60 Minuten Challenge

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Regelmäßig werden afrikanische Läufer und Läuferinnen von anderen Ländern eingebürgert, obwohl die Sportler tatsächlich keinen Bezug zur neuen Nation haben.

Diese Welle an Einbürgerungen tut der Attraktivität in der Leichtathletik nichts Gutes. Bei Europameisterschaften triumphieren mittlerweile regelmäßig aus afrikanischen Ländern eingebürgerte Läufer. Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen dominieren nicht nur mehr die Athleten aus Afrika, sondern auch die Afrikaner, die für andere Nationen laufen. Die Vielfalt an unterschiedlichen Charakteren ist damit endend wollend.

250.000 statt 8.000

Wieso zahlreiche Weltklasseläufer ihre Nation wechseln, hat vor allem einen finanziellen Hintergrund. Bestes Beispiel dafür ist die Kenianerin Norah Jeruto, die von Kasachstan eingebürgert wurde. Sie gewann vor wenigen Tagen das WM-Finale über die 3.000 Meter Hindernis. Wie das Magazin "Nation" ermittelte, kassierte Jeruto für ihren WM-Sieg eine Prämie von umgerechnet 250.000 US-Dollar, der ihr von der kasachischen Regierung im Rahmen des Prämiensystems für herausragende Athleten zur Verfügung gestellt wurde.

Wäre sie für ihr Heimatland Kenia gelaufen, hätte sie lediglich rund 8.000 US-Dollar kassiert. Dieser WM-Sieg für "Kasachstan" brachte ihr also 242.000 US-Dollar mehr ein, als bei einem Start für Kenia.

Auch Schwester wechselte

Auch ihre Schwester Daisy Jepkemei wechselte von Kenia nach Kasachstan. Sie schied bei der WM aber bereits im Vorlauf auf. Mit Caroline Chepkoech Kipkirui hoffte eine weitere Kenianerin auf einen Geldsegen durch eine kasachische Staatsbürgerschaft. Sie blieb aber nach Platz 7 über die 10.000 Meter und über die 5.000 Meter ohne Medaille. Alle 3 leben und trainieren übrigens weiterhin in Kenia.

Keine Läuferinnen mehr: Historisches Debakel für Kenia

In diesem besagten 3.000-Meter-Hindernisrennen war mit Winfred Mutile Yavi übrigens eine weitere Läuferin aus Kenia am Start, die für eine andere Nation startete. Sie war neben Jeruto die zweite Top-Favoritin im Rennen. Yavi ging schlussendlich nach einem Sturz als Vierte leer aus. Dieser Aderlass an Läuferinnen bescherte Kenia ein historisches Debakel. Denn es war das erste Rennen in dieser Disziplin ohne WM-Medaille für Kenia.

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Auch im Marathonlauf verlor Kenia eine Medaille durch einen Nationenwechsel. Lonah Chemtai Salpeter läuft seit einigen Jahren für Israel und belegte in Eugene den Bronze-Rang.

Pervers: Athleten müssen neuen Namen annehmen

In einigen Ländern müssen übrigens die wechselnden Sportler sogar ihren Namen wechseln, damit der Name des Sportlers zur neuen Nation passt. So treten einige Athleten aus Afrika für die Türkei unter neuem Namen an. Der Kenianer Mike Kipruto Kigen wurde von der Türkei eingekauft und ist seitdem unter dem Namen Kaan Kigen Özbilen bekannt.

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Den Sportler darf man da keinen Vorwurf machen, schon gar nicht wenn die aus armen Verhältnissen kommen. Vielmehr sollte man da den Wechsel weniger schmackhaft machen, zum Beispiel durch langjährige Sperren für internationale Meisterschaften nach einem Nationenwechsel.
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