Während die Welt gebannt nach Bormio blickt, wo die Elite um das erste olympische Edelmetall im Skibergsteigen kämpft, scharrt man in Südtirol bereits mit den Hufen.
In exakt einem Monat verwandelt sich das Martelltal wieder in das Zentrum der internationalen Skitouren-Szene. Die Marmotta Trophy steht vor ihrer 18. Auflage und bringt den Weltcup-Zirkus direkt in unsere Hinterhöfe. Wer glaubt, Skitourengehen sei nur gemütliches Wandern am Berg, der hat die Rechnung ohne das mörderische Tempo bei der Marmotta Trophy gemacht.
Ein Hauch von Olympia weht durch das Martelltal
Es ist endlich passiert: Skibergsteigen ist olympisch. Was für viele Tourengeher am Wochenende das ultimative Freiheitsgefühl bedeutet, ist im Profibereich ein knallharter Leistungssport geworden. Die Marmotta Trophy profitiert in diesem Jahr massiv von dieser neuen Aufmerksamkeit. OK-Chef Georg Altstätter sieht die Entwicklung durchweg positiv, bleibt aber gewohnt bodenständig. Er weiß genau, was dieser Ritterschlag für sein Event bedeutet.
Natürlich ist das eine gute Sache. Auf die Aufnahme ins olympische Programm haben alle hingearbeitet. Wenn Italien auch noch eine Medaille machen würde, wäre die Aufmerksamkeit hierzulande noch größer, auch für uns, erklärt Altstätter mit Blick auf die aktuelle Stimmungslage. Die Vorbereitungen für die Marmotta Trophy laufen derweil auf Hochtouren, damit die Strecke beim Biathlonzentrum Grogg rechtzeitig in perfektem Zustand ist.
Vom Ruinen-Charme bis zum Highspeed-Sprint
Das Programm der Marmotta Trophy ist nichts für schwache Nerven. Los geht der Wahnsinn am Donnerstag, den 19. März, mit dem Einzelrennen beim legendären alten Hotel Paradiso. Die Herren und Damen stürzen sich dort in ein Gelände, das alles abverlangt: Steile Aufstiege, bei denen die Lungen brennen, und Abfahrten, die nur für absolute Könner gedacht sind. Die Ruine des Hotels bietet dabei eine Kulisse, die man so schnell nicht vergisst.

Nach einem wohlverdienten Ruhetag am Freitag geht es bei der Marmotta Trophy erst so richtig ans Eingemachte. Am Samstag folgen die Mixed-Staffeln. Hier bilden jeweils ein Mann und eine Frau ein Team. Das Prinzip ist einfach, aber brutal: Ski an, Aufstieg, Ski auf den Rucksack, zu Fuß weiterpowern und dann im Tiefflug durch die Tore zurück zum Wechsel. Georg Altstätter betont die Einsatzbereitschaft seines Teams: Wir sind auf einem guten Stand. Für die Mixed-Staffeln am Samstag, 21. März und die Sprints am Sonntag, 22. März steht beim Biathlonzentrum Grogg in Martell schon so gut wie alles bereit.
Zuschauerspektakel der Extraklasse
Der krönende Abschluss der Marmotta Trophy findet am Sonntag mit den Sprints statt. Hier kämpft jeder für sich allein auf einer Strecke, die maximale Explosivität erfordert. Das Beste für die Fans: Man muss kein Bergsteiger sein, um hautnah dabei zu sein. Von der Biathlonarena aus hat man den perfekten Überblick über das gesamte Geschehen. Während die Athleten bei der Marmotta Trophy um jede Sekunde im Weltcup-Ranking kämpfen, können die Zuschauer gemütlich das Spektakel verfolgen.
Das Einzelrennen am Donnerstag bleibt laut Altstätter allerdings die größte logistische Herausforderung: Das Einzelrennen am Donnerstag, 19. März ist dann natürlich witterungsabhängig, dafür können die Vorbereitungen erst einige Wochen vor dem Wettkampfstart beginnen. Wer die Faszination Skibergsteigen live erleben will, sollte sich dieses Wochenende rot im Kalender markieren.

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