London Marathon
London Marathon (Foto: © DanHuddleston, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
0 Kommentar(e)
Featured

Gelingt am Sonntag der erste Marathon unter 2 Stunden?

Wenn am Sonntag die Elite der Langstreckenläufer beim London Marathon an den Start geht, wartet die Hauptstadt mit einem Aufgebot auf, das kaum spektakulärer sein könnte.

Mit dabei sind große Namen wie Alexander Mutiso Munyao, Eliud Kipchoge und Jacob Kiplimo, aber auch bei den Frauen verspricht das Aufeinandertreffen zwischen Sifan Hassan und Tigist Assefa ein echtes Highlight zu werden.

Mission Titelverteidigung: Munyao erneut im Fokus

Munyao triumphierte im Vorjahr in 2:04:01 und zeigte bereits zwei Mal, dass er in der Lage ist, unter 2:04 zu laufen – beides Mal in Valencia, wo er 2023 seine persönliche Bestzeit von 2:03:11 aufstellte. Nach einem durchwachsenen Auftritt bei den Olympischen Spielen in Paris, bei dem er Platz 21 belegte, meldete er sich 2024 mit einem Sieg beim Halbmarathon in Marugame (59:16) zurück.https://vg01.met.vgwort.de/na/b5a3a3a428794cb991cf6046be2d5e61

Doch der Konkurrenzdruck ist gewaltig. Kein Geringerer als Marathon-Legende Eliud Kipchoge steht mit einer Bestzeit von 2:01:09 am Start – gelaufen 2022 in Berlin, ein damaliger Weltrekord. Der vierfache London-Sieger kennt die Straßen der britischen Hauptstadt besser als jeder andere. 2020 war sein letzter Auftritt hier, allerdings auf einer pandemiebedingt abgeänderten Strecke. Nach durchwachsenen Leistungen in Tokio und Paris will der 40-Jährige noch einmal auftrumpfen.

Neues Blut: Sawe und Kiplimo wollen aufhorchen lassen

Ein Mann, dem eine große Zukunft prognostiziert wird, ist Sabastian Sawe. Mit 2:02:05 lief er in Valencia den zweitschnellsten Debütmarathon der Geschichte – nur übertroffen vom verstorbenen Kelvin Kiptum. Als amtierender Halbmarathon-Weltmeister (PB 58:05) bringt er alles mit, um auch über die volle Distanz für Furore zu sorgen.

Ein noch spannenderes Debüt erwartet die Welt von Jacob Kiplimo. Der Ugander hat die Halbmarathonwelt mit seiner Weltrekordzeit von 56:42 in Barcelona erschüttert – eine Verbesserung um sagenhafte 48 Sekunden. Er ist amtierender Weltmeister über die Halbmarathonstrecke, zweifacher Weltmeister im Crosslauf und Olympiabronzemedaillengewinner über 10.000 Meter.

Hochrechnungen auf Basis seiner Halbmarathonzeit lassen vermuten, dass ein Marathon in unter zwei Stunden – vielleicht sogar unter 1:59 – theoretisch möglich wäre. Doch als Neuling über die 42,195 Kilometer ist ein solches Ergebnis beim Debüt unrealistisch. Dennoch: Alle Augen werden auf ihn gerichtet sein.

Hassan vs. Assefa: Gigantinnen im direkten Vergleich

Die Frauenkonkurrenz wird angeführt vom epischen Duell zwischen Sifan Hassan und Tigist Assefa. Beide zählten bei den Olympischen Spielen in Paris zu den Hauptdarstellerinnen – Hassan gewann Gold, Assefa folgte nur drei Sekunden dahinter.

Mit ihrer 2:11:53 aus Berlin 2023 war Assefa die erste Frau, die unter 2:13 und sogar unter 2:12 blieb. Diese Zeit wurde erst kürzlich durch Ruth Chepngetich unterboten. Dennoch bleibt Assefa eine der schnellsten Frauen aller Zeiten. Auch ihre Leistungen in Berlin 2022 (2:15:37) und London 2023 (2:16:23) unterstreichen das eindrucksvoll.

Hassan hingegen hat mit ihrem dramatischen Marathondebüt in London 2023 (2:18:33) und ihrer Bestzeit aus Chicago (2:13:44) ebenfalls beeindruckt. In Tokio belegte sie Platz vier, bevor sie in Paris die Krönung ihrer Vielseitigkeit feierte: Innerhalb von sechs Tagen gewann sie Bronze über 5000m und 10.000m sowie Gold im Marathon.

Starke Konkurrenz im Frauenfeld

Weitere Topläuferinnen wie Joyciline Jepkosgei (2:16:24), Megertu Alemu (2:16:34) und Stella Chesang (2:18:26) komplettieren ein hochklassiges Feld. Vivian Cheruiyot, die London-Siegerin von 2018, feiert mit 41 Jahren ihr Comeback in der britischen Hauptstadt – zuletzt überzeugte sie mit Rang drei beim New York Marathon.

Die britischen Fans dürfen sich auf ein besonderes Debüt freuen: Eilish McColgan, Commonwealth-Champion über 10.000 Meter, gibt ihren Einstand über die Marathondistanz.

Das vollständige Elitefeld im Überblick

Frauen

  • Tigist Assefa (ETH) – 2:11:53
  • Sifan Hassan (NED) – 2:13:44
  • Joyciline Jepkosgei (KEN) – 2:16:24
  • Megertu Alemu (ETH) – 2:16:34
  • Stella Chesang (UGA) – 2:18:26
  • Vivian Cheruiyot (KEN) – 2:18:31
  • Haven Hailu Desse (ETH) – 2:19:29
  • Susanna Sullivan (USA) – 2:21:56
  • Charlotte Purdue (GBR) – 2:22:17
  • Sofiia Yaremchuk (ITA) – 2:23:16
  • Rose Harvey (GBR) – 2:23:21
  • Philippa Bowden (GBR) – 2:25:47
  • Molly Bookmyer (USA) – 2:28:52
  • Eilish McColgan (GBR) – Debüt
  • Holly Archer (GBR) – Debüt

Männer

  • Eliud Kipchoge (KEN) – 2:01:09
  • Sabastian Sawe (KEN) – 2:02:05
  • Timothy Kiplagat (KEN) – 2:02:55
  • Alexander Mutiso Munyao (KEN) – 2:03:11
  • Milkesa Mengesha (ETH) – 2:03:17
  • Tamirat Tola (ETH) – 2:03:39
  • Mohamed Esa (ETH) – 2:04:39
  • Abdi Nageeye (NED) – 2:04:45
  • Hillary Kipkoech (KEN) – 2:04:45
  • Amanal Petros (GER) – 2:04:58
  • Sondre Nordstad Moen (NOR) – 2:05:48
  • Yemaneberhan Crippa (ITA) – 2:06:06
  • Andrew Buchanan (AUS) – 2:06:22
  • Mahamed Mahamed (GBR) – 2:07:05
  • Philip Sesemann (GBR) – 2:08:02
  • Adam Lipschitz (RSA) – 2:08:54
  • Jonathan Mellor (GBR) – 2:09:06
  • Dewi Griffiths (GBR) – 2:09:49
  • Weynay Ghebresilasie (GBR) – 2:09:50
  • Jacob Kiplimo (UGA) – Debüt
  • Alex Yee (GBR) – Debüt

Empfohlene Artikel

Kommentar schreiben

Senden

Weitere interessante Themen