Wenn 1500 Laufverrückte, Fellnasen auf vier Pfoten und Höhenmeter-Hungrige gemeinsam durchstarten, dann ist wieder Zeit für den legendären MOUNTAINMAN Nesselwang – das Trailrunning-Spektakel schlechthin im Ostallgäu. Und dieses Jahr? Alles größer, härter, schöner!
Der absolute Gipfel der Schmerzen und Glücksgefühle: Die brandneue XXL-Ultratrail-Strecke. 70 Kilometer, 3952 Höhenmeter, knackige Trails, knallharte Anstiege, technisch anspruchsvolle Downhills – kurz: ein Lauf, den selbst Gämse nur mit Höhenflug-Ausrüstung angehen würden.
Nur 70 Startplätze gab’s für diesen wilden Ritt. Und wer den Mut hatte, wurde Zeuge von epischen Zeiten. Kathrin Paetzold aus Memmingerberg ballerte mit 9:57:19 Stunden auf Platz eins bei den Damen – und ließ nichts anbrennen. Bei den Herren war es der polnische Trail-Ritter Bartosz Misiak, der mit schwindelerregenden 7:14:56 Stunden die Konkurrenz auf der Alm stehen ließ.
Sonnenschein statt Sumpf – Trail-Glück pur
Während die letzten Jahre eher an Sumpfkraut und Gummistiefel erinnerten, zeigte sich der MOUNTAINMAN Nesselwang 2025 von seiner Schokoladenseite: milde Temperaturen, trockene Trails, Sonne satt – das perfekte Rezept für neue Bestzeiten und breites Grinsen im Zielbereich.
Wichtiger Hinweis: Dieses Buch macht dich zum besseren Läufer
Der erste Startschuss fiel um 6 Uhr – bei kühlen vier Grad. Ein Hauch von Winterluft kitzelte in der Nase, während die ersten Ultratrailhelden loslegten. Und mittendrin: Hunderte bellende Vierbeiner mit Kondition wie die Zugspitze selbst. Denn bei den Distanzen XL, L, M und S war auch die Teilnahme mit Hund erlaubt – Trailrunning mit tierischer Unterstützung!
M ist das neue Massiv – Das Herzstück des MOUNTAINMAN Nesselwang
Mit knapp 520 Teilnehmern war der M-Trail (22 km/1299 hm) das Epizentrum des Getümmels. Kein Wunder – die Strecke bot alles, was das Trailherz hüpfen lässt: knackige Anstiege, alpine Panoramen und rasante Downhills. Und obendrauf: packende Duelle um Sekunden und Meter.
Bei den Frauen setzte sich Johanna Gaidamak aus Immenstadt mit einer bärenstarken Zeit von 2:33:08 durch, während David Frank aus Fürstenfeldbruck bei den Herren mit 2:09:57 die Nase vorn hatte – oder besser gesagt: den Trail unter den Füßen.
Strecken, Siege, Superlativen – die MOUNTAINMAN-Bestenliste
XXL-Ultratrail (70 km/3952 hm)
Frauen:
1. Kathrin Paetzold (Memmingerberg) – 9:57:19
2. Martina Baumert (München) – +87:54
3. Annika Mahle (Aichstetten) – +110:10
Männer:
1. Bartosz Misiak (Ultra Trail Academy/Dynafit) – 7:14:56
2. André Purschke (Lam) – +11:31
3. Florian Felch (Lebkuchen & Allerlei) – +16:20
XL-Trail (42 km/2691 hm)
Frauen:
1. Nadine Erhardt (Markgräfler Runners Club) – 5:52:47
2. Katharina Zinnecker (Lindau) – +7:57
3. Kristin Siegenthaler (Gümligen/Schweiz) – +19:57
Männer:
1. Michael Weingärtner (Ettal) – 4:49:31
2. Philipp Hilscher (Ulm) – +4:14
3. Robin Tritschler (Schreinerei Tritschler) – +15:07
L-Trail (33 km/1989 hm)
Frauen:
1. Lisa Wimmer (Tüßling) – 3:24:05
2. Lena Ritzel (LOWA Trail Racers) – +8:12
3. Alina Schubert (Füssen) – +23:50
Männer:
1. Mario Koch (DMG MORI Pfronten) – 3:09:49
2. Benedikt Nußbaum (Bernstadt) – +1:34
3. Marco Bertelshofer (Kirchrüsselbach) – +8:39
M-Trail (22 km/1299 hm)
Frauen:
1. Johanna Gaidamak (Immenstadt) – 2:33:08
2. Teresa Hartmann (Kempten) – +3:04
3. Marlies Willer (Burgberg) – +7:24
Männer:
1. David Frank (Fürstenfeldbruck) – 2:09:57
2. Kay Bukmaier (happybrush running) – +1:56
3. Christian Peuker (Endress+Hauser) – +6:56
S-Trail (10 km/764 hm)
Frauen:
1. Elisa Köhler (Marburg) – 1:15:25
2. Alisa Berger (Weilheim) – +7:06
3. Rebekka Heller (Oberreute) – +7:06
Männer:
1. Andreas Kiechle (Kempten) – 59:16
2. Markus Eberle (Nesselwang) – +4:04
3. Patrick Reischle (TSG 1845 Heilbronn) – +5:11
XS-Trail (5 km/387 hm)
Frauen:
1. Cleo Romina Binkert (Klettgau) – 35:10
2. Anna Wegmann (Röthenbach) – +5:08
3. Sophie Hochwimmer (Immenstadt) – +5:10
Männer:
1. Max Eberle (Skiklub Nesselwang) – 33:03
2. Stefan Hartmann (Wildpoldsried) – +4:03
3. Alexander Bader (Leuterschach) – +5:50
Ausklang mit Applaus und Alpenglühen
Am Ende des Tages hieß es: Medaillen, Musik und Muskelkater. Der MOUNTAINMAN Nesselwang war einmal mehr ein alpines Volksfest für Trailverliebte – mit sportlichen Highlights, tierischer Unterstützung und einem Gemeinschaftsgefühl, das so steil war wie der Schlussanstieg zur Ziellinie.
Wer dabei war, hat nicht nur Höhenmeter gesammelt, sondern auch Geschichten fürs Leben geschrieben. Und wer es verpasst hat – der hat spätestens 2026 wieder die Chance, sich beim MOUNTAINMAN Nesselwang eine ordentliche Portion Bergabenteuer abzuholen.


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