Wie bereits am ersten Tag setzten sich Johan Johansson und André Jonsson (Team PEAK PERFORMANCE) auch auf dem zweiten Teilstück von St. Johann/Tirol nach Neukirchen am Großvenediger durch.

In einer Fabelzeit von 4:15.26 Stunden und 9.48 Minuten Vorsprung auf das deutsche Favoritenpaar Stephan Hugenschmidt/Mirco Berner (Team SALOMON DEUTSCHLAND) gewannen die Skandinavier überlegen. Auf Platz 3 liefen die Spanier David Castan Lopez/Alfredo Gil (Team LA SPORTIVA – MULTIPOWER) und verteidigten damit auch ihren dritten Rang in der Gesamtwertung. Diese führen die Skandinavier nach zwei von acht Etappen mit 11.15 Minuten vor Hugenschmidt/Berner an.

Die 49,2 km waren geprägt von einem langen Aufstieg hinauf zur 2026 m hohen Herrensteigscharte, wo Temperaturen um die 2 Grad und heftiger Regen den knapp 600 Athleten das Leben schwer machten.

Auch wenn von einer Vorentscheidung auf den Gesamtsieg bei Europas größten Trailrun mit Zweierteams keine Rede sein kann, zeigen die bislang eher unbekannten Schweden eine überragende Vorstellung - und laufen sich damit mehr und mehr in die Rolle der Favoriten. „Ein langer und harter Tag, aber es lief auch einfach gut“, kommentierte André Jonsson die Etappe, wobei die Skandinavier wohl noch reichlich Potenzial für die kommenden Tage besitzen. „In den Downhills haben wir aufgepasst, dass wir uns nicht verletzen. Wir haben ja noch 6 Tage vor der Brust“, erklärte Johan Johansson. Während sich die Spitzenreiter ideal ergänzten und keine Schwäche zeigten, tat sich Mirco Berner auf dem Teilstück von St. Johann nach Neukirchen besonders schwer: „Ich musste extrem kämpfen, hatte einen verdammt harten Tag. Aber so ist es mir bei den diesjährigen SALOMON 4 TRAILS auch schon gegangen. Stephan musste heute leider auf mich warten.“ Teamplayer Hugenschmidt, der seine ausgezeichnete Form erneut unter Beweis stellte, lobte vor allem die Konkurrenz: „Die Schweden waren heute halt stärker als wir, ich verneige mich vor Johan, der am Berg extrem gut war.“

Die Entscheidung des Tages fiel im letzten Drittel zum Aufstieg hinauf auf die Herrensteigscharte. Auf dem extrem steilen Stück zogen die Schweden locker weg und bauten ihren Vorsprung danach im 9,8 km langen Downhill bis auf knapp 10 Minuten aus. Berner musste aufgrund einer Hüftverletzung, die er aber nicht weiter kommentieren wollte, dagegen etwas Tempo rausnehmen – und so die größten Konkurrenten ziehen lassen.

In der neu eingeführten Kategorie Mixed geht kein Weg an dem spanischen Duo Emma Roca/Gerard Morales (Team BUFF) vorbei, das sich in 5:01.37 Minuten auch den zweiten Tagessieg holte und dabei die französische Paarung Jean Christophe Bette/Caroline Freslon-Bette (GARMIN ADVENTURE) um 5.58 Minuten distanzierte. „Das war heute ein gutes Tempo, es lief im Laufe des Tages immer besser“, meinte Emma Roca. Auf den weiteren Plätzen veränderte sich nichts. Hinter dem französischen Duo verteidigten Samuel Nef/Susanne Wings (Running Team ORTHOMOL SPORT) Platz drei trotz einer zwischenzeitlichen Schwäche der Deutschen Susanne Wings.

Bei den Frauen dominierten die starken Südtirolerinnen Tamara Lunger/ Annemarie Gross (Team GORE-TEX ACTIVE) das Geschehen auf den 49,2 km in 5:56.56,4 Std. „Mental hatte ich heute etwas Probleme“, gestand Tamara Lunger, während sich die erfahrene Annemarie Gross gewohnt souverän präsentierte: „Es war ganz lustig, oben aber auch richtig kalt.“ Mit den eisigen Winden hatten auch die nach dem ersten Tag zweitplatzierten Sauerländerinnen Carmen Otto und Anne Gerlach (Team Sauerland Gore-Tex 1) ihre Probleme. Beide flüchteten in die Bergstation auf dem Wildkogel, um sich warme Kleidung überzuziehen. „Ich musste einen Radfahrer ansprechen, der mir den Rucksack aufmachte. So kalt waren meine Finger“, beschrieb Carmen Otto die Situation. Anne Gerlach zog sich dagegen eine Fußverletzung zu. „Zuerst habe ich gedacht, ich hätte einen Stein im Schuh, aber da ist wohl mehr“, sagte Gerlach bevor sie sich in medizinische Behandlung begab. Das nutzten die Spanierinnen Cati Llado und Angie Rigo Bibiloni, um sich mit dem zweiten Tagesplatz 6:13.31,7 Std. vor Otto/Gerlach (6:20.57,0 Std.) auf Rang 2 in der Gesamtwertung zu verbessern.

Keine Veränderung brachte die 2. Etappe in den weiteren Klassen. In der Kategorie Master Men bauten die Franzosen Pascal Giguet und David Pasquio (SCOTT GORE-TEX FOOTWEAR TEAM)  in 4:36.16,2 Std. ihre Spitzenposition weiter aus. Dahinter entbrennt nun allerdings ein heftiger Kampf um die Plätze. Die Russen Artem Rostovtsev und Oleg Kharitonov verteidigten mit einer Energieleistung und Platz 4 in der Tageswertung ihren zweiten Platz vor den aufkommenden Italienern Eugen Innerkofler/Ivano Molin (Team Dolomiti Superbike) und der weiter verbesserten Kombination Seppi Neuhauser/Sejad Mulahalilovic (Deutschland/Österreich).

In der Kategorie Senior Master geht kein Weg an den italienischen Routiniers Rudi Schöpf/Alfred Psenner  (Team LATSCH/SKINFIT BOZEN) vorbei, die auf der 2. Etappe ihren zweiten Tagessieg (5:17.54 Std.) feierten und wie am ersten Tag ihre Landsleute Peter Paul Steinhauser/Michael Steger (7.44 Min. zurück) klar distanzierten.

Ganz anders ist allerdings die Situation in der Kategorie Master Mixed. Hier übernahm das italienische Mixed-Duo Annelise Felderer/Markus Planötscher (Team NIEDERDORF) mit ihrem Tagessieg (6:00.48 Std.) die Gesamtführung von den ausgeschiedenen Anna Pedevilla/Patrick Costabiei (Italien).

Fotos (C) Lars Schneider & www.wisthaler.com


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