Osaka Women's Marathon
Osaka Women's Marathon, Foto: © Veranstalter
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Stella Chesang läuft in Osaka Marathon-Geschichte

Osaka zeigte sich am Sonntag von seiner schnellsten Seite. Beim traditionsreichen Osaka Women’s Marathon wurde nicht taktiert, sondern gerechnet, kontrolliert und am Ende gnadenlos beschleunigt.

Genau dort setzte Stella Chesang ihren Stempel auf – mit einem Auftritt, der in Erinnerung bleibt.

Geduld als schärfste Waffe beim Osaka Women’s Marathon

Von Beginn an präsentierte sich der Osaka Women’s Marathon als Rennen der Ruhe. Chesang ordnete sich zunächst in eine große Spitzengruppe ein, die das Anfangstempo mit fast stoischer Gelassenheit kontrollierte. Nach fünf Kilometern standen 16:44 Minuten auf der Uhr, bei zehn Kilometern 33:16. Mit dabei: Workenesh Edesa, Bedatu Hirpa sowie mehrere japanische Hoffnungsträger.

Erst jenseits der 15-Kilometer-Marke begann das Feld sichtbar zu arbeiten. Nanaka Izawa verlor allmählich den Anschluss, kurz darauf musste auch Mizuki Matsuda abreißen lassen. Dennoch blieb das Tempo hoch, die Halbmarathonmarke fiel nach 1:10:13 Stunden – ein klares Signal, dass der Osaka Women’s Marathon kein Spaziergang werden würde.

Die entscheidenden Kilometer gehören Chesang

Nach 25 Kilometern kristallisierte sich eine Vierergruppe heraus: Chesang, Hirpa, Edesa und Mikuni Yada. Die Pacemaker verabschiedeten sich bei 30 Kilometern, Yada übernahm mutig die Tempoarbeit. Doch Chesang wirkte dabei stets wie jemand, der noch einen Gang übrig hat.

Ab Kilometer 38 begann sich das Rennen endgültig zu sortieren. Bei 40 Kilometern führte Chesang das Feld an, die Uhr zeigte 2:12:23. Yada setzte noch einmal nach, zog kurz vorbei – doch Chesang konterte. Zwei Kilometer vor dem Ziel verschärfte sie das Tempo entscheidend, löste sich von ihren Konkurrentinnen und machte den Osaka Women’s Marathon zu ihrer persönlichen Bühne.

Ein Sieg mit historischem Gewicht

Nach 2:19:31 Stunden überquerte Chesang die Ziellinie. Damit schrieb sie Geschichte: Als erste Läuferin aus Uganda gewann sie einen Marathon mit World-Athletics-Platinum-Label-Status. Hirpa folgte in 2:19:54, Edesa wurde in 2:19:56 Dritte. Yada verpasste das Podium um eine Sekunde, stellte jedoch mit 2:19:57 den schnellsten Marathon-Debütlauf einer Japanerin auf und rückte auf Rang sechs der nationalen Bestenliste vor.

Für Chesang, die bei der letzten Weltmeisterschaft Platz zwölf belegt hatte, war dieser Sieg ein klares Statement. Kein frühes Risiko, kein hektisches Agieren – sondern ein präzise gesetzter Angriff beim Osaka Women’s Marathon, der Wirkung zeigte.

Ergebnisse im Überblick

1. Stella Chesang (UGA) – 2:19:31
2. Bedatu Hirpa (ETH) – 2:19:54
3. Workenesh Edesa (ETH) – 2:19:56
4. Mikuni Yada (JPN) – 2:19:57
5. Mao Uesugi (JPN) – 2:23:07
6. Rie Kawauchi (JPN) – 2:24:16
7. Mizuki Matsuda (JPN) – 2:16:16
8. Nanaka Izawa (JPN) – 2:27:45

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