Der Bank of America Chicago Marathon 2024 steht kurz bevor und verspricht ein beeindruckendes Rennen.
Die Wettervorhersage für den 13. Oktober ist vielversprechend und das Teilnehmerfeld ist gespickt mit Weltklasse-Athleten. Vor allem bei den Frauen ist einiges möglich.
Elitefeld der amerikanischen Frauen
Ein Highlight dieses Jahres ist das starke Aufgebot amerikanischer Läuferinnen. Zu den Top-Athletinnen gehören Keira D’Amato, Betsy Saina, Sara Hall und Emma Bates. Mit dieser Elite-Riege ist sogar ein neuer US-Rekord im Marathonlauf nicht ausgeschlossen.
Trotz dieser starken US-Präsenz ist die Historie wenig vielversprechend: In den letzten 28 Jahren konnte nur eine Amerikanerin den Chicago Marathon gewinnen. Auch bei den Männern sieht es ähnlich aus – nur ein amerikanischer Läufer hat in den letzten 20 Jahren den Sieg errungen. Daran wird sich auch in diesem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit nichts ändern.
Wer sind die Favoritinnen?
Das Elitefeld der Frauen in Chicago ist besonders stark besetzt. Sieben Läuferinnen haben eine persönliche Bestzeit unter 2:19 Stunden. Eine dieser Frauen wird wahrscheinlich den Sieg davontragen.
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Die „Großen Drei“ der Favoritinnen
Ruth Chepngetich (Kenia)
Mit einer Bestzeit von 2:14:18 (aufgestellt in Chicago 2022) gehört Chepngetich zu den absoluten Favoritinnen. Sie hat das Rennen in Chicago bereits zweimal gewonnen, 2021 und 2022, ehe sie letztes Jahr Zweite wurde. Ihre Marathon-Erfahrung ist beeindruckend: Von 12 gelaufenen Marathons hat sie 8 gewonnen, zweimal den zweiten und einmal den dritten Platz belegt. Allerdings blieb Chepngetich in London 2024 hinter den Erwartungen zurück, was Fragen aufwirft, ob sie wieder zu ihrer Bestform findet.
Sutume Asefa Kebede (Äthiopien)
Die Äthiopierin ist die Weltjahresbeste im Marathon mit einer Bestzeit von 2:15:55 Stunden, die sie 2024 in Tokio aufstellte. Kebede hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht und könnte in Chicago für eine weitere Überraschung sorgen. Allerdings war ihre Karriere bis 2021 eher unauffällig. Es bleibt abzuwarten, ob sie ihre neue Form beibehalten kann.
Joyciline Jepkosgei (Kenia)
Auch Jepkosgei hat 2024 eine neue Bestzeit von 2:16:24 Stunden aufgestellt. Sie hat bereits den New York Marathon (2019) und den London Marathon (2021) gewonnen. Trotz ihrer beeindruckenden Leistungen konnte sie jedoch in den letzten Jahren keinen Marathon mehr gewinnen, was sie in der Favoritenrolle hinter Chepngetich zurückfallen lässt.
Weitere Herausforderinnen
Sollten die Top-Favoritinnen schwächeln, gibt es noch andere Läuferinnen, die eine Chance auf den Sieg haben:
Irine Cheptai (Kenia)
Cheptai hat eine beeindruckende Karriere hinter sich, unter anderem als Weltmeisterin im Crosslauf. Ihr Marathon-Debüt in Hamburg 2024 war mit einem Sieg und einer Zeit von 2:18:22 Stunden ebenfalls vielversprechend.
Degitu Azimeraw (Äthiopien)
Azimeraw hat bereits mehrere starke Marathonleistungen gezeigt, darunter einen zweiten Platz in London 2021 mit einer Zeit von 2:17:58 Stunden. Der ganze große Coup gelang ihr aber noch nicht.
Hiwot Gebrekidan (Äthiopien)
Mit einer Bestzeit von 2:17:59 Stunden aus Valencia 2023 hat sich Gebrekidan in den letzten Jahren stark verbessert. Ihr DNF (Did Not Finish) beim Boston Marathon 2024 wirft jedoch Fragen über ihre Stabilität in wichtigen Rennen auf. Die Äthiopierin steht definitiv unter Druck.
Das Elite-Feld der Männer
Das Männerfeld besteht aus sieben Läufern, die bereits Zeiten unter 2:06 Stunden gelaufen sind. Zudem gibt es einen herausragenden Debütanten, der ebenfalls Chancen auf den Sieg hat.
Die Top-Kandidaten:
- Vincent Ngetich (KEN, 25 Jahre, 2:03:13 PB)
Ngetich hat bei seinen beiden bisherigen Marathons überzeugt, darunter ein beeindruckendes Debüt von 2:03:13 Stunden in Berlin 2023. Aufgrund seines Potenzials und seiner Beständigkeit ist er in Fachkreisen sogar der Top-Favorit. - Amos Kipruto (KEN, 30 Jahre, 2:03:13 PB)
Kipruto hat 2022 sowohl in Tokio als auch in London starke Ergebnisse erzielt. Nach einer schwierigen Phase 2023 ist er wieder in guter Form und hofft, in Chicago seine persönliche Bestzeit zu knacken. - Huseydin Mohamed Esa (ETH, 24 Jahre, 2:05:05 PB)
Esa hat seine Marathon-Karriere vielversprechend begonnen und belegte in Boston 2024 den zweiten Platz. Er hat das Potenzial, in Chicago noch schneller zu laufen. Internationale ist der Läufer noch kaum bekannt. - Birhanu Legese (ETH, 30 Jahre, 2:02:48 PB)
Legese hat eine der schnellsten Marathonzeiten der Geschichte, war jedoch in den letzten Jahren nicht mehr auf dem Podium großer Rennen. Trotzdem bleibt er ein ernstzunehmender Konkurrent. Immerhin ist er von der Bestzeit der schnellste Läufer im Feld. Legese gewann in der Vergangenheit bereits zwei Mal den Tokio Marathon. - Amdework Walelegn (ETH, 25 Jahre, 2:04:50 PB)
Walelegn hat sich stetig verbessert und war in Rotterdam 2024 Zweiter. Der Marathon in Chicago wird sein Debüt bei einem World Marathon Major sein. - Dawit Wolde (ETH, 33 Jahre, 2:03:48 PB)
Wolde hat sich von einem Mittelstreckenläufer zu einem starken Marathonläufer entwickelt, auch wenn er bisher noch keine WMM-Siege errungen hat. Chicago bietet ihm eine weitere Gelegenheit, sich zu beweisen. - John Korir (KEN, 27 Jahre, 2:05:01 PB)
Korir hat in Chicago bereits starke Leistungen gezeigt und will seine bisherige Bestzeit unterbieten.
Der Debütant: Daniel Ebenyo (KEN, 29 Jahre)
Ebenyo gibt in Chicago sein Marathon-Debüt und bringt beeindruckende Erfolge auf der Bahn und im Halbmarathon mit, darunter eine Silbermedaille bei der WM über die 10.000 Meter. Bei einem taktischen Rennen hat Ebenyo gute Chancen auf den Sieg.

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