Beim Golden Spike Meeting in Ostrava brannte die Tartanbahn – und mittendrin ein Österreicher, der allen zeigte, was in ihm steckt:
Raphael Pallitsch katapultierte sich mit einem furiosen Lauf nicht nur zu einem neuen österreichischen Rekord, sondern auch direkt ins Teilnehmerfeld der Weltmeisterschaften in Tokyo.
Golden Spike Ostrava – Bühne für Sternstunden
Das Golden Spike ist nicht irgendein Leichtathletik-Meeting. Hier trifft sich Jahr für Jahr die Weltelite, und dieses Mal hatte der Abend eine ganz besondere rot-weiß-rote Note. In einem hochkarätigen 1500-Meter-Rennen, das der kenianische U20-Weltrekordhalter Kipkosgei Koech in sagenhaften 3:29,05 Minuten gewann, zeigte Raphael Pallitsch eine Vorstellung, die sich gewaschen hat.
Mit einem starken Finish kämpfte sich Pallitsch auf Rang acht – doch die Platzierung war Nebensache. Die Uhr blieb bei 3:32,96 Minuten stehen. Persönliche Bestzeit, österreichischer Rekord, und das WM-Limit geknackt.
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Rückschläge? Abgehakt.
Die Geschichte hinter dem Triumph macht ihn noch beeindruckender. Denn die Vorbereitung lief alles andere als rund. Krankheiten, ein Sturz, Trainingsrückschläge – nicht gerade ideale Bedingungen für einen Rekordlauf. Doch der 34-Jährige ließ sich nicht unterkriegen.
"Ich hatte eine sehr schwierige Vorbereitung seit den Hallen-Weltmeisterschaften. In den 3 Monaten konnte ich rund die halbe Zeit mein Training nicht so durchziehen wie geplant wegen Krankheiten und einem Sturz."
Die letzten Einheiten gaben ebenfalls wenig Anlass zur Euphorie, wie Pallitsch offen zugibt:
"Auch meine letzten Trainings liefen nicht so gut wie gehofft, dadurch war ich unsicher, ob ich überhaupt schon in die Saison einsteigen soll."
Mut zum Risiko, belohnt mit Rekord
Doch dann kam die Einladung zum Golden Spike. Und wie es so schön heißt: Gelegenheiten klopfen nicht zweimal. "Die Möglichkeit, in so ein starkes Feld und schnelles Rennen reinzukommen, war dann aber doch sehr verlockend und ich beschloss, die Chance zu nutzen."
Ein mutiger Entschluss, der sich auszahlte. Pallitsch lief ein taktisch cleveres Rennen, hielt sich an seinen Plan, wartete lange ab – und setzte im letzten Drittel zum Angriff an. "Mir ist heute ein taktisch kluges Rennen gelungen, wie geplant konnte ich im letzten Drittel vorgehen und hatte dann noch genug Reserven, um schneller zu werden."
Ein Blick auf die Uhr – und ins Ziel der Träume
Auf der Zielgeraden zündete er dann den Turbo. Als er die Zeit sah, konnte er es kaum glauben: "Wie ich dann auf der Zielgeraden die Zeit gesehen habe, war ich überrascht, wie schnell es noch geworden ist."
Die Freude über das Erreichte ist riesig – und die Erleichterung, nicht mehr über das Worldranking zittern zu müssen, spürbar: "Ich bin sehr glücklich, die Direktqualifikation geschafft zu haben und nicht mehr auf das Worldranking laufen zu müssen – und natürlich auch die Schallmauer von 3:33 Minuten geknackt zu haben."
WM-Ticket gelöst – was kommt jetzt?
Nach dem Rekordlauf beim Golden Spike darf sich Raphael Pallitsch nun ganz in Ruhe auf das große Ziel vorbereiten: die Weltmeisterschaften in Tokyo. Gemeinsam mit Manager Alfons Juck wird die restliche Saison nun strategisch geplant. "Jetzt werde ich mit meinem Manager Alfons Juck in Ruhe die weitere Saisonplanung besprechen und schauen, in welche Rennen ich rein komme."
Raphael Pallitsch ist zurück – schneller, stärker, entschlossener denn je. Und das alles beim legendären Golden Spike Meeting. Was für ein Statement zum Saisonstart!
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