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Erhöhung der Steuer auf Sportwetten in Österreich: Eine Bedrohung für die legale Branche?

Die österreichische Regierung hat beschlossen, die Steuer auf Sportwetten deutlich zu erhöhen – und zwar von zwei auf fünf Prozent.

Diese geplante Erhöhung ist weit mehr als nur eine geringfügige Anhebung und sorgt in der Branche für heftige Diskussionen. Denn es geht unter anderem um Wettbewerbsfähigkeit, um lukratives Sponsoring im Sport und letztendlich auch um die Frage, wer in Zukunft überhaupt noch in Österreich legale Wetten anbieten kann.

Während sich die Regierung auf zusätzliche Steuereinnahmen freut, warnt die Branche vor dramatischen Folgen. Doch was steckt tatsächlich hinter dieser Entscheidung – und wer wird am Ende der Verlierer sein?

Warum steigen die Abgaben auf Sportwetten gerade jetzt?

Österreich setzt mit dieser Maßnahme einen internationalen Trend fort, aber in einem eigenen speziellen Stil. Deutschland hat bereits eine Steuer von 5,3 Prozent auf Sportwetten im Internet eingeführt, Frankreich verfolgt ebenfalls ein komplexes Steuersystem, das zu hohen Staatseinnahmen führt. In beiden Ländern wurde die Anpassung allerdings mit klaren regulatorischen Maßnahmen begleitet. In Österreich kommt die Erhöhung jedoch überraschend, ohne Vorlaufzeit oder eine  strategische Anpassung des Marktes.

Die österreichische Regierung verspricht sich also durch die Steuererhöhung eine zusätzliche Einnahme in Millionenhöhe. Was sie jedoch nicht öffentlich thematisiert: Die Anhebung trifft vor allem die legalen Anbieter, die sich ohnehin an bestehende Regeln halten.

Illegale Plattformen, die keine Steuern zahlen und außerhalb des staatlichen Einflusses agieren, bleiben also von dieser Erhöhung unberührt. Das sorgt selbstverständlich für Unmut in der Branche – nicht nur bei Wettanbietern, sondern auch bei Sportvereinen, die von Sportwettenanbietern als Sponsoren abhängig sind.

Sportwetten sind kein Glücksspiel? Die (steuer-)rechtliche Sonderbehandlung in Österreich!

Österreich verfolgt eine ganz eigene Philosophie, wenn es um Sportwetten geht. Während Glücksspiele wie Roulette oder Poker unter das staatliche Glücksspielmonopol fallen, werden Sportwetten anders gehandhabt. Sie werden gewerblich reguliert, benötigen keine Casino-Konzession und werden auch steuerlich anders behandelt. Während Online-Casinos eine Umsatzbeteiligung abführen, zahlen Wettanbieter eine Steuer auf die Einsätze – genau diese Abgabe wurde nun mehr als verdoppelt.

Warum? Die Argumentation dahinter basiert auf der Annahme, dass Wetten eine Mischung aus Geschicklichkeit, Wissen und einer kleinen Portion Glück sind, während Casino-Spiele als reines Glücksspiel gelten.

Ein Blick auf die Wettquoten zeigt jedoch, dass auch hier die Wahrscheinlichkeiten von Algorithmen berechnet werden und ein klarer Hausvorteil besteht. Die Grenze zwischen Sportwetten und Glücksspiel ist ebenfalls fließend – steuerlich macht sie in Österreich jedoch einen enormen Unterschied.

Wer zahlt in Österreich eigentlich Steuern?

Der österreichische Wettmarkt ist international. Neben österreichischen Anbietern gibt es zahlreiche Unternehmen mit Lizenzen aus dem EU-Ausland, die ihre Dienstleistungen im Land anbieten. Rechtlich ist das ein heiß diskutiertes Thema. Die Regierung erkennt ausländische Lizenzen offiziell nicht an, duldet aber die Tätigkeit vieler Unternehmen.

Was oft übersehen wird: Viele dieser international tätigen Anbieter zahlen trotz unklarer rechtlicher Lage Steuern in Österreich. Plattformen wie Casino Group liefern eine Übersicht über solche Unternehmen, die sich an die Steuerregeln halten und einen wichtigen Beitrag zum Staatshaushalt leisten. Die neue Steuererhöhung könnte genau dieses Unternehmen hart treffen. Die Frage ist, ob sie weiterhin im österreichischen Markt bleiben oder ihr Angebot auf Länder verlagern, in denen die regulatorischen Bedingungen stabiler sind.

Höhere Steuern – und dann?

