Die Wattmessung revolutioniert das Training von Läufern durch eine präzise, datenbasierte Leistungsanalyse und bietet zahlreiche Vorteile gegenüber traditionellen Methoden.
Immer mehr ambitionierte Läufer und Triathleten setzen auf die Wattmessung, um ihre Trainingsintensität objektiv und verlässlich zu steuern.
Während die Methode seit Jahren im Radsport etabliert ist, findet sie nun auch im Laufsport Anwendung. Doch wie genau funktioniert die Wattmessung beim Laufen und welchen Mehrwert bietet sie? Im Folgenden wird der Weg zur gezielten Leistungssteigerung und effektiveren Trainingsplanung durch Wattdaten beim Laufen erläutert.
- Bei welchen Sportarten ist eine Wattmessung relevant?
- Wie funktioniert die Wattmessung beim Laufen?
- Welche Vorteile kann die Wattmessung bei Läufern haben?
- Welche Hersteller bieten eine Wattmessung bei ihren Modellen an?
- Wieso ist die Wattmessung beim Radfahren deutlich wichtiger als bei Läufern?
- Für welche Zielgruppen von Läufern ist die Wattmessung interessant?
- Zusammenfassung
Bei welchen Sportarten ist eine Wattmessung relevant?
Die Wattmessung ist nicht nur beim Laufen relevant, sondern hat sich in verschiedenen Ausdauersportarten fest etabliert. Besonders im Radsport hat sie seit den 1990er Jahren eine zentrale Rolle eingenommen. Das Messen der Wattzahl ermöglicht es, die Leistung direkt und unabhängig von äußeren Einflüssen wie Wetter oder Gelände zu bestimmen.
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Radsport
Im Radsport ist die Wattmessung nahezu unverzichtbar. Radsportler nutzen Wattmesser, um ihre Leistung während des Trainings und Wettkampfs zu optimieren. Mit Wattzahlen können sie sehr präzise bestimmen, wie viel Energie sie aufbringen und wie effizient sie fahren.
Laufen
Im Laufsport ist die Wattmessung eine relativ neue, aber aufstrebende Methode. Besonders in hügeligem Gelände oder bei sich schnell verändernden Wetterbedingungen bietet die Wattmessung eine zuverlässigere Alternative zu herkömmlichen Metriken wie Herzfrequenz oder Tempo.
Triathlon
Triathleten profitieren von der Wattmessung sowohl auf dem Fahrrad als auch beim Laufen. Die gleichzeitige Nutzung dieser Daten auf verschiedenen Disziplinen ermöglicht eine genauere Analyse und Optimierung der Gesamtleistung.
Wie funktioniert die Wattmessung beim Laufen?
Die Wattmessung beim Laufen unterscheidet sich technisch von der Messung im Radsport. Statt eines mechanischen Sensors an den Pedalen wird die Leistung mithilfe von Sensoren an den Schuhen oder in der Laufuhr berechnet.
Wie wird der Wert berechnet?
Im Wesentlichen erfasst die Wattmessung die Kraft, die der Läufer auf den Boden ausübt, sowie die Geschwindigkeit, mit der er sich bewegt. Aus diesen beiden Komponenten wird die Leistung in Watt berechnet. Faktoren wie Steigung, Beschleunigung und Windwiderstand fließen ebenfalls in die Berechnungen ein.
Genauigkeit der Messgeräte
Es gibt verschiedene Arten von Geräten, die Wattmessung beim Laufen anbieten. Dabei wird die Leistung entweder direkt am Fuß (z.B. durch einen Footpod) oder durch in die Uhr integrierte Sensoren gemessen. Die Genauigkeit dieser Systeme variiert leicht, aber im Allgemeinen liefern moderne Geräte präzise und reproduzierbare Daten.
Uhr oder Footpod?
Ein Footpod misst die kinetische Energie des Läufers direkt am Schuh und bietet besonders in technischem Gelände wie bei Bergläufen Vorteile. Uhren, die Wattdaten integrieren, verwenden hingegen Sensoren, die unter anderem auch die Armbewegungen analysieren.
Welche Vorteile kann die Wattmessung bei Läufern haben?
Die Wattmessung bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber traditionellen Methoden wie Herzfrequenzmessung oder Tempo.
Objektive Leistungsmessung
Ein großer Vorteil der Wattmessung ist die Objektivität der Leistungsmessung. Während die Herzfrequenz durch viele Faktoren wie Temperatur, Stress oder Müdigkeit beeinflusst wird, bleibt die gemessene Wattzahl konstant und liefert so zuverlässige Daten zur Trainingssteuerung.
Bessere Trainingssteuerung
Mit Wattdaten kann das Training viel gezielter gesteuert werden. Anhand der ermittelten Wattzahlen lässt sich genau bestimmen, wie intensiv eine Einheit gestaltet werden sollte, um den gewünschten Trainingseffekt zu erzielen. Dies ist besonders in Phasen wie dem Tempotraining oder in der Regenerationsphase wertvoll.
