Uelzen verwandelte sich am Sonntag in eine Bühne für schnelle Beine und mutige Tempoverschärfungen.
Bei der 10-Kilometer-DM 2026 wurden die ersten deutschen Meistertitel der Freiluftsaison vergeben. Die Straßen rund um das Alte Rathaus boten perfekte Bedingungen für ein Rennen, das am Ende einem Bestzeiten-Festival glich. Männer, Nachwuchs und Masters kämpften um Medaillen, und auch bei den Frauen wurde bis zur letzten Kurve um Gold gerungen.
Voigt kennt den Weg zum Titel
Die Strecke in Uelzen scheint wie gemacht für Nils Voigt. Fünf Jahre nach seinem ersten Triumph an gleicher Stelle holte sich der Läufer vom TV Wattenscheid 01 erneut den Titel bei der 10-Kilometer-DM 2026. Auf der letzten der fünf Zwei-Kilometer-Runden setzte er zur Attacke an, löste sich aus der Spitzengruppe mit Florian Bremm und Hendrik Pfeiffer und lief nach 27:56 Minuten jubelnd vor dem Alten Rathaus ins Ziel.
Damit knackte der 28-Jährige erstmals die Marke von 28 Minuten und verbesserte seine persönliche Bestzeit um sieben Sekunden.
„Es war wunderschön, hier wieder in Uelzen nach fünf Jahren zu gewinnen. Die Stadt ist toll und die Strecke schnell. Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen und der Bestzeit. Hinten raus konnte ich noch einmal richtig drücken“, sagte Voigt nach seinem Sieg bei der 10-Kilometer-DM 2026 gegenüber dem DLV.
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Bremm mit riesigem Sprung nach vorne
Hinter dem Sieger zeigte Florian Bremm ein starkes Rennen. Der Franke sicherte sich Silber, auch wenn er auf dem letzten Kilometer das Tempo von Voigt nicht mehr ganz mitgehen konnte. Erst neun Tage zuvor hatte er bereits über 3.000 Meter bei den Deutschen Hallenmeisterschaften triumphiert.
Die 10 Kilometer waren für Bremm eine Art Expedition. Seine alte Bestzeit pulverisierte er um fast zwei Minuten. In einem so starken Feld war er über diese Distanz zuvor noch nie unterwegs.
„Ich bin sehr happy mit der Zeit, denn die Strecke war ja ein unbekanntes Terrain für mich. Ich wollte Spaß haben und schnell rennen“, erklärte Bremm auf leichtathletik.de.
Gemeinsam mit Niklas Buchholz (28:45 Minuten) und Nick Jäger (28:51 Minuten) stellte er außerdem eine neue deutsche Mannschaftsbestleistung auf. Die Zeit von 1:25:47 Stunden bedeutete eine Verbesserung um rund anderthalb Minuten.
Pfeiffer attackiert, Schneider meldet sich zurück
Nur drei Sekunden hinter Bremm erreichte Hendrik Pfeiffer das Ziel. Der Marathon-Spezialist aus Düsseldorf lief 28:08 Minuten und steigerte seine persönliche Bestzeit gleich um 19 Sekunden. Auf der zweiten Streckenhälfte hatte er mehrfach das Tempo angezogen, um das Feld auseinanderzuziehen. Viele Konkurrenten mussten abreißen lassen, nur Voigt und Bremm blieben dran.
Johannes Motschmann kam nach 28:15 Minuten auf Rang vier und verpasste seine Bestzeit lediglich um zwei Sekunden. Platz fünf ging an Velten Schneider. Der Hindernisspezialist vom VfL Sindelfingen meldete sich nach 28:40 Minuten eindrucksvoll zurück und stellte ebenfalls einen neuen Hausrekord auf.
Das Niveau bei der 10-Kilometer-DM 2026 war beeindruckend. Zehn Läufer blieben unter 29 Minuten, insgesamt 28 Athleten unterboten die Marke von 30 Minuten.
Sekundenkrimi im Frauenrennen
Auch bei den Frauen entwickelte sich die 10-Kilometer-DM 2026 zu einem packenden Finale. Das Rennen begann als Ausscheidungslauf, doch kurz vor der letzten Kurve am Neuen Rathaus waren noch drei Läuferinnen an der Spitze.
Dann setzte Eva Dieterich zum entscheidenden Antritt an. Die Läuferin des LAV Stadtwerke Tübingen beschleunigte auf den letzten Metern und gewann mit 31:54 Minuten hauchdünn vor Elena Burkard.
Elena Burkard von der LG farbtex Nordschwarzwald kam nur eine Sekunde später ins Ziel. Esther Pfeiffer blieb bis zur finalen Kurve im Kampf um Gold, konnte aber auf den letzten Metern nicht mehr zulegen und sicherte sich mit 32:01 Minuten Bronze. Rang vier ging an die Hindernisspezialistin Gesa Felicitas Krause, die nach 32:08 Minuten finishte.
„Ich bin unfassbar zufrieden. Es war wohl das beste Feld, das jemals bei der 10-Kilometer-DM am Start war. Die letzte Runde war ultrahart“, jubelte Dieterich nach ihrem Sieg bei den Deutschen Meisterschaften.
Titelverteidigerin Pfeiffer blickte etwas kritischer auf ihr Rennen: „Ich habe mich heute ab der ersten Runde schlecht gefühlt. Es war nicht mein Tag, ich habe aber alles gegeben.“
Tübingen räumt auch im Team ab
Für Dieterich war der Tag noch nicht vorbei. Gemeinsam mit Lisa Merkel und Antonia Schiel sicherte sie sich auch den Mannschaftstitel für den LAV Stadtwerke Tübingen. Die drei Läuferinnen unterboten dabei die bisherige deutsche Bestleistung deutlich und verbesserten die Marke aus dem Jahr 2021 um fast drei Minuten.

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