Ein Triumph, der im Frost geschmiedet wurde
Der Kontinent, der jeden Läufer an die Grenzen seiner Vorstellungskraft treibt, hat erneut Geschichte geschrieben: Beim legendären 100km Ice Ultra Antarktis setzte sich Rainer Predl mit einer eindrucksvollen Leistung an die Spitze des Feldes. In einer Umgebung, in der Wind und Kälte die Regeln bestimmen, holte sich der Niederösterreicher einen Sieg, der nicht nur in Zahlen beeindruckt, sondern in seiner gesamten Dramatik.
Nach exakt 09:55:44 Stunden überquerte Predl die Ziellinie und ließ seine Konkurrenten weit hinter sich. Xiaohui Chen erreichte das Ziel nach 15:32:52 Stunden, gefolgt von Daqing Mao, der 19:20:53 Stunden benötigte. Extreme Bedingungen, gefrorener Boden, permanente Kälte – ein Schauplatz, an dem jeder Schritt zum mentalen Schlagabtausch mit der Natur wird.
Dankbarkeit, die mit jedem Kilometer gewachsen ist
Während viele Sportler nach einem Erfolg sofort über den Wettkampf berichten, betont Predl in seiner Nachricht vielmehr den Rückhalt, der ihn ins Ziel getragen hat. Er nutzte die Mitteilung, um seinen Unterstützern zu danken – Sponsoren, Partnern und all jenen, die vor den Bildschirmen mitgefiebert haben. Emotionen sind sein Motor, und die Antarktis hat diese noch einmal verstärkt.
Der lange Schatten des Nordpols
Der Weg zu diesem Sieg war nicht linear. Zweimal scheiterte der Versuch, zum Nordpol aufzubrechen – politische Entwicklungen machten sämtliche Pläne zunichte. Großes Risiko, hoher Einsatz, und am Ende doch ein Wendepunkt. Die Entscheidung, statt des Nordpols die Südpol-Region anzusteuern, erwies sich schließlich als Volltreffer.
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„Eine dritte Absage wäre nicht nur für Sponsoren und Zuseher eine mürbende Angelegenheit auch meine mentale Fokussierung wäre hier aus dem Ruder gelaufen. Ich brauchte ein Projekt wo ich zumindest eine 70 % Austragungswahrscheinlichkeit hätte. Das es an Orte ging wo die Natur das sagen hat, muss natürlich ein jedem klar sein das es nie eine 100 % Austragungschance gibt, aber der Nordpol war bereits unter 50 % geschlittert. Für mich die goldrichtige Entscheidung- es hätte so sein sollen. Der Sieg, der Streckenrekord in der Antarktis - er hätte sein sollen und wir haben es getan!“
Mit der Startnummer 12 stürzte sich Predl schließlich in die unwirtliche Antarktis, umgeben von Forschern, Technikern und Arbeitern. Luxus? Fehlanzeige. Er entschied sich bewusst für die Basic-Variante: Container, Kantine, raues Umfeld, echtes Abenteuer. Für ihn zählt das Erleben, nicht der Komfort.

Der Blick nach vorn: Zwei Kontinente fehlen
Der Erfolg auf dem kältesten Kontinent der Welt hat einen Impuls gesetzt. Ein unerwartetes Ziel tauchte auf: Alle sieben Kontinente zu bewältigen. Mit dem Häkchen hinter der Antarktis fehlen nur noch Ozeanien und Südamerika. Und Ozeanien steht bereits vor der Tür.
Im März 2026 geht es nach Christchurch in Neuseeland, wo ein 72-Stundenlauf auf Predl wartet. Sein Ziel: Den österreichischen Rekord von 454 Kilometern erweitern und die magische Marke von 500 Kilometern angreifen. Ein holländischer Brückenbau-Sponsor übernimmt dank des jüngsten Erfolgs die gesamte Reise – Rückenwind, der nicht motivierender sein könnte.
Gelaufen wird in einem Park voller Tierstimmen, farbenfroher Natur und langen, mental herausfordernden Stunden. Es wird ein Kontrastprogramm zur Antarktis, aber ein Projekt, das Predl längst im Fokus hatte.
Termine, die den Kalender füllen
Neben dem Mega-Ziel in Neuseeland stehen weitere Wettkämpfe auf seinem Programm:
- 28.12.2025 – Silvesterlauf Gießen (GER)
- 30.03.2026 – 72h Run Christchurch (NZL)
- 09.05.2026 – Helgoland Marathon (GER)
Zudem wird es mehrere Vorträge in Deutschland und Österreich geben, bei denen Predl das Antarktis-Abenteuer aus erster Hand schildert. Die Termine folgen in Kürze – die Nachfrage dürfte groß werden.
„Es hat so sein sollen!“ – dieses Gefühl zieht sich wie ein roter Faden durch Predls Bericht und seine gesamte Reise. Und wer seine Entwicklung der letzten Jahre betrachtet, der weiß: Der Mann meint das ernst.

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