Valencia bebt: Beim Valencia Half Marathon hat der Schwede Andreas Almgren Geschichte geschrieben und als erster Europäer die 59-Minuten-Barriere im Halbmarathon durchbrochen.
Mit der neuen Bestmarke von 58:41 setzte er ein Ausrufezeichen, das Europa aufhorchen lässt. Das Rennen in Valencia war ein Tempo-Feuerwerk – und der Valencia Halbmarathon lieferte genau das, wofür er seit Jahren bekannt ist: schnelle Zeiten und harte Entscheidungen.
Ein Tag für die Statistiker
Das Männerfeld wurde vom ehemaligen Weltrekordhalter Yomif Kejelcha aus Äthiopien dominiert, der in 58:02 gewann. Dahinter folgten Rodrigue Kwizera in 58:39 und Brian Kibor ebenfalls in 58:39. Almgren lief nach 58:41 Minuten auf Platz vier und verbesserte mit seinem Lauf den alten europäischen Rekord von Julien Wanders (59:13, 2019) deutlich. Damit steht jetzt auf der europäischen Bestenliste an der Spitze.
Almgrens Rekordjahr
Das ist bereits der dritte Europarekord von Almgren in dieser Saison. Zuerst pulverisierte er in Valencia die 10-km-Bestmarke mit 26:53 Minuten, dann setzte er in Stockholm eine neue Marke über 5000 m mit 12:44.27 Minuten. Zusätzlich gewann er Bronze über die 10.000 Meter bei den Weltmeisterschaften – seine erste große Einzelmedaille auf globaler Ebene. Nach dem enttäuschenden Aus in den 5000-m-Vorlaufen in Tokio suchte er nach einer Revanche und fand sie in Spanien.
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„Ich musste zwischen Kilometer 7 und 15 vorne laufen, als der Tempomacher ausschied. Und dann war es ziemlich windig. Die letzten 3–4 Kilometer liefen gegen den Wind. Ich bin sehr zufrieden mit der Zeit, die ich unter diesen Bedingungen gelaufen bin. Es war trotzdem ein Europarekord um mehr als eine halbe Minute. Bei optimalen Bedingungen bin ich wahrscheinlich für noch ein kleines bisschen schneller in Form,“ sagte Almgren laut SVT.
Wie das Rennen verlief
Das Männerrennen begann in einem halsbrecherischen Rhythmus: Kejelcha wurde perfekt von Amos Kipkorir angepaced und lief die ersten 5 km in 13:35 – ein Tempo, das den Ton vorgab. Nach dem Ausstieg des Pacemakers musste Kejelcha weite Strecken allein absolvieren, hielt das Tempo aber lange durch. Auf dem zweiten Streckenabschnitt sorgten Böen und 20°C mit hoher Luftfeuchte dafür, dass die Zeiten leiden konnten. Kejelcha räumte ein: „Ich fühlte mich bis zum 10-km-Punkt großartig, aber dann bekam ich Bauchschmerzen und konnte meinen Rhythmus nicht halten.“
Während Kejelcha dennoch in 58:02 gewann, lief Almgren ein taktisch kluges Rennen und profitierte von einer sauberen zweiten Rennhälfte, um den alten Rekord zu pulverisieren. Seine 58:41 markieren das erste Mal, dass ein Europäer offiziell unter der 59-Minuten-Marke im Halbmarathon bleibt – ein Meilenstein für den Kontinent.
Halbmarathon: Die 10 schnellsten Europäer aller Zeiten
| Zeit | Athlet | Nation | Jahr |
|---|---|---|---|
| 58:41 | Andreas Almgren | SWE | 2025 |
| 59:13 | Julien Wanders | SUI | 2019 |
| 59:26 | Yemaneberhan Crippa | ITA | 2022 |
| 59:31 | Amanal Petros | GER | 2025 |
| 59:32 | Mo Farah | GBR | 2015 |
| 59:39 | Carlos Mayo | ESP | 2023 |
| 59:40 | Morhad Amdouni | FRA | 2020 |
| 59:40 | Samuel Barata | POR | 2023 |
| 59:41 | Pietro Riva | ITA | 2023 |
| 59:42 | Thierry Ndikumwenayo | ESP | 2024 |
Frauen-Weltrekord wackelte gewaltig
Der Valencia Halbmarathon war kein Ein-Mann-Theater: Im Frauenrennen verteidigte Agnes Ngetich ihren Titel mit einer Weltjahresbestleistung von 1:03:08 Stunden. Sie verfehlte den vier Jahre alten Weltrekord zwar um 16 Sekunden, doch ihre Leistung war die drittschnellste jemals gelaufene Zeit über diese Distanz. Ngetich dominierte das Feld lange Zeit, lag bei 10 km in 29:28 deutlich vor dem Weltrekordtempo und erklärte nach dem Rennen: „Ich weiß, dass ich den Weltrekord in den Beinen habe und meine Splits waren bis 15 km genau in diesem Tempo. Auch ohne Weltrekord bin ich zufrieden, denn ich habe Valencia jetzt dreimal bestritten und dreimal gewonnen.“
Die Kenianerin wurde von Moses Ntaloishi angepaced und lief lange in einer großen Gruppe männlicher Tempomacher – eine Taktik, die sie zuletzt mehrfach erfolgreich angewandt hat. Am Ende reichte ihr das hohe Anfangstempo trotzdem nur für 1:03:08, während Fotyen Tesfay 1:05:11 lief und Veronica Loleo mit 1:05:46 eine persönliche Bestzeit erzielte.
Platzierungen und nationale Rekorde
Bei den Männern markiert Kejelchas 58:02 eine weitere starke Jahresbestleistung; Kwizera zeigte mit 58:39 ein Karrierebestwert, Kibor teilte sich dasselbe Ergebnis. Almgrens Europarekord beförderte ihn an die Spitze der europäischen Bestenliste. Bei den Frauen setzten Klara Lukan (7. Platz) und Alessia Zarbo (8. Platz) nationale Bestmarken, während Spanien mit Carlos Mayo im Halbmarathon der Männer ebenfalls starke nationale Vorstellungen sah.
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