Das große Laufbuch der Trainingspläne

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..und kurz vor Mittag kommt aus dem Westen der Regen. 1938 hat man in Füssing anstatt Öl heißes Wasser gefunden, 56 Grad hat es. Jetzt ist Bad Füssing ein Kurort, hier werden Erkrankungen des Bewegungsapparates therapiert.

Gelenksentzündungen, Gicht und Osteoporose. Unter uns Langstreckenläufern immer wieder die humpelnden Patienten mit Krücken oder auf Rollatoren gestützt. Fast hat man ein schlechtes Gewissen.

Evi und ich sind wie die Nösters am Samstag angereist und genießen die Sonne bei +12°C

Bad Füssing haben wir schon anders erlebt. Im Bellevue werden wir herzlich empfangen, spätnachmittags werden wir nass, in der Therme! 

Hinterher Nudelparty und Getränke, im Startgeld inbegriffen, so wie die Thermeneintritte auch.  Da für sämtliche Distanzen das Startgeld € 29,- beträgt, bekommt man als Marathonläufer ganz einfach mehr km für sein Geld. Eine kürzere Distanz zu laufen wäre somit unwirtschaftlich, dass die Günt(h)ers trotzdem den halben machen, hat andere Gründe.

Johannesbad Thermen Marathon 50 1581284386

Ein gewaltiges Gewitter um 2h früh. Schlagartig bin ich wach als es laut und lang anhaltend donnert. Der Sturm bringt einige der Streckenabsperrungen durcheinander. Bis zum Start ist aber alles von eifrigen Händen wieder in Ordnung gebracht. Frühmorgens erst sternenklarer Himmel, später scheint sogar die Sonne. Es hat +7°C, halbwegs windig ist es.

In Bad Füssing treffe ich immer viele Freunde und Bekannte, Dorfi und Bergdoc mit Ehefrauen beispielsweise. Die Damen sind ganz unerschütterliche Cheerleader. Halb Oberösterreich steht am Start, könnte man meinen. Einige aber fehlen wegen Grippe. Aus Bayern:

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Anton Lautner, Judith Strack & Andreas Bettingen und Bernie Manhard leuchten in orange/weiß.

Um ¾ 10 geben die Prangerschützen aus vielen Rohren den Startschuss zum 10km-Lauf.

In der Startaufstellung treffe ich Börni mit Frau. Helene muss da auch wo sein, Gerhard fehlt, der ist leider verletzt.

Johannesbad Thermen Marathon 2 1581284387

Um 10 Uhr schließlich starten Marathon und Halbmarathon, insgesamt 1.100 Läuferinnen und Läufer.  Anderthalb Minuten vergehen, bis ich die Startlinie überquere.

Wir laufen rechts in die Hochrainstraße, die führt über eine Umfahrungsstraße nach Würding, km1. Einmal links, dann rechts, geradeaus und wieder links. Am Radweg der nächsten Brücke überqueren wir dieselbe Umfahrungsstraße wie zuvor, dann geht es flach weiter. Der Radweg auf dem wir da laufen ist beinahe zu schmal für den Andrang so kurz nach dem Start.

Nicht viele Höhenmeter hat der Bad-Füssing-Marathon, kaum Wald ringsum, keine Häuser hier.  Die Strecke ist somit windanfällig. Bei km3 laufe ich auf Helene Macher auf, ihr 90. Marathon heute! Börni schließt auf, es ist sein 184., dann Bernie. Wir laufen eine Zeitlang in breiter Front: Links der Börni, rechts der Bernie, Herbert in der Mitte.

Nach mehreren Kreisverkehren erreichen wir den ersten Versorgungsposten bei km5, der liegt im Schatten, von allem ist genug da, sogar warmes Iso. Von den harten Müsliriegel-Stücken lasse ich besser die Finger.

Ein Stück geht es weiter. Bevor wir zum riesigen Haslinger Hof kämen biegen wir links ab ortseinwärts. Ein kleiner Autohändler nach km6, es folgt eine kurze Pendelstrecke.

Martin Gazda, der Veranstalter vom Budweis-Hallenmarathon, begegnet mir da.

Eine Läuferin liegt am Boden, sie wird bereits ärztlich versorgt, ihr Kopf bewegt sich.

