London Marathon
London Marathon (Foto: © DanHuddleston, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
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Ein fragwürdiger Marathon-Weltrekord beim London Marathon 2025

Tigist Assefa aus Äthiopien hat am Sonntag beim prestigeträchtigen London Marathon einen Meilenstein gesetzt.

Mit einer famosen Zeit von 2:15:50 Stunden stellte sie einen neuen Weltrekord im reinen Frauenrennen auf und unterbot die bisherige Bestmarke um 26 Sekunden.

Packendes Rennen von Beginn an

Bereits früh zeichnete sich ab, dass es ein Rennen für die Geschichtsbücher werden könnte. In einem beeindruckenden Tempo passierten Joyciline Jepkosgei, Assefa, Sifan Hassan und Megertu Alemu die 5-Kilometer-Marke nach nur 15:34 Minuten – schneller als der angestrebte 2:15-Stunden-Schnitt und auf Kurs für eine Zeit unter 2:12.https://vg01.met.vgwort.de/na/1a0ccee47f864aa691d28dbb0249378d

Die führende Gruppe hielt das hohe Tempo konsequent und erreichte die 10 Kilometer bei 31:16 Minuten. Bis zur Halbmarathonmarke in 1:06:40 hatten sich Assefa und Peres Jepchirchir leicht abgesetzt, während Hassan zehn Sekunden zurücklag.

Der entscheidende Moment

Das Duell zwischen Assefa und Jepchirchir dominierte das Rennen bis Kilometer 35, der bei 1:52:12 erreicht wurde. Dann zündete Assefa den Turbo: Ein beeindruckendes 24. Meilen-Teilstück in 5:03 Minuten brachte die Vorentscheidung. Bei Kilometer 40 betrug ihr Vorsprung bereits komfortable 56 Sekunden.

Überragender Zieleinlauf und historische Einordnung

Mit kraftvollem Schritt überquerte Assefa schließlich die Ziellinie nach 2:15:50 Stunden. Diese Zeit ist der drittschnellste Marathon ihrer Karriere – nur ihre historischen Läufe von Berlin 2023 (2:11:53, damaliger Weltrekord in einem gemischten Rennen) und Berlin 2022 (2:15:37) waren schneller.

Tigst Assefa läuft Weltrekord beim Berlin-Marathon 2023.

Vor einem Jahr hatte Jepchirchir den bisherigen Frauen-Weltrekord in London mit 2:16:16 aufgestellt. Diesen Rekord ließ Assefa nun klar hinter sich und triumphierte fast drei Minuten vor der zweitplatzierten Jepkosgei (2:18:44). Dritte wurde Hassan in 2:19:00. Trotz dieser herausragenden Leistung, muss man sich die Frage stellen, welchen Stellenwert hat so ein Rekord? Seit einigen Jahren führt World Athletics im Straßenlauf bei den Frauen in allen Disziplinen zwei Weltrekorde, einer in einem gemischten Rennen mit männlichen Tempomachern und einer ohne Pacer. Assefa lag mit ihrer Rekordzeit fast sechs Minuten über dem tatsächlichen Weltrekord von Ruth Chepngetich, die 2024 als erste Frau die Marke von 2:10 Stunden knackte. (Zweifel am Marathon-Weltrekord: Umfassende Analyse mit interessanten Ergebnissen) Chepngetich profitierte zwar damals von Tempomachern, einen Vorteil von sechs Minuten ergibt das aber auf keinen Fall. Demnach ist Assefas Leistung in London unter der von Chepngetich einzuordnen. Zudem ist London der einzige große und flache City-Marathon, der Frauen ohne männliche Pacer starten lässt - demnach wird London hier auch in naher Zukunft wohl der einzige Marathon bleiben, der den Rekord in dieser Kategorie inne hält.

Auch das Männerrennen sorgt für Aufsehen

Nur wenig später setzte sich im Männerrennen Sabastian Sawe aus Kenia durch. Er gewann in beeindruckenden 2:02:27 Stunden – die zweitschnellste jemals in London gelaufene Zeit. Auf Rang zwei folgte Jacob Kiplimo aus Uganda, der bei seinem Marathon-Debüt starke 2:03:37 erreichte.

 

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