Ein Abend in Warschau, der sich in die Geschichtsbücher eingebrannt hat. Alexander Rončević liefert im Finale der HYROX Major-Serie eine Vorstellung ab, die selbst erfahrene Beobachter kurz innehalten lässt.
Der 33-Jährige bleibt als erster Athlet überhaupt unter der Marke von 52 Minuten und setzt damit ein Ausrufezeichen vor den Weltmeisterschaften im Juni in Stockholm.
Ein Rennen mit klarer Mission
Rončević war mit einer klaren Aufgabe angereist: die eigene Bestzeit drücken. Noch zu Saisonbeginn hatte er in Hamburg mit 53:15 Minuten einen Weltrekord aufgestellt, der allerdings vor wenigen Wochen in London von Hidde Weersma kassiert wurde. In Warschau sollte die Antwort folgen.
Die Bühne dafür war das Stadion PGE Narodowy, wo sich die Elite der Szene ein letztes Mal in dieser Saison misst. Schon früh übernimmt Luke Greer aus England die Initiative, während Rončević kontrolliert dahinter bleibt. Direkt im Nacken: Weltmeister Tim Wenisch. Nach dem SkiErg ziehen Rončević und Wenisch das Tempo an und setzen sich zunächst ab.
Duell auf Augenhöhe
Der Österreicher wirkt über weite Strecken fokussiert und präzise. Besonders bei den Schlitten-Disziplinen zeigt er seine Klasse und bleibt souverän. Doch das Rennen bleibt offen. Der Däne Sebastian Ifversen schiebt sich bei den Burpee Broad Jumps vorbei und sorgt für zusätzliche Spannung.
Zur Halbzeit entwickelt sich ein intensives Duell. Rončević nutzt seine Erfahrung, übernimmt auf der Rudermaschine wieder die Führung und beginnt, sich Schritt für Schritt abzusetzen. Der Blick ist längst nach vorne gerichtet, auf die Uhr und auf eine neue Bestmarke.
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Der entscheidende Moment
Im Finale zieht Rončević noch einmal an. Beim letzten Lauf und den Wall Balls zeigt er keine Schwäche. Seine Zeit bei den Wall Balls: starke 3:29 Minuten, Bestwert im gesamten Feld. Damit ebnet er sich selbst den Weg zu einem neuen Weltrekord von 51:59,37 Minuten.
Auch hinter ihm geht es zur Sache. Dylan Scott aus den USA finisht in 52:40 Minuten, ebenfalls schneller als der alte Rekord. Ifversen folgt in 53:17 Minuten, knapp vor Wenisch mit 53:18 Minuten. Das Feld liefert ein Rennen, das den Fans einiges bietet.
Die Stimme des Rekordhalters
Nach dem Rennen zeigt sich Rončević zufrieden, aber keineswegs überrascht: "Ich habe gesehen, dass eine 52 möglich ist und am Ende noch etwas draufgelegt. Natürlich ist es schön, den Rekord wieder zu haben. Wenn ich zu einem Major komme, will ich gewinnen. Die Zeit ist mir gar nicht so wichtig."
Mit Blick auf die Konkurrenz ergänzt er: "Es ist verrückt. Wir sind seit acht oder neun Jahren in diesem Sport und die Jungen werden immer schneller. Glückwunsch an ihn für die Qualifikation. Das wird ein starkes Duell bei der WM."
Formkurve zeigt nach oben
Rončević reist mit Rückenwind Richtung Weltmeisterschaft. Bereits im März stellte er gemeinsam mit Tim Wenisch in London einen Weltrekord im Men’s Pro Doubles auf. Seine Entwicklung erklärt er selbst so: "Ich habe jetzt zwei Trainer, einen fürs Laufen und einen für Kraft und HYROX. Ich fühle mich auf einem anderen Level als letzte Saison. In Schweden werde ich alles geben, das Rennen genießen und versuchen, den Titel zurückzuholen."
Die Konkurrenz wird nicht kleiner, aber Rončević hat sich eindrucksvoll in Stellung gebracht. Die nächste große Bühne wartet bereits.
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