Ruth Chepngetich beim Chicago Marathon
Ruth Chepngetich beim Chicago Marathon (Foto: © Clark Adams, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)
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Marathon-Weltrekordlerin fliegt mit irrem Dopingwert auf

Doping-Schock: Schnellste Marathonläuferin aller Zeiten gesperrt

Dieser Dopingfall hat das Potenzial, in die Geschichtsbücher einzugehen: Die kenianische Ausnahme-Marathonläuferin Ruth Chepngetich, Weltrekordhalterin über die 42,195 Kilometer, ist wegen der Verwendung eines verbotenen Diuretikums von der Athletics Integrity Unit (AIU) vorläufig gesperrt worden. Die Details lassen selbst hartgesottene Doping-Kontrolleure staunen – und schütteln.

In einer am 17. Juli 2025 veröffentlichten Mitteilung erklärte die AIU, dass Chepngetich bei einer Probe vom 14. März dieses Jahres positiv auf Hydrochlorothiazid (HCTZ) getestet wurde. Die Konzentration im Urin: sage und schreibe 3800 ng/mL. Zum Vergleich: Der zulässige Meldewert liegt bei 20 ng/mL – das ist fast das 200-fache!https://vg09.met.vgwort.de/na/2613fb18b3f8461385fad4ddfa0bab4e

Verbotene Substanz, riesige Menge, freiwillige Sperre

Am 3. April wurde das positive Ergebnis der AIU gemeldet. Nur wenige Wochen später, am 16. April, wurde Chepngetich in Kenia von der AIU persönlich benachrichtigt und befragt. „Sie hat bei unserer Untersuchung kooperiert“, so AIU-Chef Brett Clothier. Doch zunächst verzichtete man auf eine sofortige Sperre – zumindest formell.

„Wenn es einen positiven Test für Diuretika und Maskierungsmittel gibt, ist eine vorläufige Suspendierung nicht zwingend“, betonte Clothier. Dennoch entschloss sich die Top-Läuferin am 19. April selbst zu einer freiwilligen vorläufigen Suspendierung, während die Ermittlungen weiterliefen.

Jetzt ist es offiziell: Die AIU hat eine sogenannte „Notice of Charge“ gegen Chepng’etich ausgestellt und ihre eigene vorläufige Sperre verhängt.

Was steckt hinter Hydrochlorothiazid?

HCTZ wird normalerweise zur Behandlung von Wassereinlagerungen oder Bluthochdruck eingesetzt. Doch im Sport ist es ein gefährliches Werkzeug – nicht zur Leistungssteigerung, sondern zur Verschleierung anderer verbotener Substanzen. Die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) führt es in der Klasse S5 – es ist zu jeder Zeit verboten, auch außerhalb des Wettkampfs.

Mit anderen Worten: Wer HCTZ im Körper hat, hat entweder etwas zu verbergen – oder erklärt sich unfreiwillig zur Zielscheibe für noch tiefere Ermittlungen.

Wird der Mythos Chepngetich jetzt demontiert?

Die Auswirkungen auf den Marathon-Sport sind gravierend. Eine Athletin, die als eine der größten ihres Fachs galt, steht unter Dopingverdacht. Und nicht nur das – die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Chepngetich hat laut AIU das Recht, sich in einem Disziplinarverfahren zu verteidigen. Bis dahin wird die Organisation keine weiteren Kommentare abgeben. „Die AIU wird keine weiteren Kommentare abgeben, bis der Fall abgeschlossen ist“, heißt es offiziell.

Doch was jetzt bereits klar ist: Dieser Fall wird nicht still zu den Akten gelegt werden. Er wirft massive Fragen über die Integrität des Spitzensports auf – und könnte zum Symbol für einen neuen Tiefpunkt im internationalen Marathon werden.

Viele Experten hatten direkt nach Chepngetichs Weltrekord beim Chicago Marathon 2024 Zweifel an ihrer Marathon-Leistung (2:09:56 Stunden) geäußert: Zweifel am Marathon-Weltrekord: Umfassende Analyse mit interessanten Ergebnissen

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