Wer dachte, der CCC beim HOKA UTMB Mont-Blanc 2025 würde eine ruhige Alpenwanderung werden, lag gewaltig daneben.
1.900 Läufer starteten in Courmayeur, Italien, auf 101 Kilometern und 6.050 Höhenmetern – und bekamen ein Rennen, das von packenden Duellen, bitteren Stürzen und historischen Momenten geprägt war. Die „kleine Schwester des UTMB“ lieferte diesmal ein ganz großes Kino.
Frauenrennen: Sekundenkrimi am Mont-Blanc
Im Frauenfeld entwickelte sich der CCC 2025 zu einem Thriller. Martina Mlynarczyk hatte das Geschehen über weite Strecken im Griff, doch kurz vor Schluss wurde es richtig wild. Sylvia Nordskar machte Druck auf den letzten Kilometern und zwang die Polin in ein nervenaufreibendes Kopf-an-Kopf-Duell. Mehrfach wechselte die Führung am Abstieg von La Flégère. Am Ende rettete Mlynarczyk in 11:41:55 den Sieg – mit nur 18 Sekunden Vorsprung. Damit stellte sie die zweitschnellste Zeit in der Geschichte der CCC auf. Nordskar musste sich nach 11:42:13 mit Rang zwei zufriedengeben, während Anna Tarasova in 11:44:18 das Podium komplettierte.

Blandine L’Hirondel hatte lange wie die sichere Zweite ausgesehen, fiel jedoch zurück und beendete das Rennen auf Platz vier. Für Hochspannung war damit bis ins Ziel gesorgt – ein Finale, das selbst eingefleischte UTMB-Fans so schnell nicht vergessen.
Favoriten im Pech
Während vorne das Drama tobte, erwischte es die Stars der letzten Jahre eiskalt. Toni McCann, Seriensiegerin und Titelverteidigerin, musste nach einem schweren Sturz bei Kilometer 40 aufgeben. Trotz des Versuchs, mit verletztem Knie und Hüfte weiterzulaufen, war bei Champex-Lac (km 54) Endstation. Auch Yngvild Kaspersen, die Siegerin von 2023, verabschiedete sich frühzeitig – ein umgeknickter Knöchel zwang sie zum Ausstieg, obwohl sie noch in Führung lag. So schnell kann ein Traum beim HOKA UTMB Mont-Blanc zerplatzen.
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Francesco Puppi macht Italien glücklich
Die Männer hatten dagegen einen klaren Chef im Ring: Francesco Puppi. Vom Start weg dominierte er das Geschehen und feierte in 10:06:02 als erster Italiener einen Sieg bei der CCC. Sein Lauf war nicht nur historisch, sondern auch gnadenlos stark – die zweitschnellste Zeit der CCC-Geschichte. Mit sieben Minuten Abstand folgte David Sinclair (10:13:42), dicht dahinter Drew Holmen (10:16:15). Der Franzose Arnaud Bonin verpasste knapp das Podium, steigerte sich aber im Vergleich zum Vorjahr um fast eine Stunde – ein echter Leistungssprung.

Team Adaptive schreibt Geschichte
Doch nicht nur die Profis sorgten für Gänsehaut-Momente. Das Team Adaptive zeigte, dass Grenzen nur im Kopf existieren. Jonathan Naboulet, Tetraplegiker, wurde als erster Athlet mit einer Joëlette über die gesamte Distanz getragen. Ein wechselndes Team von 35 Helfern begleitete ihn und sorgte dafür, dass dieser Traum Realität wurde. Dazu liefen auch die Amputierten Julien Veysseyre und Travis Warwick-Oliver mit – drei Geschichten voller Mut, Ausdauer und einem Beweis dafür, was der UTMB ausmacht: Leidenschaft und Zusammenhalt.

Die Ergebnisse des CCC 2025
Top 3 Frauen
1. Martina Mlynarczyk (POL) – 11:41:55
2. Sylvia Nordskar (NOR) – 11:42:13
3. Anna Tarasova (ESP) – 11:44:18
Top 3 Männer
1. Francesco Puppi (ITA) – 10:06:02
2. David Sinclair (USA) – 10:13:42
3. Drew Holmen (USA) – 10:16:15

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