Asphalt, Tempo, Gänsehaut. Der 10K Facsa Castellón hat sich am Sonntag endgültig in die Geschichtsbücher katapultiert.
Beim 10K Facsa Castellón in Spanien purzelten nicht nur Bestzeiten, sondern vor allem die Europarekorde. Während vorne Weltklassezeiten gebrannt wurden, lief hinter ihnen die europäische Elite so schnell wie nie zuvor über zehn Kilometer auf der Straße.
Im Mittelpunkt stand zunächst ein 20-Jähriger, der bei seinem Debüt über diese Distanz so tat, als hätte er nie etwas anderes gemacht: Harbert Kibet. Der Ugander gewann den 10K Facsa Castellón in 26:39 Minuten, Weltjahresbestzeit und die fünftschnellste Zeit, die jemals gelaufen wurde. Eine Sekunde fehlte auf die Marke seines Landsmanns Joshua Cheptegei, dem Weltrekordhalter über 5000 und 10.000 Meter. Kibet lief sein eigenes Tempo, schaute 1500 Meter vor dem Ziel kurz über die Schulter und entschied: Das reicht.
Schrub greift an und schreibt Geschichte
Hinter Kibet entwickelte sich ein europäisches Duell auf Messers Schneide. Yann Schrub aus Frankreich erreichte das Zeil nach 26:43 Minuten und sicherte sich damit nicht nur Rang zwei, sondern auch den neuen Europarekord. Er unterbot die bisherige Bestmarke von Andreas Almgren, der erst im Vormonat in Valencia 26:45 gelaufen war und diese Zeit nun in Castellón exakt bestätigte. Zwei Sekunden entschieden zwischen Rekord und knapp daneben.
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Schrub verbesserte mit seinem Lauf den Europarekord und schob sich auf Rang sechs der ewigen Weltbestenliste. Almgren musste sich diesmal mit Platz drei begnügen, dicht gefolgt von Silas Senchura, der in 26:58 Minuten ebenfalls unter der 27-Minuten-Marke blieb. Angeführt wurde die Spitzengruppe lange von Tempomacher Mike Foppen, der eine siebenköpfige Führungsgruppe nach 5 Kilometern in 13:23 Minuten durchschleuste. Bis Kilometer sieben blieb alles offen, dann setzte Kibet seinen entscheidenden Antritt.
Keith schnappt sich den Europarekord
Auch im Frauenrennen wurde der 10K Facsa Castellón zur Bühne für europäische Rekordträume. Megan Keith aus Großbritannien lief 30:07 Minuten und verbesserte damit den Europarekord um eine Sekunde. Die bisherige Bestmarke hielt ihre Landsfrau Eilish McColgan, die diesmal 30:35 Minuten lief und Sechste wurde. Vor ihr platzierte sich Purity Gitonga in 30:25 Minuten, die Zwillingsschwester der Siegerin.
Keith ließ zudem Jana Van Lent hinter sich, die im Vormonat in Nizza 30:10 Minuten erreicht hatte und in Castellón 30:50 lief. Die 30:05 Minuten von Lonah Chemtai Salpeter aus Tilburg im Jahr 2019 bleiben zwar die schnellste jemals von einer Europäerin erzielte Zeit, wurden jedoch nie als offizieller Europarekord anerkannt. Der 10K Facsa Castellón hat damit nun eine offiziell bestätigte neue Bestmarke.
Gitonga mit Riesensprung in die Weltspitze
Ganz vorne im Frauenrennen setzte Caroline Gitonga ein Ausrufezeichen. Die Kenianerin gewann in 29:34 Minuten und verbesserte ihre persönliche Bestzeit um mehr als eine Minute. Im Vorjahr war sie in Castellón noch Achte in 30:46 Minuten gewesen, diesmal lief sie in die Top Ten der ewigen Weltbestenliste. Nach 5 Kilometern hatte sie gemeinsam mit Nelvin Jepkemboi 14:32 Minuten passiert. Jepkemboi versuchte sich abzusetzen, doch Gitonga konterte entschlossen und übernahm die Führung mit einem Antritt, der das Rennen entschied.
Mit elf Sekunden Vorsprung erreichte sie das Ziel vor Jepkemboi in 29:45 Minuten. Dritte wurde Chaltu Dida aus Äthiopien in 29:50 Minuten. Keith folgte als Vierte mit Europarekord in 30:07 Minuten.
Ergebnisse im Überblick
Frauen
1. Caroline Gitonga 29:34
2. Nelvin Jepkemboi 29:45
3. Chaltu Dida 29:50
4. Megan Keith 30:07
5. Purity Gitonga 30:25
6. Eilish McColgan 30:35
Männer
1. Harbert Kibet 26:39
2. Yann Schrub 26:43
3. Andreas Almgren 26:45
4. Silas Senchura 26:58
5. Biniyam Melak 27:10
6. Bereket Nega 27:39
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