Wende bei der Busremise. Bergdoc Christoph Hohn im Gegenverkehr, er opfert seine Zeit für einige gute Fotos.

Dann geht es durch einen Wellblechtunnel unter einer Straße durch. Der ist niedrig, schön mittig laufen, sonst haue ich mir den Kopf an. Wir tauchen in verbautem Gebiet wieder auf.

Am Hotel Mühlbach ist ein beliebter Standort für Fotografen, denn hier kreuzt sich die Strecke. Prompt habe ich Gegenverkehr von zwei ganz schnellen Läufern. Km7 geht von Norden nach Süden, an derselben Stelle ist auch etwa km12,5 - da kommt man von Osten und läuft Richtung Westen, 21km später wiederholt sich das.

Ein leichtes Gefälle am Kößlarner Bach, angefeuert von den beiden Cheerleaderinnen, vorbei an einem großen alten Mühlrad, das sich zu meiner Überraschung nun dreht. Das war jahrelang festgesteckt. Die nächste Kreuzung wird von Feuerwehrleuten bewacht. Deren Dienste sind bei so einer Laufveranstaltung unerlässlich. Weiter auf einem Radweg parallel zur Innsbruckstraße, vor uns liegt Obernberg am Inn. Km9, wir biegen links ab Richtung Start und Ziel, den folgenden Streckenabschnitt haben wir 4x zu bewältigen, denn von rechts mündet aus einer Unterführung kommend die 2. Runde ein, da ist etwa km19. Die Sonne versteckt sich hinter den Wolken.

Johannesbad Thermen Marathon 93 1581284389

Leicht ansteigend geht es nun zurück, stellenweise riecht es sehr nach Viehhaltung, das roch aber schon strenger. Leichter Anstieg, km10, Evi, Roman und Sieglinde feuern uns an und sie knipsen eifrig.

Der Halbmarathonsieger überholt mich. Wieder beim Johannesbad, 11,1km bei 6‘00“/km, passt.

An dieser zweiten Labestelle gibt es warmen Tee und warmes Iso, Wasser, Mandarinen, Äpfel, Balistos . . . Ich fülle meine Flasche auf. Nun geht es wieder gegen den Wind. Meine beiden Cheerleaderinnen stehen nun bei km12, die Damen kommen auch weit herum!

Leichter Anstieg zur Kirche von Safferstetten, weiter zum Knotenpunkt der Strecke am

Mühlbach-Romantikhotel. Unter der Innsbruckstraße durch, links, leichter Anstieg und, alle Jahre wieder laute Musik hier, km13. Es tröpfelt ein bisschen.

Leichte Streckenänderung gegenüber dem Vorjahr. Wir laufen heuer nicht auf der Straße die zum Golfplatz führt, sondern am Radweg daneben, der nicht ganz so flach ist wie die Straße. Denn bei den einmündenden Feldwegen macht der Radweg immer einen kleinen Buckel.

Erleichterung, im rechten Winkel links weg, nun kommt der Wind von rechts. Vollversorgung nach 90min bei km15. Ich mische mir Tee, Iso und Cola in die Flasche, der Regen setzt ein.

Schnurgerade geht es weiter, auf das nächste Feuerwehrauto zu, dann ein Linksknick und rein nach Egglfing, im Zickzack durch den Ort und schließlich in den Inn-Auwald. Nun sind wir ganz nahe am Inn, wenige Meter nur trennen uns davon und von OÖ. Wir laufen unter der Innbrücke durch und dann zurück Richtung Bad Füssing. Km18, stellenweise ist es matschig. 

Wir unterqueren die nächste Straße, rechts rauf, km19, Zeit für mein erstes PowerGel. Den folgenden Streckenabschnitt sind wir heute schon gelaufen. Der Wind kommt hier von links, Fotografen lauern, Schweinestall, leichter Anstieg, Halbmarathon nach 2h08, an der Labestelle greife ich um ein Stück Banane und spüle es mit warmem Iso runter. Es regnet in Strömen.

Ich habe großen Respekt vor den nächsten 4km, denn da kommt der Regen von vorne. Km25 nach 2h33. Ich weiß aber auch, nach km26, wenn die Strecke links abbiegt, habe ich in Bezug auf Wind und Wetter das Schlimmste überstanden. So ist es auch.

