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Die Winter wurden in den vergangen Jahrzehnten immer milder - ein Trend der sich mit großer Wahrscheinlichkeit fortsetzen wird.

In der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) werden die Winter in allen Höhenlagen milder, so das Ergebnis einer Untersuchung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz.

Skigebiete in den nächsten Jahrzehnten noch nicht stark betroffen

Kurzfristig gibt es allerdings Entwarnung: Zwar wird durch die Klimaerwärmung der Schnee in den tiefen Lagen deutlich weniger, in höheren Lagen ab etwa 1.500 bis 2.000 Meter ist in den nächsten Jahrzehnten noch mit ausreichend Naturschnee für den Wintersport in Skiregionen zu rechnen. Nur Maßnahmen die zur Reduktion von Treibhausgasen, wie Kohlendioxid führen, können die Erwärmung und damit den stark steigenden Rückgang des Schnees bremsen.

Langfristige Trends schwierig vorauszusagen

Ein klares Zeichen für den Klimawandel ist die steigende Temperatur in der Luft, die einerseits dafür sorgt, dass sich der Schnee nicht so lange hält, andererseits kommt es deswegen in tieferen Lagen häufiger zu Regenfällen anstatt zu Schneefällen. Langfristige Trends sind laut ZAMG allerdings schwierig, da die Temperaturen von Jahr zu Jahr stark schwanken. Erst ab einem Zeitraum von 8 Jahrzehnten können Tendenzen eindeutig erkannt werden, wie die durch den Menschen beeinflusste Klimaerwärmung.

Ein Rekordwinter folgt dem anderen

Besonders bedenklich ist die Entwicklung in den letzten Jahren. In der 253-jährigen Messgeschichte in Österreich wurden die wärmsten Winter alle in den letzten 15 Jahren gemessen (2006/07, 2019/20, 2013/14, 2015/16). In der Schweiz wurde im vergangen Jahr gar der wärmste Winter seit Einführung des offiziellen Messnetzes gemessen.

Die wärmsten Winter (Dezember, Jänner, Februar) in Österreich seit 1767:

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  1. 2006/2007
  2. 2019/2020
  3. 2013/2014
  4. 2015/2016
  5. 1997/1998
  6. 1795/1796
  7. 1833/1834
  8. 1915/1916
  9. 1974/1975
  10. 2014/2015

Höhere Temperaturen auch auf den Bergen

Hohenpeißenberg (D) und Säntis (CH): Warme Winter wurden in den letzten Jahrzehnten häufiger, kalte seltener. Vergleich mit der Klimareferenzperiode 1961-1990. Die strichlierte Linie markiert den Anstieg der Erwärmung (linearer Trend). Quelle: DWD/ZAMG/MeteoSchweiz

Das Sonnblick-Observatorium der ZAMG auf 3.106 Metern Seehöhe zeigte in der 134-jährigen Geschichte eine Erwärmung von 1,9 Grad Celsius im Winter, auch wenn es in den letzten drei Jahrzehnten sogar zu einer leichten Abkühlung kam. Ähnlich auch die Entwicklungen in Deutschland mit Temperaturanstiegen um 1,4 bis 1,7 Grad Celsius seit 1881. Selbiges Bild trifft auch auf die Bergstation Säntis in der Schweiz zu (1,7 Grad Celsius) zu.

Die Wintersaison wird kürzer

Besonders stark von der Klimaerwärmung sind die Städte in Tieflage betroffen. Die Tage mit Schneedecke nahmen in Städten wie Wien, Innsbruck und Graz in den letzten 90 Jahren um rund 30 Prozent ab. Ähnlich ist die Entwicklung auch in der Schweiz.

Winter-Tourismus langfristig in Gefahr

In den nächsten Jahrzehnten ist mit einer Fortsetzung des Trends zu rechnen. Wie stark diese Änderungen ausfallen werden, kann aber vom Menschen beeinflusst werden. Würde man die Reduktion der Treibhausgase tatsächlich umsetzen, so könnte das zu einer deutlichen Dämpfung der Erwärmung führen. Hält der Trend allerdings weiterhin an, dann würde die Schneedeckendauer bis zum Jahr 2100 in den tiefen Lagen um 90 Prozent abnehmen, in Lagen um 1.500 Meter um mehr als 50 Prozent. Der Winter-Tourismus wäre also in diesem Fall stark gefährdet. Auch das Zeitfenster für die mittlerweile ohnehin größtenteils notwendige technische Beschneiung von Skipisten würde sich deutlich verkleinern.

Bei einer Einhaltung des Paris Abkommens wären die Auswirkungen nur halb so groß.

Dazu passend:

Die Zahl der Tage mit Schneedecke schwankt von Winter zu Winter stark. In den letzten 30 Jahren wurden die Schneedeckentage aber in den tiefen Lagen von Deutschland, Österreich und der Schweiz weniger. Quelle: DWD/ZAMG/MeteoSchweiz


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