Hoorn? Mehr als nur Käse, Grachten und Windmühlen. Am Wochenende wurde das niederländische Hafenstädtchen zum Epizentrum der Triathlon-Welt.
Der IRONMAN 70.3 Westfriesland und sein olympischer Bruder, der 5150 Triathlon Westfriesland, zogen über 2.500 Athleten in die historische Stadt, die bei Sonnenaufgang noch wie aus einem Reiseprospekt wirkte – und sich wenig später in ein brodelndes Sport-Mekka verwandelte.
Schon ab 7:00 Uhr flogen die ersten Kraulschläge durch das Wasser des alten Hafens, als knapp 2.000 Athleten in die Mitteldistanz des IRONMAN 70.3 Westfriesland starteten. Wer dachte, die Niederlande seien flach und gemütlich, wurde spätestens beim Radpart der Wahrheit überführt. Kopfsteinpflaster, Seitenwind vom Markermeer und 90 knackige Kilometer später wartete nur noch ein Halbmarathon – für alle, die bis dahin noch stehen konnten.
Drama bei den Männern – mit dänischem Happy End
Beim Schwimmen hatte Fabian Meeusen noch die Nase vorn. Doch auf dem Rad zauberte Tristan Olij ein echtes Westfriesisches Windwunder: Von Platz 20 nach dem Schwimmen pflügte er durchs Feld wie ein holländischer Bauer im März. Leider war der Mann des Tages ein anderer – und er kam aus dem Land der Lakritze und Legosteine.

Mathias Lyngso Petersen aus Dänemark zeigte auf der Laufstrecke, was Skandinavier mit ordentlich Smørrebrød im Tank draufhaben. Vom sechsten Platz nach dem Radrennen stürmte er an allen vorbei und sicherte sich den obersten Platz auf dem Treppchen. Mit einer Zeit von 3:43:38 war ihm keiner gewachsen – weder Dieter Comhair aus Belgien noch Thomas Bishop aus Großbritannien konnten ihm folgen.
Heimsieg mit Stil: Die Königin von Westfriesland
Bei den Damen begann alles im Wasser: Natalie van Coeverden zog voraus wie ein Delfin mit Zielbewusstsein. Doch kaum saß Marlene de Boer auf dem Rad, übernahm sie das Kommando – und gab es bis zur Ziellinie nicht mehr ab. Was folgte, war eine wahre Triumphfahrt über Heimatboden.

Mit einem eindrucksvollen Ritt durch die Westfriesische Landschaft dominierte de Boer das Feld und beendete das Rennen nach 4:12:25. Ihr Sieg beim IRONMAN 70.3 Westfriesland war nicht nur sportlich eindrucksvoll, sondern auch emotional – denn was gibt’s Schöneres, als zuhause zu gewinnen? Hinter ihr landeten Maja Stage Nielsen aus Dänemark und Solene Billouin aus Frankreich.
5150 Triathlon Westfriesland: Sprinten statt Schnacken
Auch die olympische Distanz beim 5150 Triathlon Westfriesland hatte es in sich. Nur die Distanzen waren kürzer – das Leiden aber mindestens genauso episch. Und vorneweg? Ein Mann, der vom ersten Meter an keine Zweifel aufkommen ließ: Paolo Toua.
Der Südafrikaner dominierte wie ein Radprofi im Einzelzeitfahren und ließ die Konkurrenz mit einem Endzeit von 2:06:57 alt aussehen. Devin Noordhoek und Robin Verlinde holten für die Niederlande immerhin noch Podiumsplätze – wenn auch mit gebührendem Abstand.

Bei den Frauen zeigte Malgorzata Szpakowska aus Polen, dass auch nördlich der Alpen Triathlontalente wachsen. Sie lief mit 2:29:35 über die Linie und ließ Iris Ton sowie Anna Koopmans hinter sich, die beide ebenfalls aus den Niederlanden stammen. Das Publikum – mittlerweile braungebrannt, laut und ein bisschen stolz – feierte sie wie eine Local Heroine.
Westfriesland liefert: Wetter, Stimmung, Wahnsinn
Wer immer noch denkt, Triathlon sei nur was für Leute mit zu viel Freizeit und bunten Trikots, war offensichtlich nicht beim IRONMAN 70.3 Westfriesland. Die Mischung aus perfektem Wetter, logistisch durchgetaktetem Event und unermüdlichen Volunteers machte aus einem sportlichen Großevent ein echtes Volksfest. Die Stadt Hoorn präsentierte sich nicht nur als Gastgeber, sondern als Herzstück einer Region, in der man Wind nicht verflucht – sondern nutzt.

Der IRONMAN 70.3 Westfriesland und der 5150 Triathlon Westfriesland waren mehr als Wettkämpfe – sie waren eine Ode an den Ausdauersport, verpackt in typisch niederländischer Direktheit, gewürzt mit internationalem Flair. Wer einmal dabei war, weiß: Hier geht’s nicht nur ums Finishen – hier geht’s ums Erleben.
Alle Ergebnisse und Fotos vom Ironman 70.3 Westfriesland 2025
Kommentar schreiben