Wenn ein Dorf zur Gladiatoren-Arena wird
Filzmoos hat an diesem Wochenende den sanften Tourismus kurz beiseitegeschoben und sich in eine Kampfarena für Ausdauerfanatiker verwandelt. Der Runmageddon X feierte seine Österreich-Premiere – und das nicht im stillen Kämmerlein, sondern mit voller Wucht: drei Tage, drei Distanzen, unzählige Höhenmeter und Hindernisse, die selbst einen Bergziege ins Schwitzen bringen würden.
Startschuss war bei der Unterhofalm, das Zielgelände wartete an der Talstation der Großbergbahn. Dazwischen: alpine Trails, fiese Steigungen, rasante Downhills und bis zu 36 Hindernisse, die alles abverlangten. Auf der Langdistanz führte die Route sogar über den 2.245 Meter hohen Rötelstein – ein Ort, an dem der Blick atemberaubend ist, sofern man noch genug Sauerstoff hat, um überhaupt geradeaus zu schauen.
Ein internationales Schlachtfeld
Das Teilnehmerfeld war bunt gemischt: Die größte Fraktion kam aus Polen – nicht verwunderlich, schließlich wurde das Format dort vor über zehn Jahren geboren und hat Kultstatus erreicht. Dazu gesellten sich Läufer aus Österreich, Deutschland, Italien und Tschechien. Insgesamt standen 255 Athleten an der Startlinie. Ein paar besonders Hartgesottene machten keine halben Sachen: 33 von ihnen liefen einfach alle drei Distanzen. Darunter mit Inez Rzepecka auch eine Frau und gleich zwei Vater-Sohn-Duos, die offenbar eine sehr eigenwillige Definition von „Familienausflug“ haben.

Auch die Kids mischten mit
Beim Runmageddon X Kids Race über einen Kilometer mit fünf Hindernissen traten 47 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren an. Sie meisterten die Strecke mit einer Energie, die so manchem Erwachsenen in den Steigungen gutgetan hätte.
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Stimmen aus Filzmoos
„Extreme Events – unsere Gäste aus Polen und Veranstalter des Runmageddon X – sind ebenso wie wir begeistert von der Runmageddon Premiere in Österreich und überzeugt davon, dass Filzmoos künftig der jährliche Höhepunkt der Runmageddon Serie wird“, sagte Peter Donabauer, Tourismuschef von Filzmoos. Die Resonanz sei überwältigend gewesen. Schon jetzt ist klar: Der nächste Runmageddon X findet wieder in Filzmoos statt – und die Latte wird noch höher gelegt.
Die Resultate – keine Gnade für schwache Beine
6+ Kilometer (tatsächlich 11 km / 15 Hindernisse)
119 Starter gingen ins Rennen. Platz 1 sicherte sich Ernst Jaz in 1:19:15, gefolgt von Pawel Kaniecki (1:21:13) und David Kowalczyk (1:33:13). Schnellste Dame: Franziska Berger mit 1:49:38 – Gesamtplatz 10.
15+ Kilometer (tatsächlich 17,5 km / 27 Hindernisse)
Bei 63 Startern setzte sich Jörg Eissmann in 2:22:46 durch. Dahinter Kamil Bialon (2:26:17) und Pawel Kaniecki (2:31:03). Schnellste Dame: Marzena Rys-Hanusiak mit 3:04:59 – Gesamtplatz 6.
25+ Kilometer (tatsächlich 31 km / 36 Hindernisse)
73 Starter, eine Monsterstrecke. Sieger: Pawel Kaniecki (5:48:15), knapp vor Kamil Psuit (5:49:39) und Leszek Hanusiak (5:52:12). Schnellste Dame: Adrianna Badran mit 6:26:53 – Gesamtplatz 7.

Runmageddon X – die Geschichte
Seit 2014 ist der Runmageddon X das Synonym für Schlamm, Ausdauer und Teamgeist. Drei Distanzen stehen zur Auswahl: eine kompakte 6-Kilometer-Variante für Einsteiger, die fordernde 15-Kilometer-Option und die exklusive 25-Kilometer-Strecke für echte Serienjunkies. Dazu kommt der Kids-Run, der ohne Startgebühr auskommt, aber reichlich Bewegung, Spaß und Natur liefert. Viele starten in Gruppen und helfen sich gegenseitig – nicht nur über Hindernisse, sondern auch über den eigenen inneren Schweinehund.
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