Tierseuche stoppt Kultlauf – und alle stehen im Wald
Was nach einem schlechten Aprilscherz klingt, ist leider traurige Realität: Der Rothaarsteig-Marathon 2025 wird nicht stattfinden – und der Grund ist, gelinde gesagt, zum Davonlaufen. Nein, es ist kein Sturm. Keine Unwetterwarnung. Keine organisatorische Pleite. Es ist die Afrikanische Schweinepest, die den renommierten Landschaftslauf über den Haufen wirft.
Die Veranstalter der Traditionsveranstaltung in Schmallenberg mussten vor wenigen Tagen kleinlaut verkünden, dass der für den 18. Oktober angesetzte Rothaarsteig-Marathon dieses Jahr ins Wasser fällt. Genauer gesagt: ins Seuchenprotokoll.
Ämter machen kurzen Prozess – Wildschweine laufen vor
Der Auslöser? Eine Verfügung des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamts des Hochsauerlandkreises. Dieses untersagte kurzerhand die Genehmigung des Events. Die Begründung: Durch die Läufer könnten im Wald Wildschweine aufgescheucht werden, die dann panisch neue Gebiete durchqueren – und somit die Seuche weitertragen.
„Aufgrund der aktuell im Kreis Olpe und neuerdings auch im Hochsauerlandkreis grassierenden Afrikanischen Schweinepest müssen wir den diesjährigen Falke Rothaarsteig-Marathon am 18.10.2025 leider absagen.“
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Was für ein Dämpfer für alle, die sich monatelang vorbereitet haben, Höhenmeter gezählt, Trails gescoutet und neue Bestzeiten erträumt haben. Stattdessen: Schweinealarm.
Mit Vollgas gegen die Wand
Die Veranstalter zeigen sich zwar verständnisvoll – auch wenn man zwischen den Zeilen die Enttäuschung spüren kann.
„Auch wenn diese Entscheidung sehr bedauerlich ist, steht der Schutz von Tiergesundheit und Seuchenprävention selbstverständlich auch bei uns an erster Stelle.“
Man hoffe auf das Verständnis der vielen Fans und kündigt gleichzeitig an: 2026 wird es ein Comeback geben. Der Rothaarsteig-Marathon soll dann wieder in gewohnter Stärke über die Bühne gehen – natürlich vorausgesetzt, dass keine neue Tierseuche oder ein interstellarer Bienenkrieg ausbricht.
Interessant ist auch, dass man derzeit von der Absage der Veranstaltung nichts auf der offiziellen Webseite liest. Auch das Anmelde-Portal ist noch offen. Lediglich über eine Pressemitteilung wird von der Absage berichtet.
Ein bitteres Ende für eine Legende
Es ist ein schmerzlicher Rückschlag für die heimische Laufszene – und es bleibt der fade Beigeschmack, dass ein solch traditionsreicher Event durch ein Szenario beendet wird, das man eher in einem absurden Krimi erwartet hätte.
Der Rothaarsteig-Marathon war für viele der emotionale Saisonabschluss – eine Mischung aus sportlicher Härte, Naturidylle und familiärem Flair. Dass all das nun durch ein Wildschwein in Quarantäne fällt, ist nicht nur ärgerlich, sondern schlichtweg eigenartig und wohl auch typisch für die Reglementierung in Deutschland.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass 2026 wieder gelaufen statt geschnauft wird – und zwar auf den Trails, nicht beim Einfangen von Borstenviechern.
Einen ähnlichen Vorfall gab es bereits 2023 in Deutschland: Völlig absurd: Naturlauf aufgrund von Naturschutzbedenken abgesagt (die Veranstaltung ist mittlerweile komplett tot, weil der Veranstalter den Kampf gegen die Behörden aufgab)

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