Was für ein Auftritt unter kalifornischem Flutlicht! Beim Track Fest in Los Angeles ließ Lea Meyer die Uhren in der Nacht zum Sonntag schneller laufen – im besten Sinne.
Die Spezialistin für 3.000 Meter Hindernis legte sich auf der flachen 5.000-Meter-Distanz mächtig ins Zeug und durchbrach erstmals in ihrer Karriere die legendäre 15-Minuten-Schallmauer. In 14:58,85 Minuten überquerte sie als Vierte die Ziellinie und katapultierte sich damit direkt in die Topriege der deutschen Langstreckenszene.
Die Konkurrenz? Hochkarätig. Ganz vorne jubelte die Australierin Linden Hall in 14:43,61 Minuten. Dahinter folgten die beiden Britinnen Melissa Courtney-Bryant (14:48,20 min) und Hannah Nuttall (14:50,42 min) – schnell, aber nicht zu schnell für Meyer, die im internationalen Feld eine starke Vorstellung bot. Der Track Fest war somit nicht nur eine Show der Weltklasse-Athletinnen, sondern auch der perfekte Ort für persönliche Bestmarken.
Von der Hindernisspezialistin zur Rekordjägerin
Eigentlich fühlt sich Lea Meyer – die für den VfL Löningen startet – zwischen Wassergraben und Hindernissen am wohlsten. Doch was sie auf dem reinen 5.000-Meter-Oval zeigte, hatte ebenfalls Weltformat. Ihre bisherige Bestzeit von 15:06,39 Minuten war Geschichte, bevor das Publikum realisierte, wie konsequent sie Tempo und Rhythmus durchzog. Dass dabei am Ende nicht nur eine neue persönliche Bestleistung, sondern auch ein historischer Sprung in der Bestenliste heraussprang, war das Sahnehäubchen.
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In der ewigen deutschen Bestenliste zieht Meyer nun laut DLV an niemand Geringerer als Sabrina Mockenhaupt vorbei, die 2009 in 14:59,88 Minuten erstmals die Marke unterbot. Damit steht Lea Meyer jetzt auf Platz sechs der deutschen Allzeitwertung – Tendenz: steigend. Zu den weiteren Größen, in deren illustren Kreis sie nun aufgeschlossen hat, gehören unter anderem Hanna Klein (14:51,71 min), Konstanze Klosterhalfen (14:26,76 min) und Irina Mikitenko, die einst Maßstäbe setzte.
Norm locker erfüllt, Rückenwind für Tokio
Neben dem Platz in der Bestenliste darf sich Lea Meyer noch über einen weiteren Erfolg freuen: Die Norm für die Weltmeisterschaften in Tokio (13. bis 21. September) liegt bei 15:12,00 Minuten – ein Ziel, das sie in Los Angeles souverän abhakte. Der Track Fest war somit ein echter Meilenstein auf dem Weg zu ihrem Saisonhöhepunkt. Und wenn sie in Japan ähnlich abgeklärt auftritt, ist vielleicht sogar der nächste Eintrag in den Rekordbüchern nicht mehr weit.
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