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Nedbank RC färbt die Straßen in Soweto grün: Volksrennen in Soccer City auf schwerem Kurs!

Erstmals seit 2019 kehrte der Soweto-Marathon als bedeutsame Veranstaltung an seinen Ursprungsort zurück, begleitet von einem Halbmarathon und einem 10km-Rennen. Der Lauf wird als Volksrennen bezeichnet und über 20.000 Athleten kamen nach Soccer City mit dem Hauptort Nasrec im Gemeindegebiet südwestlich von Johannesburg.

Die Veranstaltung findet in Höhen von über 1.600m statt, der Kurs beinhaltet zahlreiche, kräftezehrende An- und Abstiege. Zudem gibt es kaum Schatten. Soweto ist ein Zusammenschluss zahlreicher Townships und gehört seit 2002 im gesamten Verdichtungsraum zur Metropole Johannesburg. Die Gemeinde Soweto gilt seit  dem Aufstand 1976 als Symbol des Widerstands in der Apartheidszeit und umfasst heute eine Fläche von 200qkm mit etwa 3,5 Millionen Einwohnern. Überwiegend leben in diesem Gebiet Schwarze, unterteilt nach der Herkunft.

Der Nedbank Running Club kam mit großen Hoffnungen zu dieser Veranstaltung, nachdem der Club 5 der 6 Rennen zuvor erfolgreich gewonnen hatte. Es war von Anfang an offensichtlich, dass man die Geschichte der Rennen wiederholen wollte, vorrangig mit allen Laufgruppen. So zeigten sich bereits im Männer-Lauf die Grünhemden des Clubs in vorderster Front. Die Favoriten beobachteten sich alle, als kurz nach der Streckenhälfte Gadisa Bekele Gutama, ein Neuling von Nedbank Äthiopien, mit 25 Sekunden Vorsprung den Marathon auf einer äußerst anspruchsvollen Strecke bestimmte.

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Seine Teamkollegen Yinesu und Daba Ifa Debele (ebenfalls Nedbank Äthiopien) erahnten die Gefahr und begannen in der Verfolgergruppe zu beschleunigen, in der nur Tsepo Ramashamole (Lesotho) mithalten konnte. Nach einem harten Anstieg, den Gutama sicher erklommen hatte, sah er immer noch stark aus,um sich auf den Weg zum Ziel nach Nasrec zu machen, wo ihn als Preisgeld eine Summe von 250.000 Rand (rund 14.000 Euro) erwarten würde. Doch sein Verfolger und Teamkollege Debele rückte unaufhörlich näher, wobei er oft den kürzeren Weg wählte.

Gutama lief tapfer weiter, aber Debele verhielt sich clever und holte seinen Konkurrenten weniger als 2km vor dem Ziel ein und hielt zunächst einen Vorsprung von etwa 10m.

Beide lieferten sich noch einen harten Kampf, bevor Debele kurz vor dem Ziel Klarheit schaffte und als Sieger in 2:18:58 Std. das Rennen gewann. Gutama folgte mit einem Rückstand von 29 Sekunden. Dritter wurde dann Lesothos Tsepo Ramashamole (2:20:21 Std.), der den dritten Nedbank-Läufer Sintayehu Yinesu (ehemaliger Soweto Marathon Sieger) von den ersten Rängen verdrängen konnte. Somit wurde die Podiumsdominanz des Nedbank Running Clubs knapp verhindert.

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Was den Männern nicht gelang, erreichten die Frauen mit einem Backup-Plan. Das Nedbank-Trio aus Äthiopien mit Chaltu Negashu, Amelework Bosho (der Siegerin des 50km-Laufes 2022) und Tinebebe Ali lag von Beginn an in Führung und wirkte eindeutig dominant.Nach einem schnellen 10km-Abschnitt von 36:01 min. fand das Trio einen ruhigeren Rhythmus. Bei Streckenhälfte (1:17:39 Std.) war klar, dass der Streckenrekord (2:33:43 Std.) bestehen bleiben würde.

 Den schweren Anstieg, den Gutama in Führung liegend als Erster der Männer überlief, nutzten die Frauen ebenfalls als Test. Negashu begab sich in die erste Position und ließ zuerst Bosho, dann auch Ali hinter sich. Schnell hatte sie fast 30 Sekunden Vorsprung, dieser dehnte sich bis zum Ziel deutlich aus.In 2:40:56 beendete sie als Siegerin das diesjährige Rennen. Sie war auf den letzten 8km so beherrschend und stark, dass sie der Zweitplatzierten Bosho 2:18 min.abnahm, die auf den letzten 2km eine kämpfende Ali überraschte. Ali behauptete sich aber auf dem dritten Rang und sicherte damit dem Nedbank Running Club alle Podiumsplätze.

"Ich bin so glücklich über meinen Sieg heute, weil die Strecke hart war...", sagte Negashu nach dem Rennen. "Meine Form ist sehr gut und auf einer flachen Strecke weiß ich, dass ich vielleicht 2:25 laufen kann, also ist es für mich heute wichtiger zu gewinnen als schnell zu laufen, weil wir in der Höhe sind und der Kurs hart ist."

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Und Nick Bester, Nationalteammanager des Nedbank Running Clubs, bekannte: "Ich bin zufrieden mit der Art und Weise,wie das Team heute gelaufen ist."

Auch einen Abstecher beim Soweto-Marathon unternahm Louzanne Coetzee,die blinde Medaillengewinnerin der Paralympics (siehe auch Bericht zu SPAR-Rennen Kapstadt), die sich aus sozialen Gründen am Rennen beteiligte. Sie wollte mit Freunden laufen und die Atmosphäre genießen. "Ich werde das diesjährige Soweto als Trainingslauf behandeln - einen,auf den ich mich freue. ...Die Stimmung dieses Rennens ist konkurrenzlos!"

Fotos: Johanna - Actionphoto SA


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