Der Pariser Abendhimmel hatte schon viel gesehen – aber was beim Meeting de Paris am Freitag abging, war ein echtes sportliches Märchen.
Und mittendrin: Azeddine Habz. Der 31-jährige Lokalmatador lief in einem mitreißenden 1500-Meter-Rennen in 3:27,49 Minuten zur neuen Weltjahresbestzeit, zum französischen Rekord und katapultierte sich auf Platz sechs der ewigen Bestenliste. Das Publikum? Voller Ekstase. Die Arena? Ein Hexenkessel. Der Rekord des legendären Hicham El Guerrouj (3:28,38) aus dem Jahr 2001? Geschichte!
„Es ist unglaublich, es gibt kein anderes Wort dafür. Ich bin mit dem Ziel hergekommen, den französischen Rekord zu knacken. Ich dachte an eine 3:28 – das war mein Plan. Aber mit diesen 10.000 Fans hinter mir fühlte ich mich, als hätte ich Flügel.“ (Quelle: World Athletics)
Doch auch hinter Habz explodierte die Strecke vor Rekorden: Der erst 18-jährige Phanuel Kipkosgei Koech aus Kenia lief mit 3:27,72 nicht nur auf Platz zwei, sondern auch zu einem neuen U20-Weltrekord. Der Brite George Mills rundete das historische Rennen mit einer persönlichen Bestzeit von 3:28,36 ab. Die ersten sechs Athleten unterboten die magische Marke von 3:30 – ein Beweis dafür, dass das 1500-Meter-Rennen beim Meeting de Paris für immer einen Platz in den Geschichtsbüchern verdient.
Wichtiger Hinweis: Dieses Buch macht dich zum besseren Läufer
Faith Cherotich: Die 20-Jährige, die die Großen ärgert
Im 3000-Meter-Hindernislauf der Frauen zeigte Faith Cherotich eine Reife, als wäre sie schon zehn Jahre auf Weltklasse-Niveau unterwegs. Die Kenianerin ließ sich von der Herausforderung der Olympiasiegerin Peruth Chemutai nicht aus der Ruhe bringen und zog auf der letzten Runde unwiderstehlich davon. Mit 8:53,37 Minuten setzte sie nicht nur die Weltjahresbestzeit, sondern reihte sich als sechstschnellste Frau aller Zeiten ein.
Die Uganderin Chemutai blieb mit 8:54,41 nur knapp zurück, während die Äthiopierin Sembo Almayew in 9:01,22 den dritten Platz belegte. Die Zukunft des Frauen-Hindernislaufs? In besten Händen!
Rückkehr des Rekordhalters – Girma wieder auf der Siegerstraße
Der 3000-Meter-Hindernislauf der Männer war zwar kein offizielles Diamond-League-Rennen, aber wenn Lamecha Girma auf der Bahn steht, ist immer mit Spektakel zu rechnen. Der Äthiopier, der in Paris 2023 mit 7:52,11 den Weltrekord aufgestellt hatte, feierte bei seiner Rückkehr nach einer Olympia-Verletzung ein überzeugendes Comeback: 8:07,01 Minuten und ein souveräner Sieg.
Kejelcha dominiert, Gressier brilliert
Im 5000-Meter-Lauf sah zunächst alles nach einem Solo-Triumph für Yomif Kejelcha aus. Doch das Tempo war hoch, und die Konkurrenz ließ sich nicht abschütteln. Dennoch rettete der Äthiopier seinen Vorsprung ins Ziel: 12:47,84 Minuten – Sieg! Der Bahrainer Birhanu Balew sorgte mit 12:48,67 für einen neuen Asienrekord, dicht gefolgt von US-Läufer Graham Blanks (12:49,51). Und dann kam Jimmy Gressier: Mit 12:51,59 stellte er einen neuen französischen Landesrekord auf und wurde gefeierter Vierter – zur Freude der Pariser Fans beim Meeting de Paris.
Spannung pur über 800 Meter – Attaoui siegt im Finish
Ein Rennen für Taktikfüchse war das 800-Meter-Finale. Der Spanier Mohamed Attaoui bewies das beste Timing und nutzte die Innenbahn im Schlussspurt zu seinem Vorteil. Mit 1:42,73 setzte er sich knapp vor dem US-Amerikaner Josh Hoey (1:43,00) durch. Bryce Hoppel komplettierte das Podium mit 1:43,11.
Chepchirchir mit einem weiteren Meisterstück
Im 1500-Meter-Rennen der Frauen zeigte Nelly Chepchirchir erneut ihre Klasse. Die kenianische Weltjahresbeste siegte mit 3:57,02 vor der überraschend starken Irin Sarah Healy, die in 3:57,15 eine neue persönliche Bestzeit aufstellte. Beeindruckend: Alle elf Läuferinnen unterboten die 4-Minuten-Marke – das Meeting de Paris war eben in jeder Disziplin ein Lauf der Extraklasse.
Mit Weltrekorden, Landesrekorden, Bestzeiten und Gänsehautmomenten bewies das Meeting de Paris einmal mehr, warum es zu den absoluten Highlights der Wanda Diamond League gehört. Ein Abend, der alle Erwartungen übertraf – und Lust auf mehr macht!

Kommentar schreiben