Asien und Europa, denn der Istanbul Marathon 2025 steht bevor – und das mit einem Elitefeld, das selbst Marathon-Herzen in Wallung bringt.
Rund 6.000 Läufer nehmen die legendäre Strecke über den Bosporus in Angriff, flankiert von insgesamt 42.000 Teilnehmern über alle Distanzen. Es ist nicht nur der größte Lauf der Türkei, sondern auch ein wichtiges Aushängeschild auf dem Weg zur möglichen Olympia-Bewerbung Istanbuls für 2036.
Rennleiter Bilge Donuk bringt es auf den Punkt: „Wir haben ein Gold-Label-Rennen, das am Sonntag bereits seine 47. Auflage feiert. Unser Ziel ist es, den Istanbul Marathon weiterzuentwickeln und als sportliches Aushängeschild des Landes zu stärken.“ Und genau das verspricht auch die diesjährige Besetzung des Elitefelds – ein internationales Aufgebot mit reichlich Tempo in den Beinen.
Die Männer: Debela will’s wieder wissen
Der Titelverteidiger Dejene Debela kehrt als großer Favorit zurück. Der Äthiopier gewann im Vorjahr unter schwierigen Bedingungen – starker Wind inklusive – und ist fest entschlossen, diesmal schneller zu sein. Sein persönlicher Rekord von 2:05:46 aus Chicago (2019) zeigt, welches Potenzial in ihm steckt. „Letztes Jahr war es sehr windig, also hoffe ich diesmal auf bessere Bedingungen,“ sagt Debela, der nach Verletzungsproblemen wieder topfit wirkt. Beim Istanbul Marathon 2025 soll die erste Rennhälfte in etwa 63:30 bis 63:45 Minuten absolviert werden – ein Tempo, das Debela gelegen kommen dürfte.
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In seinem Nacken lauern allerdings starke Herausforderer: Der Kenianer Rhonzas Kilimo (2:06:09) bringt reichlich Erfahrung und Selbstbewusstsein mit, während Sufaro Woliyi aus Äthiopien mit 22 Jahren der aufstrebende Youngster im Feld ist – sein Debüt in Xiamen (2:07:19) sorgte in der Szene bereits für Aufsehen. Benard Kipkorir aus Kenia kennt die Strecke bestens: Im Vorjahr wurde er in Istanbul Vierter, mittlerweile hat er seine Bestzeit auf 2:08:12 verbessert. Leider muss Denis Chirchir (KEN) verletzungsbedingt passen, ebenso der Neuseeländer Jake Robertson.
Die Frauen: Äthiopiens Power-Duo greift an
Auch im Frauenrennen verspricht der Istanbul Marathon 2025 Spannung pur. Ganz vorne auf der Favoritenliste stehen zwei Trainingspartnerinnen aus Addis Abeba: Tigst Getnet (2:23:17) und Sofia Assefa (2:23:33). Beide werden von Assefas Ehemann, Kirubel Damtew, trainiert und sind bestens aufeinander eingespielt.
Die 37-jährige Assefa blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück – sie holte Olympia-Silber 2012 und WM-Bronze 2013 über die Hindernisse. Nun will sie auf der Marathonstrecke Geschichte schreiben. Nach einem starken Frühjahrslauf in Kopenhagen (2:26:21) reist sie in blendender Form an. Ihre Trainingspartnerin Getnet, 15 Jahre jünger, hat bereits mehrere Marathons absolviert, doch ihre bisher beste Leistung gelang ihr bei ihrem Debüt 2023 in Dubai mit 2:23:17. Auch sie war in Kopenhagen am Start und finishte mit 2:30:54 – drei Plätze hinter Assefa.
Das äthiopische Aufgebot bleibt beeindruckend: Yenenesh Tilahun Dinkesa (2:24:09), Letebrhan Gebreslasea (2:24:47) und Roman Gidey (2:25:22) komplettieren das Hochgeschwindigkeitsfeld. Letztere lief vergangenes Jahr gleich zwei Marathons in Guangzhou – innerhalb von nur zwei Wochen. Ebenfalls stark einzuschätzen ist die Kenianerin Joan Kilimo (2:25:32), die bei ihrem Debüt in Mailand im Frühjahr prompt Zweite wurde. Die angekündigte Rückkehrerin Ruth Jebet musste ihren Start leider absagen – sie wurde für die Islamischen Solidaritätsspiele in Riad nominiert.
Ein Feld der Superlative
Das Elitefeld des Istanbul Marathon 2025 liest sich wie ein internationales All-Star-Line-up. Bei den Männern reicht die Spannweite von Dejene Debela (2:05:46) über Rhonzas Kilimo (2:06:09) bis zu Isaac Too (2:08:45) und Charles Mneria (2:08:54). Auch lokale Helden wie Yavuz Agrali (2:10:41) und Mert Girmalegesse (2:11:07) wollen ein Wörtchen mitreden.
Bei den Frauen glänzen neben Getnet und Assefa auch Namen wie Adanech Mekonnen (2:26:01), Lucy Cheruiyot (2:27:16) und Meryem Erdogan (2:27:57). Mit ihrer Vielzahl an Topläufern zeigt der Istanbul Marathon, warum er zu den prestigeträchtigsten Citymarathons Europas zählt – und warum er für viele Athleten als Türöffner in die Weltelite gilt.
Elitefelder beim Türkiye İş Bankası Istanbul Marathon 2025
Männer:
| Name | Nation | PB |
|---|---|---|
| Dejene Debela | ETH | 2:05:46 |
| Rhonzas Kilimo | KEN | 2:06:09 |
| Sufaro Woliyi | ETH | 2:07:19 |
| Benard Kipkorir | KEN | 2:08:12 |
| Isaac Too | KEN | 2:08:45 |
| Charles Mneria | KEN | 2:08:54 |
| Hillary Kipchumba | KEN | 2:09:53 |
| Yavuz Agrali | TUR | 2:10:41 |
| Mert Girmalegesse | TUR | 2:11:07 |
| Shadrack Koech | KAZ | 2:11:21 |
| Hüseyin Can | TUR | 2:11:56 |
| Aman Kadi | ETH | 2:12:46 |
| Dominick Bett | KEN | 2:13:13 |
Frauen:
| Name | Nation | PB |
|---|---|---|
| Tigst Getnet | ETH | 2:23:17 |
| Sofia Assefa | ETH | 2:23:33 |
| Yenenesh Tilahun Dinkesa | ETH | 2:24:09 |
| Letebrhan Gebreslasea | ETH | 2:24:47 |
| Roman Gidey | ETH | 2:25:22 |
| Joan Kilimo | KEN | 2:25:32 |
| Adanech Mekonnen | ETH | 2:26:01 |
| Gete Dukale | ETH | 2:26:08 |
| Lucy Cheruiyot | KEN | 2:27:16 |
| Melkam Tesfahun | ETH | 2:27:28 |
| Meryem Erdogan | TUR | 2:27:57 |
| Bizuager Aderra | ETH | 2:28:27 |
| Rael Cherop | KEN | 2:29:15 |

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