Vermeidung von Übertraining
Durch die ständige Kontrolle der Leistung kann ein Läufer Übertraining vermeiden. Das Risiko, sich zu überlasten, sinkt, da die Wattmessung unabhängig vom subjektiven Empfinden des Läufers funktioniert.
Welche Hersteller bieten eine Wattmessung bei ihren Modellen an?
Mehrere führende Sporttechnologie-Hersteller haben die Wattmessung in ihre Produkte integriert.
Wattmessung bei Garmin
Garmin bietet mit verschiedenen Modellen eine Wattmessung über externe Sensoren an, darunter der Running Dynamics Pod* oder ein speziell für Wattmessungen entwickelter Footpod. Diese Systeme synchronisieren sich mit der Uhr und geben detaillierte Leistungsdaten in Echtzeit.
Neue Modelle der Garmin fenix Serie oder der Garmin Forerunner 900er-Serie haben in der Uhr eine Wattmessung integriert. Garmin verwendet dafür eigene Begrifflichkeiten, wie etwa Running Power (Laufleistungsmodell) und Laufeffizienz.
Wattmessung bei Polar
Polar hat die Wattmessung in einige ihrer Spitzenmodelle integriert. Die Messung erfolgt hier über integrierte Sensoren, die besonders für Läufer geeignet sind, die auf eine möglichst einfache Lösung setzen.

Polar hat die Wattmessung für Läufer erstmals im Jahr 2020 mit der Polar Vantage V2 eingeführt. Auch das Nachfolgemodell, die Vantage V3 hat eine Wattmessung für Läufer.
Wattmessung bei Stryd
Der Stryd Footpod gilt als einer der präzisesten Wattmesser auf dem Markt und wird sowohl von ambitionierten Amateuren als auch von Profis verwendet. Der Stryd Footpod misst nicht nur die Wattzahl, sondern auch erweiterte Daten wie Bodenkontaktzeit und Schrittlänge.
Der Stryd Footpad ist mit zahlreichen Sportuhren kompatibel, wie etwa der Coros Pace 3. Damit ist mittels Coros eine Wattmessung bei Läufern möglich.
Wieso ist die Wattmessung beim Radfahren deutlich wichtiger als bei Läufern?
Die Wattmessung im Radsport hat eine längere Tradition und ist dort wichtiger, weil sie die Leistung bei unterschiedlichen Bedingungen sehr genau erfasst. Im Gegensatz zum Laufen, wo die Leistung eher über subjektive Faktoren wie Gefühl oder Herzfrequenz gesteuert wird, erfordert das Radfahren eine genaue Kenntnis der Leistung, um ein gleichmäßiges Tempo beizubehalten und Energie effizient einzusetzen.
Präzise Kontrolle beim Radfahren
Beim Radfahren ist es entscheidend, konstant die richtige Wattzahl zu treten, um das Tempo zu halten und den Energieverbrauch zu kontrollieren. Läufer hingegen können ihre Anstrengung oft besser aus dem Gefühl heraus steuern, weshalb die Wattmessung hier ein zusätzlicher, aber nicht zwingend notwendiger Faktor ist.
Für welche Zielgruppen von Läufern ist die Wattmessung interessant und für welche nicht relevant?
Nicht jeder Läufer benötigt eine Wattmessung, doch für bestimmte Zielgruppen kann sie von großem Vorteil sein.
Für Profis und ambitionierte Läufer
Für Läufer, die regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen oder ihre Leistungsfähigkeit systematisch verbessern wollen, ist die Wattmessung ein wertvolles Werkzeug. Sie ermöglicht eine gezielte Trainingssteuerung und hilft, Übertraining zu vermeiden.
Für Freizeitsportler weniger relevant
Freizeitsportler, die hauptsächlich laufen, um fit zu bleiben oder Spaß an der Bewegung haben, können auf die Wattmessung verzichten. Für diese Läufer sind einfache Metriken wie Tempo und Herzfrequenz ausreichend. Ausgenommen sind da Hobbyläufer, die sich für neue Techniken interessieren. Denn da kann eine Trainingssteuerung über die Wattzahl durchaus den Trainingsalltag abwechslungsreicher machen.
Zusammenfassung
Die Wattmessung beim Laufen bietet eine präzise und objektive Möglichkeit, die Leistung zu überwachen und das Training zu steuern. Besonders für ambitionierte Läufer und Triathleten ist die Methode wertvoll, da sie dabei hilft, das Training effizienter zu gestalten und Überlastungen zu vermeiden. Verschiedene Hersteller wie Garmin, Polar und Stryd bieten mittlerweile Technologien zur Wattmessung an. Für Freizeitsportler ist die Wattmessung allerdings oft nicht notwendig, da sie vor allem in der professionellen Trainingssteuerung zum Einsatz kommt.
Wissenschaftliche Quellen
- Skiba, P. F. (2016). The Secret of Running: Maximum Performance Gains Through Power. VeloPress.
- Stöggl, T., & Sperlich, B. (2015). Polarized training has greater impact on key endurance variables than threshold, high intensity, or high volume training. Frontiers in Physiology.
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