Wenn die Rede von der E-Bike WM für Jedermann ist, dann denkt man automatisch an knallharte Anstiege, jede Menge Adrenalin und noch mehr Emotionen.
Bereits zum fünften Mal wurde dieses sportliche Spektakel in Ischgl und Galtür ausgetragen – und über 1.500 Teilnehmer aus 18 Nationen machten die Veranstaltung zu einem unvergesslichen Fest des Radsports. Von Profis bis zu Hobbyfahrern standen alle Seite an Seite am Start und zeigten, dass Weltmeistertitel hier nicht nur eine Frage des Namens sind, sondern der Leidenschaft.
Der große Showdown bei den Herren
In der Königsklasse, der Elite, gab es gleich mehrere Top-Favoriten. Mit am Start: Vorjahres-Champion Linus Gerber aus der Schweiz, der Deutsche Daniel Klemme, die heimischen Hoffnungen Philipp Handl und Daniel Geismayr. Für Geismayr war es die Premiere bei der E-Bike WM – und was für eine! Der Straßen- und Gravelprofi vom Team Vorarlberg ließ sich von Beginn an nicht abschütteln. Gemeinsam mit dem Argentinier René Gonzalo Lifona Deriaz setzte er sich früh ab.

Pechvogel des Tages war der Tiroler Handl, dessen Motor gleich zu Beginn den Geist aufgab. Trotzdem kämpfte er sich mit purem Willen über fast die gesamte Distanz. Währenddessen zog Geismayr nach der Hälfte der 45 Kilometer langen Strecke unwiderstehlich davon. Mit jeder Kurbelumdrehung wuchs der Vorsprung. Am Ende triumphierte er souverän mit 2 ½ Minuten Vorsprung auf Lifona Deriaz. Platz drei schnappte sich Daniel Klemme, während Gerber diesmal mit Rang 4 Vorlieb nehmen musste.
„Es war eine neue Erfahrung mit dem E-Bike. Ich habe trotzdem alles gegeben und bin meine 400 Watt gefahren. Ich freue mich über den Titel und den großartigen Tag.“ – Daniel Geismayr
Goldrausch bei den Damen
Auch das Elite-Rennen der Damen hielt große Emotionen bereit. Von Anfang an setzte sich Lisa Schüttler an die Spitze und distanzierte sogar die dreifache Weltmeisterin Barbara Oberdorfer aus Südtirol. Meter um Meter baute sie ihren Vorsprung aus und verwandelte das Rennen in ihre persönliche Triumphfahrt. Nach 1 Stunde und 38 Minuten durfte sie strahlend die Arme in die Luft reißen. Silber ging an Oberdorfer, Bronze an die Deutsche Susanne Kienzle.
„Es war für mich sehr emotional. Es hat einfach alles zusammengepasst. Am Schluss habe ich mir die Kraft gut eingeteilt. Ich bin überglücklich.“ – Lisa Schüttler

Jeder kann Weltmeister werden
Das Erfolgsgeheimnis der E-Bike WM für Jedermann liegt im Motto „Jeder kann Weltmeister werden“. Neben den spektakulären Elite-Rennen bot die Veranstaltung auch eine Jedermann-Strecke für Fahrer ab zehn Jahren sowie die brandneue Kategorie „Jedermann Advanced“ für ambitionierte Sportler. So standen nicht nur Profis, sondern auch Hobbyfahrer im Rampenlicht. Die Siegerlisten waren lang – und das Strahlen in den Gesichtern der Teilnehmer noch länger.

Ein Highlight war auch die Promi-Dichte: Snowboard-Weltmeister Andreas Prommegger, Super-G-Champion Hannes Reichelt, Ex-Nationalspieler Walter „Schoko“ Schachner und Olympiasiegerin Sigrid Wolf traten ebenfalls in die Pedale. Ganz klar: Diese Mischung aus Spitzensport und Volksfeststimmung macht den Charme des Events aus.
Ein starkes Zeichen für die Region
Die Veranstaltung wurde vom Tourismusverband Paznaun – Ischgl und der E-Bike World Federation organisiert. Obmann Alexander von der Thannen brachte es auf den Punkt: „Die E-Bike WM für Jedermann hat eindrucksvoll gezeigt, welches sportliche Können und welche Begeisterung im Paznaun zusammenkommen. Das erfolgreiche Event ist ein starkes Signal für den Sommertourismus – und wir freuen uns schon heute, wenn wir von 3. bis 5. September 2026 erneut die Weltelite und Freizeitsportler in Ischgl und Galtür begrüßen dürfen. Dieses Zusammenspiel von Sport, Natur und Gemeinschaft macht unsere Region zu einem einzigartigen Treffpunkt im internationalen Radsportkalender.“
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