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10 Marathonläufer von Olympischen Spielen ausgeschlossen

Etwa zweieinhalb Monate vor dem Olympischen Marathon wurden zehn Läufer von den Olympischen Spielen 2024 in Frankreich ausgeschlossen.

World Athletics strich zehn Läufer von den Listen, die ursprünglich mit einem Startplatz in Paris gerechnet hätten. Nun gibt es sogar eine Petition gegen dieses Vorgehen von World Athletics.

Betroffen waren zehn Athleten, die zwar nicht das direkte Olympia-Limit von 2:08:10 Stunden erreicht hatten, denen aber über das World Ranking ein Startplatz zugestanden wäre.https://vg07.met.vgwort.de/na/18202fbce0a7458da224674961073646

So funktioniert das System

Das Qualifikationssystem ist für Außenstehende etwas komplex. In der Leichtathletik gibt es zwei Wege, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Über ein Limit oder über das World Ranking. Wobei der zweite Weg nur dann möglich ist, wenn über das Limit nicht die maximale Anzahl an Startplätzen vergeben wurden. Und so war es beim Marathonlauf. Da stehen mindestens 80 Startplätze zur Verfügung. Bei den Frauen knackten mehr als 80 Frauen das Limit von 2:26:50 Stunden, damit war keine weitere Qualifikation über das World Ranking möglich. Bei den Männern hingegen qualifizierten sich nur 70 Läufer über die direkte Norm von 2:08:10 Stunden. Demnach haben zehn weitere Läufer mit einer einer Olympia-Teilnahme über das World Ranking gerechnet.

Disqualifikation während der Olympia-Vorbereitung

Diese 10 betroffenen Läufer befanden sich mittlerweile mitten in der Olympia-Vorbereitung, ehe es nun die Absage für den Olympia-Marathon am 10. August gab. Betroffen war u.a. Abraham Cheroben aus Bahrain, der im April beim Hamburg Marathon sein Debüt über die 42,195 Kilometer lange Distanz gab und dort eine Zeit von 2:09:20 Stunden lief. Auch der Australier Liam Adams war betroffen. Im Falle von Adams wurde mittlerweile sogar eine Online-Petition gegen diese "unfaire Disqualifikation" gestartet.

Alle betroffenen Sportler:

  • Hugo CATRILEO (Chile)
  • Elroy GELANT (Südafrika
  • Leonard KORIR (USA) - Startplatz von CJ ALBERTSON übernommen
  • Liam ADAMS (Australien)
  • Samuel Tsegay TESFAMARIAM (Schweden)
  • Abdi Ali GELELCHU (Bahrain)
  • Tachlowini GABRIYESOS (Flüchtlingsteam)
  • Il Ilham Tanui ÖZBILEN (Türkei)
  • Ser-Od BAT-OCHIR (Mongolei)

Eigenartiger Grund für den Ausschluss

Doch wieso wurden nun diese zehn Läufer "ausgeladen"? World Athletics füllte das Teilnehmerfeld mit den sogenannten "Universality Places" auf. Das sind Startplätze, die an Nationen vergeben werden, die bei keinem einzigen olympischen Leichtathletik-Wettkampf einen fix qualifizierten Sportler im Team haben. Die meisten dieser Nationen wählen demnach einen Startplatz im Sprint oder im Marathonlauf auf. Ohnehin dürfen da nur Bewerbe zwischen 100 Meter und 800 Meter sowie der Marathon ausgewählt werden. Während bei den 100 Metern von World Athletics versichert wurde, dass die "Universality Places" keinen Einfluss auf den klassischen Qualifikationsweg haben, sorgten diese Plätze nun für das Olympia-Aus von zehn Marathonläufern.

Läufer ohne Marathon-Erfahrung darf Marathon laufen

Besonders absurd ist die Nominierung von Yaseen Abdalla. Der Läufer aus dem Sudan wurde für den Marathon nominiert, obwohl er bisher noch nie einen offiziellen Marathonlauf über die 42,195 Kilometer lange Distanz bestritten hatte.

Das letzte Wort scheint in diesem Fall womöglich noch nicht gesprochen. Möglicherweise kann World Athletics doch noch dazu bewegt werden, diese zehn Läufer zuzulassen, die sich auch ursprünglich über das Ranking qualifiziert hatten. Nach derzeitigem Stand besteht das Frauen-Feld aus 97 Athletinnen, das Männer-Feld aus 91 Startern (80 fix qualifizierte und 11 über die Universality Places). Ob nun 91 oder 101 Läufer starten, würde in diesem Fall wohl keinen großen Unterschied machen.

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