Emmanuel Wanyonyi triumphiert über die 800 Meter
Emmanuel Wanyonyi triumphiert über die 800 Meter (Foto: © Mattia Ozbot for World Athletics)
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Chebet und Wanyonyi lassen in Tokio die Konkurrenz stehen

Kenias Laufstars Beatrice Chebet und Emmanuel Wanyonyi waren am vorletzten Tag der Leichtathletik-WM in Tokio, die beide das Publikum in Ekstase versetzten.

Während es bei den Frauen wieder ein Mal einen Favoritensieg gab, war es bei den Männern der erste Laufwettbewerb bei diesen Titelkämpfen, wo es keine Überraschung gab.

Chebet holt Doppelgold in Tokio

Eine Woche nach ihrem Triumph über 10.000 Meter bewies Chebet, dass sie derzeit das Maß aller Dinge im Langstreckenlauf ist. Im Finale über 5000 Meter bei den Titelkämpfen in Tokio 25 lauerte sie lange im Feld, blieb geduldig und schlug dann in gewohnter Manier zu. Mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt lief sie nach 14:54,36 Minuten ins Ziel und holte das zweite Gold – und damit das Doppel, das ihr schon bei den Olympischen Spielen in Paris gelungen war.

Silber ging an ihre Landsfrau Faith Kipyegon, die Titelverteidigerin und Olympiasiegerin über 1500 Meter. Bronze schnappte sich Italiens Nadia Battocletti, die zuvor schon Silber über 10.000 Meter gewonnen hatte. Ein Rennen voller Raffinesse, in dem Chebet am Ende ihre ganze Klasse ausspielte. „Heute war kein einfacher Tag, aber man muss immer an sich glauben. Das habe ich getan – und es hat sich ausgezahlt,“ erklärte sie nach ihrem Sieg.

Damit schrieb Chebet Geschichte: Sie ist erst die dritte Frau nach Tirunesh Dibaba und Vivian Cheruiyot, die bei einer Weltmeisterschaft sowohl über 5000 als auch über 10.000 Meter triumphieren konnte. Außerdem hält sie aktuell nicht nur die WM-Titel, sondern auch olympisches Gold sowie mehrere Weltrekorde. Ein Palmarès, das kaum zu toppen ist.

Wanyonyi läuft allen davon

Auch über die zwei Stadionrunden gab es ein echtes Spektakel. Emmanuel Wanyonyi ging beim 800-Meter-Finale der Leichtathletik-WM volles Risiko. Vom Start weg drückte der 21-Jährige aufs Tempo – und dieses Himmelfahrtskommando wurde belohnt. In 1:41,86 Minuten stürmte er nicht nur zu Gold, sondern auch zu einem neuen Meisterschaftsrekord.

Seine Gegner Marco Arop aus Kanada und Djamel Sedjati aus Algerien warfen alles in die Waagschale, mussten sich aber im Sprintduell geschlagen geben. Sedjati holte Silber (1:41,90), Arop Bronze (1:41,95). Damit standen die gleichen drei Männer wie bei Olympia auf dem Podium, nur in veränderter Reihenfolge. „Ich habe alles gegeben, um Gold zu sichern. Jetzt will ich den Titel verteidigen – und vielleicht irgendwann den Weltrekord angreifen,“ sagte ein überglücklicher Wanyonyi.

Sein waghalsiges Rennen brachte nicht nur ihn selbst, sondern auch die gesamte Konkurrenz auf Weltklassezeiten: Zum ersten Mal in der Geschichte blieben acht Männer unter 1:43 Minuten. Ein Beweis dafür, wie hochklassig dieses 800-Meter-Finale war. Altmeister David Rudisha, der Weltrekordhalter, verfolgte das Rennen live im Stadion – und durfte sehen, wie sein Landsmann die nächste Ära im kenianischen Mittelstreckenlauf einläutete.

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