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Book on Demand Anbieter im Vergleich: Amazon vs. BoD vs. Tredition

Wer heute Bücher ohne eigenes finanzielles Risiko veröffentlichen möchte, kommt an Book-on-Demand-Anbietern nicht vorbei.

Besonders für Selfpublisher, Unternehmer, Coaches oder Fachautoren ist die Wahl des richtigen Anbieters entscheidend – nicht nur wegen der Druckqualität, sondern vor allem wegen der Kostenstruktur, Transparenz und Skalierbarkeit.

Auf HDsports vergleiche ich auf Basis einer eigenen, praxisnahen Analyse die drei bekanntesten Anbieter im deutschsprachigen Raum: Amazon KDP, Books on Demand (BoD) und Tredition. Der Fokus liegt dabei auf realen Probedruck-Kosten, Versand nach Österreich, Farbdruck im Innenteil sowie der Abwicklung für Unternehmer aus dem Ausland.https://vg06.met.vgwort.de/na/18501991b3374ad78511cc136baed6e3

Amazon KDP – Klarer Testsieger mit großem Vorsprung

Amazon KDP setzt im direkten Vergleich neue Maßstäbe – insbesondere beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Selbst bei einem umfangreichen Buch mit 284 Seiten, farbigem Cover und farbigem Innenteil bleiben die Kosten außergewöhnlich niedrig.

Probedruck-Kosten (Taschenbuch)

  • Probedruck (284 Seiten, Cover farbig, Innenteil farbig): 6,36 EUR
  • Versand nach Österreich: 2,09 EUR
  • Gebundene Ausgabe, Innenteil schwarz/weiß: 6,77 EUR

Hinweis: Die Werte stammen aus dem Jahr 2024 und sind mittlerweile leicht gestiegen (aber das gilt auch für andere Anbieter)

Besonders positiv: Die Bestellung als Unternehmer aus dem Ausland ist problemlos per Reverse-Charge-Verfahren möglich. Zusätzlich bietet Amazon die weltweit größte Reichweite, eine nahtlose Anbindung an den eigenen Marktplatz und eine extrem skalierbare Produktion – vom Einzelstück bis zur Massenauflage.

Auch qualitativ überzeugt Amazon: Der Farbdruck ist solide, konsistent und für den kommerziellen Einsatz absolut ausreichend. Zudem tritt man mit Amazon KDP keine exklusiven Rechte ab. In Relation zu den Kosten ist Amazon damit der eindeutige Testsieger.

Einziger Nachteil bei KDP: Es gibt keine Mengenrabatte. Auch wer 500 Exemplare bestellt, bezahlt den gleichen Preis pro Buch. Bei den anderen Anbietern gibt es hingegen deutliche Rabatte.

BoD – Hochwertig, aber teuer

Books on Demand ist seit vielen Jahren etabliert und bekannt für eine sehr gute Coverqualität. Insbesondere Logos, dunkle Farben und Kontraste wirken klar, satt und hochwertig. Diese Qualität hat allerdings ihren Preis – und genau hier liegt die Schwäche von BoD.

  • Probedruck s/w (284 Seiten): 10,39 EUR
  • Versand nach Österreich: 10,00 EUR

Der größte Kostentreiber bei BoD ist der Farbdruck im Innenteil. Ein einzelnes Exemplar mit 248 Farbseiten kostet 30,25 EUR. Selbst bei einer Abnahme von 100 Exemplaren liegt der Stückpreis noch bei 21,94 EUR. Damit sind wirtschaftlich attraktive Verkaufspreise für Self-Publisher kaum realisierbar.

Zum Vergleich: Bei einer klassischen deutschen Druckerei liegen die Kosten für einen Farbdruck bei einer Auflage von 1.000 Exemplaren bei rund 6–7 EUR pro Buch. Diese Diskrepanz zeigt sehr deutlich, wie wenig Spielraum bei Print-on-Demand mit hohem Farbanteil bleibt.

Beim Schwarz-Weiß-Druck liegt BoD bei 10,39 EUR pro Exemplar, ab 200 Exemplaren sinkt der Preis auf etwa 6,73 EUR (Stand: 2026). Damit bewegt sich BoD in etwa auf dem Niveau eines Einzeldrucks bei Amazon – dort allerdings bereits mit deutlich günstigeren Optionen, teilweise sogar inklusive Farbdruck.

Positiv hervorzuheben ist, dass BoD neben dem Druck umfangreiche Zusatzleistungen anbietet: Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung, Marketing-Services sowie den breiten Vertrieb über den gesamten Buchhandel. Bücher, die über BoD veröffentlicht werden, sind damit auch im stationären Buchhandel sowie in allen relevanten Online-Shops erhältlich – inklusive Amazon.

