Früher Start, hohes Tempo, historische Zeit
Houston schläft noch, die Uhren zeigen 6:45 Uhr Ortszeit, doch auf den Straßen von Texas wird bereits Geschichte geschrieben. Beim Houston Halbmarathon nutzt Aaron Gruen die perfekten Bedingungen und läuft in 1:01:14 Stunden zu einem neuen österreichischen Rekord. Damit endet eine fast 19 Jahre alte Bestmarke, die seit 2007 Bestand hatte. Der ÖLV-Marathon-Rekordhalter aus dem ÖBV Pro Team setzt beim Houston Halbmarathon ein deutliches Ausrufezeichen.
Ein Rekord mit Ansage und Mut zur Geduld
Der bisherige Rekordhalter Günther Weidlinger hatte 2007 eine Zeit von 1:01:42 Stunden aufgestellt. In Houston war Gruen nun schneller, kontrollierter und vor allem mutig genug, nicht zu überziehen. Der Lohn: ein neuer österreichischer Rekord im Halbmarathon. Gleichzeitig ist Gruen erst der zweite Österreicher, der diese Distanz unter 1:02 Stunden bewältigt. Seine bisherige offizielle Bestzeit aus dem Vorjahr lag noch bei 1:04:35 Stunden.
Der Houston Halbmarathon präsentierte sich als Bühne für schnelle Zeiten. Acht Läufer blieben unter der magischen Stundenmarke. Der Sieg ging an Habtom Samuel aus Eritrea, der nach 59:01 Minuten das Zielband durchlief. Gruen belegte am Ende Rang 23, doch die Platzierung war an diesem Morgen zweitrangig.
Ideale Bedingungen und das richtige Gefühl
Der Start erfolgte bei kühlen 5 bis 6 Grad Celsius, dazu Windstille – Bedingungen, die Langstreckenläufer lieben. Gruen fand früh eine stabile Gruppe und setzte auf Gleichmäßigkeit statt Risiko. „Es gab ideale Bedingungen bei dem Rennen, am Start hatte es zwar nur 5 bis 6 °C, aber es war windstill. Ich hatte dann auch eine gute Gruppe mit der ich mich beim Tempomachen abwechseln konnte.“
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Gemeinsam mit einem deutschen und einem französischen Läufer pendelte sich das Tempo bei 4:41 Minuten pro Meile ein, was exakt 2:54 Minuten pro Kilometer entspricht. Der Houston Halbmarathon wurde so zu einem Rennen gegen die Uhr, nicht gegen die Konkurrenz. „Zu Beginn kam mir das Tempo sogar etwas zu locker vor, ich wollte aber auch nicht zu schnell anlaufen und konnte so mein Tempo bis zum Schluss halten.“
Kluger Trainingsschritt statt Aktionismus
Entscheidend war auch ein mutiger Schritt eine Woche vor dem Rennen. „Eine Woche vor dem Rennen war ich noch müde und setzte eine Trainingseinheit aus, was einen guten Effekt hatte.“ Statt auf Druck setzte Gruen auf Regeneration – eine Entscheidung, die sich in Houston voll auszahlte.
Die Freude über den Rekord war entsprechend groß. „Es freut mich sehr, dass ich den Rekord von Günther Weidlinger nach fast 19 Jahren verbessern konnte, und hoffe hier auch einige junge österreichische Läufer inspiriert zu haben.“ Der Houston Halbmarathon wurde damit nicht nur zur persönlichen Sternstunde, sondern auch zu einem Signal an die heimische Laufszene.
Zwischen Hörsaal und Startlinie
Besonders bemerkenswert bleibt die Doppelbelastung. Gruen verbindet Leistungssport mit einem Medizinstudium – ein Balanceakt, der Disziplin erfordert. „Dass die Kombination zwischen meinem Medizinstudium und dem Laufen so gut klappt ist auch nicht selbstverständlich.“
Der Blick geht bereits nach vorne: Im März plant Gruen einen weiteren Halbmarathon in den USA, im April folgt das Debüt beim Vienna City Marathon. Doch unabhängig davon wird der Houston Halbmarathon als jener Morgen in Erinnerung bleiben, an dem ein Österreicher neue Maßstäbe setzte.
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