Hamburg Marathon 2025
Läufer beim Hamburg Marathon (Foto © MHV)
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Hamburg im Ausnahmezustand: Marathon mit rekordverdächtiger Spitze

Wenn am Sonntag der Startschuss für den 39. Hamburg Marathon fällt, steht die Hansestadt im Zentrum des internationalen Laufsports.

Noch nie zuvor war das Teilnehmerfeld der Elite derart hochkarätig besetzt – sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen.

Kenianische Dominanz und der Traum vom Streckenrekord

Mit persönlichen Bestzeiten unter 2:04:00 führen Amos Kipruto und Kinde Atanaw das Männerfeld an – beide zählen zur absoluten Weltklasse. Amos Kipruto, dessen Bestzeit bei 2:03:13 liegt, zeigte sich selbstbewusst: „Ich bin gut vorbereitet und bereit für ein schnelles Rennen. Wenn ich wählen müsste, wäre mir eine persönliche Bestzeit wichtiger als der Sieg.“ Der 32-jährige Vizemeister von Tokio 2022 will gemeinsam mit starken Konkurrenten wie Philemon Kiplimo, der mit 2:04:56 ebenfalls zur Weltspitze gehört, eine neue Hamburger Bestmarke anpeilen.https://vg01.met.vgwort.de/na/2eb99994ff2a4b338a714ec8aa304d64

Philemon Kiplimo kündigte ein hohes Anfangstempo an: „Ich denke, wir werden die erste Hälfte in 62:00 Minuten laufen. Danach will ich das Tempo nochmals steigern.“ Auch Richard Ringer, Deutschlands große Hoffnung, kennt die Strecke gut. Der Europameister von München 2022 lief in Hamburg bereits 2:08:08 und verbesserte sich seither auf 2:05:46. „Ich möchte meine Platzierung von 2023 verbessern und hoffe, am Ende noch einige Läufer überholen zu können.“

Spitzenlauf bei den Frauen: Kosgei greift an

Für internationales Aufsehen sorgt die Rückkehr von Brigid Kosgei. Die Kenianerin, einst Weltrekordhalterin mit 2:14:04, tritt erstmals in Hamburg an. Ihre Ansage: „Ich wollte ursprünglich in Tokio laufen, war aber nicht in Form. Jetzt bin ich fit und freue mich auf Hamburg.“ Die zweitschnellste Frau aller Zeiten will ihre Verletzungspause endgültig hinter sich lassen.

Eine ernsthafte Herausforderin ist Workenesh Edesa, deren Bestzeit bei 2:18:51 liegt. Auch sie zeigt sich ambitioniert: „Ich will schneller laufen als bei meinem Sieg in Osaka.“ Mit Sichala Kumeshi steht zudem eine weitere Athletin bereit, die kürzlich unter schwierigen Bedingungen in Houston triumphierte. „Ich will hier gewinnen – nach meinem elften Platz vor zwei Jahren habe ich noch eine Rechnung offen.“

Europas Hoffnungsträgerin: Debüt mit historischem Ziel

Eine der spannendsten Geschichten liefert Karoline Grovdal. Die Norwegerin, mehrfach dekorierte Europameisterin im Halbmarathon, wagt ihr Debüt auf der Marathondistanz. Ihr Ziel ist nicht weniger als der norwegische Rekord von Ingrid Kristiansen aus dem Jahr 1985. „Hamburg scheint der perfekte Ort für meinen ersten Marathon zu sein. Ich will den nationalen Rekord knacken.“

Zahlen und Fakten zum Marathon

Insgesamt 15.000 Läufer sind für den Hauptlauf gemeldet – ein Rekord. Mit den weiteren parallel stattfindenden Veranstaltungen verzeichnen die Organisatoren rund 38.000 Teilnehmende. Frank Thaleiser, Chef des Organisationsteams, freut sich über die Entwicklung: „Wir erleben einen neuen Lauf-Boom, auch im Elitebereich. Das macht mich sehr glücklich.“

Startlisten der Elite mit Bestzeiten

Männer:

  • Amos Kipruto (KEN) – 2:03:13
  • Kinde Atanaw (ETH) – 2:03:51
  • Tsegaye Getachew (ETH) – 2:04:49
  • Philemon Kiplimo (KEN) – 2:04:56
  • Kebede Tulu (ETH) – 2:05:19
  • Goitom Kifle (ERI) – 2:05:28
  • Richard Ringer (GER) – 2:05:46
  • Awet Habte (ERI) – 2:06:25
  • Felix Kibitok (KEN) – 2:06:28
  • Abay Alemu (ETH) – 2:06:50
  • Samuel Tsegay (SWE) – 2:06:53
  • Erick Sang (KEN) – 2:07:50
  • Vincent Kigen (KEN) – 2:08:05
  • Alfonse Kigen (KEN) – 2:08:50
  • Elroy Gelant (RSA) – 2:08:56
  • Boki Diriba (ETH) – 2:09:06
  • Julien Wanders (SUI) – 2:11:52

Frauen:

  • Brigid Kosgei (KEN) – 2:14:04
  • Workenesh Edesa (ETH) – 2:18:51
  • Etagegn Woldu (ETH) – 2:20:03
  • Sichala Kumeshi (ETH) – 2:20:42
  • Shitaye Eshete (BRN) – 2:21:33
  • Fozya Jemal (ETH) – 2:21:53
  • Muluhabt Tsega (ETH) – 2:22:21
  • Judith Kiyeng (KEN) – 2:24:41
  • Leterbrhan Haylay (ETH) – 2:24:47
  • Natasha Cockram (GBR) – 2:26:14
  • Karoline Grovdal (NOR) – Debüt

Fazit

Der Haspa Marathon Hamburg 2025 verspricht nicht nur Hochspannung, sondern könnte auch neue Maßstäbe setzen – sowohl auf der Uhr als auch in der Geschichte des Events. Ob es tatsächlich zu neuen Rekorden kommt, entscheidet letztlich das Zusammenspiel aus Form, Taktik und Wetter. Eines aber ist sicher: Hamburg ist bereit für den ganz großen Lauf.

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