Sportwetten funktionieren nach einem grundlegenden Prinzip: Anbieter berechnen Quoten so, dass sie langfristig Gewinne erzielen, während Spieler darauf hoffen, mit Strategie, Wissen und/oder Glück das Beste aus ihren Einsätzen herauszuholen. Die neue Steuer wird genau dieses Gleichgewicht verschieben.

Höhere Abgaben bedeuten, dass Wettanbieter entweder schlechtere Quoten anbieten oder ihre Kosten anderweitig senken müssen. Beides ist für Spieler ein Problem. Wer sich bisher über halbwegs faire Quoten bei Sportwetten im Wettkampf freuen konnte, wird vermutlich bald feststellen, dass die Gewinne sinken. Und was passiert, wenn legale Plattformen unattraktiv werden? Die Antwort liegt auf der Hand: Kunden suchen sich Alternativen – und die finden sich oft in weniger regulierten oder ganz illegalen Märkten.

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Die Gefahr des Schwarzmarktes: Wird die Steuererhöhung illegale Wetten fördern?

Im Klartext: Wenn legale Anbieter ihre Quoten verschlechtern, wird der Schwarzmarkt attraktiver. Internationale, nicht regulierte Plattformen bieten höhere Gewinne, keine Wettsteuern und oft auch großzügigere Boni.

Dass hohe Steuern den Schwarzmarkt stärken können, zeigen Beispiele aus anderen Ländern. In Deutschland führte die Einführung der neuen Wettsteuer dazu, dass viele Spieler auf nicht lizenzierte Plattformen ausgewichen sind. Der Staat wollte den Markt kontrollieren, erreichte aber genau das Gegenteil. Ein ähnliches Szenario droht nun laut kritischen Stimmen auch in Österreich.

Die Behörden haben bisher kaum Mittel, um gegen illegale Anbieter vorzugehen. Während lizenzierte Unternehmen strenge Vorgaben einhalten, agieren Schwarzmarkt-Plattformen außerhalb jeder Kontrolle. Es bleibt fraglich, wie die Regierung sicherstellen wird, dass sich der österreichische Wettmarkt nicht in eine völlig unkontrollierte Richtung entwickelt.

Sportwetten-Sponsoring: Was passiert mit dem österreichischen Sport?

Wettanbieter sind nicht nur für Spieler relevant, sondern auch für den Sport selbst. Europas Klubs werden immer abhängiger von Sportwetten – und auch in Österreich finanzieren sich viele Fußball- und Eishockeyclubs (zum Beispiel OÖEHV) größtenteils durch Sponsoring-Verträge mit Wettunternehmen. Diese Partnerschaften sind lukrativ – und für viele Vereine existenziell wichtig.

Mit der Steuererhöhung wächst das Risiko, dass diese Sponsorengelder zurückgehen. Internationale Anbieter könnten ihre Budgets kürzen oder sich ganz aus Österreich zurückziehen. Besonders kleinere Clubs wären davon betroffen. Schon jetzt gibt es kritische Meinungen aus dem Sportbereich, die befürchten, dass die Steueranpassung langfristige Konsequenzen für den Profisport haben könnte.

Massive Kritik an der Steuererhöhung

Branchenvertreter kritisieren die geplante Steuererhöhung vehement. Die Maßnahme komme überstürzt, sei schlecht durchdacht und gefährde die Wettbewerbsfähigkeit legaler Anbieter. Besonders der plötzliche Zeitplan sorgt für Unmut. Während ursprünglich eine Steuererhöhung für 2026 angekündigt war, müssen Unternehmen nun bereits 2025 mit den neuen Abgaben rechnen.

Kritisiert wird vor allem, dass legale Anbieter bestraft werden, während illegale Plattformen weiterhin unbehelligt bleiben. Die Forderungen der Branche sind daher klar: Entweder muss es strengere Maßnahmen gegen den Schwarzmarkt geben oder es bedarf einer differenzierteren Steuerregelung, die kleinere Anbieter nicht aus dem Markt drängt.

Fazit: Eine Steuer mit gefürchteten Nebenwirkungen?

Die Erhöhung der Wettsteuer mag auf den ersten Blick eine einfache Maßnahme zur Erhöhung der Staatseinnahmen in Österreich sein. Doch die Konsequenzen sind weitaus komplexer. Legale Anbieter stehen unter Druck, die Attraktivität ihres Angebots lässt nach, der Schwarzmarkt könnte an erheblicher Bedeutung gewinnen und das Sportsponsoring in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ob diese Steuererhöhung wirklich den gewünschten Effekt bringt oder langfristig in der Branche mehr Schaden als Nutzen verursacht, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur, dass der österreichische Wettmarkt vor einer massiven Veränderung steht – und dass nicht alle Anbieter diese Veränderung überleben werden.

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