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Allerdings erfordert dieser breite Vertrieb, dass Autoren BoD die exklusiven Vertriebsrechte einräumen. Zwar bedeutet das nicht, dass das Buch nicht bei Amazon verkauft wird, wohl aber, dass der Vertrieb nicht mehr eigenständig gesteuert werden kann. Gleichzeitig gibt es – wie bei jedem Verlag oder Anbieter – keinerlei Garantie für tatsächliche Verkäufe.

Für mich persönlich ist dieses Modell in Kombination mit den hohen Druckkosten ein entscheidener Nachteil. Das wirtschaftliche Risiko liegt vollständig beim Autor, während die Margen stark begrenzt sind. Aus diesem Grund ist BoD für meine publizistischen Ziele keine Option – auch wenn das Angebot für andere Autoren mit anderen Prioritäten durchaus passend sein kann.

Tredition – Inkonsistente Qualität und hohe Preise

Tredition zeigte sich im Test als der schwächste Anbieter - zumindest beim Druck. Bereits beim ersten Probedruck kam es zu einem Fehldruck des Covers (weißer Rand, schief). Auch der zweite Druck war nicht vollständig fehlerfrei, zudem wirkte die Farbintensität des Covers sichtbar schwächer als bei BoD.

  • Probedruck farbig: 13,21 EUR
  • Versand nach Österreich: 8,99 EUR

Problematisch ist zudem die fehlende Angabe einer USt-ID, wodurch ausländische Unternehmer die österreichische Steuer bezahlen müssen. Besonders kritisch: Einige Wochen später stiegen die Preise drastisch – bis zu 57,75 EUR für ein farbiges Exemplar. Laut Tredition handelt es sich dabei um den regulären Preis, während der erste günstige Probedruck vermutlich durch einen technischen Fehler zustande kam.

Tredition fordert zwar im Gegensatz zu BoD keine Exklusivität, angesichts der extrem teuren Druckpreise, sah ich auch nie einen sinnvollen Nutzen für Tredition.

Positiv: Tredition bietet, wie auch BoD, bei größeren Bestellungen Rabatte an. Z. B. ab 500 Stück sind es 35 %. Aber auch dann kommen weder BoD noch Tredition nur annähernd an die Preise von KDP heran.

Vergleich der Kosten für einen Probedruck

Pl.Anbieter1 ProbedruckVersandTotal
1. Amazon (farbig) 6,36 EUR 2,09 EUR 8,45 EUR
2. BoD (s/w) 10,39 EUR 10,00 EUR 20,39 EUR
3. Tredition (s/w) 15,39 EUR 8,99 EUR 24,38 EUR
4. BoD (farbig) 30,25 EUR 10,00 EUR 40,25 EUR
5. Tredition (farbig) 57,75 EUR 8,99 EUR 66,74 EUR

Hinweis: Bei Amazon wäre ein schwarz-weiß gedrucktes Exemplar nochmals rund 3 EUR günstiger. Die Preise stammen aus dem Jahr 2024 zu Beginn meines Tests. Mittlerweile sind diese leicht angestiegen, dass ändert aber nichts an den teilweise drastischen Unterschieden zwischen diesen 3 Anbietern.

Mein eindeutiges Fazit

Der Vergleich zeigt ein sehr klares Bild: Amazon KDP gewinnt mit riesigem Vorsprung. Kein anderer Anbieter bietet eine derart günstige Kostenstruktur, niedrige Versandkosten, internationale Steuerabwicklung und gleichzeitig akzeptable Druckqualität.

BoD ist eine gute Wahl für Autoren mit Fokus auf Premium-Haptik und Coverqualität – Tredition hingegen fällt sowohl preislich als auch qualitativ deutlich ab, hat aber den Vorteil gegenüber BoD, dass man keine exklusiven Rechte abgibt. Für kostenbewusste Selfpublisher ist Amazon meiner Erfahrung nach aktuell die mit Abstand beste Book-on-Demand-Lösung.

Ich nutze selbst Amazon KDP mittlerweile seit dem Sommer 2024 und bin bisher sehr zufrieden. Alle meine veröffentlichten Büche verzeichnen Umsätze auf Amazon, der Support ist gut, die Möglichkeiten vielfältig. Der Vergleich zeigt zudem auch, wie fortgeschritten ein internationales Unternehmen wie Amazon KDP im Gegensatz zu deutschen Unternehmen wie BoD oder Tredition sind. Ich hätte gerne auch das Service dieser deutschen Unternehmen genutzt, sehe allerdings aufgrund der starken preislichen Differenzen bei den Druckkosten keinen Mehrwert bei BoD und Tredition. Wer da anderer Meinung ist, kann dies gerne als Kommentar unterhalb meines Beitrags kundtun.

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