Außenseiter dreht auf und schockt die Favoriten
Ein Rennen, das lange nach einem klaren Favoritensieg aussah, bekam beim ADAC Marathon Hannover plötzlich eine völlig neue Dynamik. Maru Thomas Kibet nutzte seine Chance eiskalt und sicherte sich bei seinem Deutschland-Debüt direkt den Sieg. Und das nicht irgendwie: Mit 2:07:53 Stunden ließ er die Konkurrenz stehen und verbesserte seine persönliche Bestzeit gleich um mehr als neun Minuten.
Hinter ihm entwickelte sich ein Drama. Godwin Katakura schien wenige Kilometer vor dem Ziel schon auf der Siegerstraße, musste sich am Ende aber mit 2:08:46 zufriedengeben. Rang drei ging an Asnake Dubro aus Äthiopien mit 2:10:22.
Deutscher Meister kämpft sich durch
Während vorne um den Gesamtsieg gerungen wurde, lief im Hintergrund ein ebenso intensiver Kampf um den nationalen Titel. Tom Thurley setzte sich mit Platz sechs und einer neuen Bestzeit von 2:11:02 die Krone auf und holte sich den Titel des Deutschen Marathon-Meisters. Dahinter folgten Eric Hille (2:12:21) und Lorenz Baum (2:16:38).
Nach dem Rennen war Thurley die Erleichterung anzumerken: „Die letzten Kilometer sind mir schon extrem schwergefallen, aber die grandiose Zuschauerkulisse hat mich dann förmlich ins Ziel getragen.“ Und ja, nach Bronze und Silber war der Sieg für ihn längst überfällig: „endlich an der Zeit, mal zu gewinnen“.
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Domenika Mayer setzt das Ausrufezeichen
Die größte Geschichte des Tages schrieb jedoch Domenika Mayer. Die Titelverteidigerin lieferte beim ADAC Marathon Hannover eine Machtdemonstration ab und verbesserte ihren eigenen Streckenrekord um fast zweieinhalb Minuten. Mit 2:21:26 Stunden katapultierte sie sich auf Platz zwei der ewigen deutschen Bestenliste.
Im Ziel zeigte sie sich selbstbewusst und gleichzeitig reflektiert: „Ich bin mit sehr viel Selbstvertrauen angereist und wusste, dass ich mir was zutrauen kann“. Gleichzeitig gab sie zu: „Ich hatte eher Angst vor mir selber; dass ich zu forsch unterwegs sein könnte. Die Nervosität und der Anspruch an mich selbst werden ja von Mal zu Mal nicht weniger.“
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Starke Konkurrenz und Heimjubel
Fabienne Königstein sorgte bei ihrem Heimauftritt für Begeisterung und lief in 2:24:31 auf Rang zwei. Dahinter komplettierte Katharina Saathoff mit 2:30:51 das Podium.
Königstein analysierte ihr Rennen ehrlich: „Ich bin schon ein wenig ins Risiko und das Rennen sehr schnell angegangen; dafür habe ich in der zweiten Rennhälfte bezahlt. Domenika war heute schon sehr stark.“
Auch das Laufteam Niedersachsen zeigte beim ADAC Marathon Hannover eine geschlossene Teamleistung und platzierte gleich drei Athleten unter den Top fünf, darunter auch Lisa Huwatschek auf Rang fünf.
Ein Lauf-Event mit Strahlkraft
Der Hannover Marathon bewies einmal mehr seine Anziehungskraft. Insgesamt 33.857 Aktive standen bei strahlendem Sonnenschein an den Startlinien der verschiedenen Bewerbe. Viele davon waren schon Wochen zuvor ausgebucht.

Veranstalterin Stefanie Eichel zog ein rundum positives Fazit: „Wir haben ein fantastisches Lauffest vor einer mitreißenden Kulisse und Begeisterung pur erleben dürfen“. Und sie legte nach: „Hannover hat sich einmal mehr als echte Run City präsentiert.“
Am Ende bleibt ein Tag, der beim ADAC Marathon Hannover alles geboten hat: Überraschungssieger, nationale Titelkämpfe und eine Rekordperformance, über die noch lange gesprochen wird.
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