Mit zehn Jahren Verspätung hat die ehemalige Spitzenläuferin Bizunesh Deba nachträglich 75.000 US-Dollar erhalten, weitere 25.000 US-Dollar wurden ihr zugesichert.
Die 36-jährige Läuferin aus Äthiopien belegte im Jahr 2014 beim Boston Marathon ursprünglich den zweiten Platz. Nach einer Disqualifikation der Siegerin wurde sie aber nachträglich auf Platz 1 vorgereiht. Auf ihre dadurch entgangenen Prämien wartet sie bis heute vergeblich.
Gedopte stahl Deba die Show
Im April 2014 lief damals Rita Jeptoo zum Sieg. Der mittlerweile 43-jährigen Läuferin aus Kenia gelang damals ein Streckenrekord. Auch Bizunesh Deba (häufig auch "Buzunesh Deba" geschrieben) blieb als Zweite mit 2:19:59 Stunden ebenfalls unter dem Streckenrekord.
Sieg mit 2,5 Jahren Verspätung geerbt
Im Oktober 2016 erhielt Deba einen Anruf, dass sie auf Platz 1 beim Boston Marathon 2014 vorrücke, da Jeptoo des Dopings überführt wurde. Damit hätte sie auch Anspruch auf 100.000 US-Dollar. Denn der Differenzbetrag zwischen Platz 1 und Platz 2 war 75.000 US-Dollar hoch. Zudem wurde eine Prämie von 25.000 US-Dollar für den Streckenrekord ausgeschrieben. Und diesen Rekord von 2:19:59 Stunden hält Deba übrigens noch heute. Denn trotz der Technologie der Carbon-Laufschuhe kam in den vergangenen Jahren keine Frau an Debas Rekordzeit heran.
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Veranstalter mit Ausrede
Laut einem Bericht des Wall Street Journal aus dem vergangenen Monat wartet Bizunesh Deba aber mittlerweile seit zehn Jahren auf ihren Prämien. Mitarbeiter der Boston Athletic Association (BAA) teilten Deba mit, dass sie sie erst auszahlen können, wenn Jeptoo das Preisgeld an den Veranstalter zurückzahlt, was die offenbar nicht macht.
Marathon-Fan spendete Prämie
Doch wie kam Deba nun doch noch zu ihrer Prämie? Doug Guyer, ein Geschäftsmann und großer Laufsport-Fans aus Philadelphia zahlte Deba die 75.000 US-Dollar an Siegprämie aus. Er versprach zudem, ihr den Bonus von 25.000 US-Dollar ebenfalls auszuzahlen, sofern die BAA sich weiterhin weigert, Deba auszubezahlen. Guyer sagte gegenüber dem Wall Street Journal, dass es eine "lächerliche Politik" sei, die Zahlung an den sauberen Läufer zu verzögern, bis der Veranstalter das Geld von dem disqualifizierten Athleten zurückerhält. "Schieben Sie die Verantwortung nicht auf den zweitplatzierten Athleten", so Guyer gegenüber der BAA.
"Ein Wunder"
"Für uns ist es ein Wunder", sagte Deba über die unerwartete Wohltat von Guyer. "Es ist lebensverändernd, viel Geld. Wir haben so lange gewartet." Die 36-Jährige sagte, sie plane, das Geld für ihre beiden Kinder zu verwenden und ihre Rückkehr in den Spitzensport zu finanzieren; sie wird derzeit nicht gesponsert und kauft ihre Ausrüstung selbst.

Es stimmt zwar, dass die BAA bei der Verfolgung von Debas Preisgeld den Richtlinien der Sportverbände folgt, doch ein Sprecher von World Athletics bestätigt, dass es keine Regel gibt, die die Organisation daran hindert, ihr das ihr zustehende Geld "auf rein freiwilliger Basis" zu zahlen.
Kein Wettkampf seit mehr als 4 Jahren
Bizunesh Deba ist mittlerweile als Athletin von der internationalen Bühne verschwunden. Ihren letzten offiziellen internationalen Wettkampf bestritt sie am 24. Jänner 2020, als sie beim Dubai Marathon nach 2:26:59 Stunden den 7. Platz belegte. Zuletzt war sie 2018 in Boston am Start. Damals erreichte sie allerdings nicht das Ziel, 2017 belegte sie nach 2:30:58 Stunden nur Platz 7. Der letzte Podestplatz gelang ihr im Jahr 2015 in Boston mit einer Zeit von 2:25:09 Stunden.
Es ist leider nicht der erste Vorfall gewesen, bei dem ehrliche Sportler hohe finanzielle Schäden durch gedopte Sportler erleiden mussten: Triathletin verlor 15.000 Euro wegen gedopter Sportlerin
Quellen:
- She Won the Boston Marathon 10 Years Ago. She’s Still Waiting for Her $100,000 (12. April 2024 - World Street Journal, Paywall)
- The Winner of the 2014 Boston Marathon Finally Got Her Prize Money—From a Complete Stranger (13. Mai 2024 - World Street Journal, Paywall)
- Businessman Donates $75,000 in Prize Money to the Rightful 2014 Boston Champion (15. Mai 2024 - Runner's World USA)
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