Johannesbad Thermen Marathon 26 1581284391

Autohändler, Pendelstrecke, Wellblechtunnel, Mühlbach-Romantikhotel, Mühlrad, Radweg an der Innsbruckstraße, Dauerregen, ich laufe kurz/kurz, mir geht es gut, 8°C.

Zweites Powergel bei km31. Bei Start/Ziel feuert mich Dorfi an: „3h20 nach 32km, du liegst super in der Zeit!“ In der Tat läuft es besser als im Vorjahr. Gut, da war auch Schneematsch. Jedenfalls sollte ich es heute wieder unter 4½ Stunden schaffen. Dafür reicht es schon, auf den letzten 10km einen Schnitt von 7‘00/km zu laufen. Ich habe keinerlei muskuläre Probleme, die Versorgung ist genauso wie ich sie brauche, dazu immer wieder die Anfeuerungen. Nasser kann ich auch nicht mehr werden. Es könnte nicht besser laufen. Vorige Woche in Budweis noch 4h36, aber heute bin ich besser!

Km36, letzte Labe, ich nehme Cola mit Iso und ein Stück Mandarine. Hätte ich kein Schlauchtuch auf dem Kopf, würde es mir den Regen beim rechten Ohr reindrücken. Habe ich aber und es ist orange, sodass mich Evi von weitem erkennen kann. Nicht nur am Laufstil.

Johannesbad Thermen Marathon 68 1581284391

Egglfing, das km38-Schild, ich liege noch immer wunderbar in der Zeit. Vielleicht schaffe ich es sogar unter 4h25? Im Auwald vor mir ist einer im Schnellgeh-Modus unterwegs. Den kenne ich und den will ich überholen. Bei km39 laufe ich an Ambros Mühlbachler vorbei, yess!

Km 40, zum letzten Mal die Unterführung. Es hat sogar aufgehört zu regnen. Ich kann mein Tempo ganz gut halten, werde aber trotzdem von zwei Läufern überholt, einer davon ist Theo Huhnholt (auch AK-60), der heute zum 27. Mal den Thermenmarathon finishen wird, also alle bislang.

Dafür habe ich die Zielgerade für mich alleine, an deren Ende Evi, die Nösters und Dorfi auf mich warten. Für sub 4h25 war ich läppische 10sec zu langsam. Das ist kurz ein bisschen schade. Die Freude über sub 4h30 überwiegt bei weitem. Damit habe ich heute nicht gerechnet.

Johannesbad Thermen Marathon 66 1581284392

Im Zielzelt schwätze ich etwas mit den orange/weißen Laufreportern die in Mannschaftsstärke teilgenommen haben.

Erdinger Alkoholfrei, Kuchen, Obst…. eine klasse Zielversorgung! Aber ich halte mich nicht lange auf. Ich habe seit drei Stunden keinen trockenen Faden mehr am Körper und ich gehöre schleunigst unter die Dusche. Ja, ich bin Warmduscher und stehe dazu!

 

Der Börni kommt auch noch unter 4h30 ins Ziel und die Helene Macher freut sich über ihr 90. Marathonfinish und ihren x-ten AK-Stockerlplatz.

Ich verfüge mich in die Therme, wo bereits einige gute Bekannte das 37°C warme Wasser genießen. Nachdem ich saniert bin fehlen mir zu meinem Glück nur mehr trockene Schuhe, und die bringt mir Evi!

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Egal ob Marathon, 21,1km oder10 km, EURO 29,- Startgeld für alle:

Johannesbad Thermen Marathon 79 1581284389

Eine nicht mehr ganz so flache Strecke wie bis 2013

Nudelparty mit zwei Frei-Getränken am Samstag

Thermeneintritte am Samstag UND am Sonntag

Einweg-Zeitnehmung, Urkunde, GRATIS-Download Zieleinlaufvideo!       

Eine schicke, schwere Erinnerungsmedaille am grünen Band  

Alle 5km Labestellen (warmer Tee, warmes Iso, Cola, Müsliriegel, Orangen, Äpfel, Bananen),

293 Marathon-Finisher (45 f + 248 m),    782 Finisher beim Halb-M

1. Josef Diensthuber      2h28:37

2. Marco Bscheidl         2h35:14

3. Klaus Mannweiler      2h44:17

1. Petra Pastorová        2h46:38

2. Margrit Elfers            3h03:00

3. Basilia Förster           3h04:26

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